mini|Mike Mohring (2021) Mike Mohring (* 22. Dezember 1971 in Apolda) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