Chamonix-Mont-Blanc (seit 1921 offizieller Name), meistens kurz Chamonix genannt, ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Haute-Savoie in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Die Gemeinde ist ein Skiort und Zentrum des Alpinismus in Frankreich und erlangte weltweite Bekanntheit als Austragungsort der I. Olympischen Winterspiele.
Chamonix-Mont-Blanc wurde im Rahmen der Alpenkonvention zur Alpenstadt des Jahres 2015 gekürt.Chamonix ist die Alpenstadt des Jahres 2015, www.cittalpina.org, abgerufen am 26. September 2014
Geografie Lage links|mini|Blick auf Chamonix mini|Mont-Blanc über Chamonix
Chamonix ist die östlichste Gemeinde des Départements Haute-Savoie. Sie liegt im Tal der Arve, die sich hier mit dem l’Arveyron, Abfluss des Gletschers Mer de Glace, vereinigt. Direkt im Süden wird der Ort vom Mont-Blanc-Massiv überragt, von dem der Glacier des Bossons nach Chamonix hinunterfließt. Im Norden begrenzt der Gebirgszug der Aiguilles Rouges (Naturschutzgebiet) das Tal.
Ortsteile Zu Chamonix gehören mehrere Ortsteile bzw. Ortschaften wie Les Bossons, Les Praz de Chamonix, Les Tines und Le Lavancher.
Zur Gemeinde zählen auch der Ort Argentière mit dem Skigebiet Les Grands Montets sowie Le Tour im Norden des Tals von Chamonix.
Geschichte Die Geschichte von Chamonix lässt sich bis in das 11. Jahrhundert zurückverfolgen, als das Tal vom Grafen Aimon I. von Genf an das Kloster Sacra di San Michele verschenkt wurde. Am 11. März 1817 wurde der Ort von einem Erdbeben getroffen.
Die erste touristische Erschließung begann Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts.
Verkehr Nach Nordosten ist Chamonix über den Gebirgspass Col des Montets (1461 m) mit der Schweiz verbunden.
Schienenverkehr Chamonix-Mont-Blanc liegt an der meterspurigen Bahnstrecke Saint-Gervais–Vallorcine. Im Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet besteht Anschluss an die normalspurige Bahnstrecke La Roche-sur-Foron–Saint-Gervais und TGV-Züge nach Paris sowie an die ebenfalls meterspurige Tramway du Mont-Blanc, einer Zahnradbahn zum Glacier de Bionnassay. In Vallorcine besteht Anschluss in die Schweiz über die ebenfalls meterspurige Bahnstrecke der ehemaligen Martigny-Châtelard-Bahn, welche seit dem 1. Januar 2000 Teil der Transports de Martigny et Régions bildet. Die Strecke führt nach Martigny im Kanton Wallis.
In Chamonix-Mont-Blanc beginnt außerdem die meterspurige Chemin de fer du Montenvers, eine Zahnradbahn auf den 1913 Meter hohen Montenvers.
Seilbahn Aus dem Tal von Chamonix-Mont-Blanc führt eine Seilbahn auf den 3842 Meter hohen Aiguille du Midi. Die Telepherique d'Aiguille du Midi erreicht über eine Zwischenstation auf der Plan de l’Aiguille in 2310 Meter Höhe die Bergstation auf 3777 Meter Höhe.
Tourismus Wintersport Chamonix ist einer der größten und bekanntesten Wintersportorte Frankreichs.
Zu Chamonix gehören die beiden Skiberge Le Brévent und La Flégère. An letzterem befindet sich ein Familienskigebiet, während Le Brévent vor allem mittelschwere und sehr schwere Pisten bietet. Die beiden Skigebiete sind durch eine Verbindungsbahn (Flégère/Brévent Liaison) lifttechnisch verknüpft. Direkt am Ortsrand befindet sich auch noch das kleine Skigebiet Les Planards, das hauptsächlich als Übungsgebiet für Anfänger dient. Weiter nördlich am Talende findet sich das weitläufige Skigebiet Domain de Balme, zu dem von Le Tour (1480 m) und von Vallorcine (1260 m) Gondelbahnen führen.
Die einzelnen Skigebiete und Ortsteile im oberen Tal der Arve sind durch ein öffentliches Bussystem miteinander verbunden und teilweise auch durch die Bahnlinie St. Gervais-Vallorcine erreichbar. Zu den Skigebieten gehören Domaine de Balme (Vallorcine/Le Tour), 29 Pistenkilometer Grands Montets (Argentière), 29 Pistenkilometer Aiguille du Midi (Chamonix), erschließt die Abfahrt durch das Gletschertal Vallée Blanche mit dem größten Höhenunterschied der Alpen mit 2753 Höhenmetern, ist allerdings weder präpariert noch markiert und aufgrund des hochalpinen Geländes nur mit Bergführer empfohlen Les Planards (Chamonix), 2,5 Pistenkilometer Brévent/Flégère (Chamonix/Les Praz), 56 Pistenkilometer Les Houches, auch von Saint-Gervais-les-Bains mit der Tramway du Mont-Blanc erreichbar, 55 Pistenkilometer
Mit dem Skipass „Mont Blanc Unlimited“ sind alle diese Gebiete sowie das Skigebiet Megève/Saint-Gervais-les-Bains befahrbar, ab zwei Tagen ferner Courmayeur und ab sechs Tagen Verbier/4 Vallées.
In Chamonix befindet sich das Centre Nationale du Ski et de l’Alpinisme (Nationales Zentrum für Skisport und Alpinismus). Der Ort ist auch Ausgangspunkt der Haute Route, einer hochalpinen, mehrtägigen Skidurchquerung, die durch die Walliser Alpen bis nach Zermatt (Schweiz) führt, sowie des Ultra-Trail du Mont-Blanc, eines der anspruchsvollsten Bergmarathons weltweit.
Chamonix ist ein Zentrum für Freeriding und Extremskifahren. Der höchste Punkt des Skigebiets ist die Aiguille du Midi mit 3842 m, auf deren Gipfel die zweithöchste Seilbahn Europas führt, mit einem der Ausgangspunkte für Bergsteiger, die den Mont Blanc bezwingen wollen. Die Aiguille du Midi ist ebenfalls der Ausgangspunkt für die Gletscherabfahrt durch das Vallée Blanche und über das Mer de Glace.
mini|Chamonix im Winter 2012
Anzahl der Pisten 69 Gesamtlänge 152 km – leicht 52 km – mittel 70 km – schwer 30 km Längste Abfahrt Les Grands Montets, 2,1 km Höhenunterschied Schneekanonen 54 Liftanlagen 47 – Gondeln 12 – Sessellifte 16 – Schlepplifte 19 Saison Dezember–April
Bergsport im Sommer mini|Zieleinlauf des Marathon du Mont Blanc
Chamonix ist Ausgangsort für zahlreiche Trekkingtouren, darunter auch die Tour du Mont-Blanc. Jährlich im Juni findet der Marathon du Mont Blanc statt.
Es ist auch möglich, bei Chamonix Base-Jumping zu betreiben.Caty Enders: Did rules, not risk, cause Dean Potter’s Base jumping death? In: The Guardian, 22. Mai 2015, abgerufen am 22. Mai 2015.
Partnerstädte Chamonix unterhält Partnerschaften mit:
Garmisch-Partenkirchen, Deutschland Courmayeur, Italien Cilaos, Réunion, Frankreich Davos, Schweiz Aspen, Colorado, USA Fujiyoshida, Japan
Persönlichkeiten
Michel-Gabriel Paccard (1757–1827), Arzt und Alpinist Jacques Balmat (1762–1834), Bergführer, Bergsteiger und Kristallsucher Michel Croz (1830–1865), Bergführer, Erstbesteiger des Matterhorns Henri Couttet (1901–1953), Eishockeyspieler Fernand Mermoud (1913–1940), Skilangläufer Georgette Thiollière (1920–2010), Skirennläuferin James Couttet (1921–1997), Skirennläufer Marysette Agnel (1926–1958), Skirennläuferin Lucienne Schmith (1926–2022), Skirennläuferin Charles Bozon (1932–1964), Skirennläufer Paul-Henry Nargeolet (1946–2023), Tiefseeforscher und Titanic-Experte Françoise Bozon (* 1963), Skirennläuferin Delphyne Burlet (* 1966), Biathletin Carole Stanisière (* 1970), Skilangläuferin Jan Henri Ducroz (* 1971), Curler Richard Gay (* 1971), Freestyle-Skier Thomas Dufour (* 1973), Curler Cédric Kuentz (* 1973), Eisschnellläufer Laurent Gras (* 1976), Eishockeyspieler Marco Siffredi (1979–2002), Extrem-Snowboarder Chloé Georges (* 1980), Freestyle-Skierin Jan Guryca (* 1982), Eishockeytorwart Tony Angiboust (* 1983), Curler Richard Ducroz (* 1983), Curler Guillermo Fayed (* 1985), Skirennläufer Anthony Obert (* 1985), Skirennläufer Jonathan Félisaz (* 1985), Nordischer Kombinierer und Skispringer Jonas Devouassoux (* 1989), Freestyle-Skier Geoffrey Lafarge (* 1989), Nordischer Kombinierer Enora Latuillière (* 1992), Biathletin
Weblinks
Website der Gemeinde Chamonix-Mont-Blanc (französisch) Website von Chamonix-Mont-Blanc Tourismus (französisch) privatwirtschaftliche Website zu Chamonix (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Auvergne-Rhône-Alpes Kategorie:Wintersportgebiet in Frankreich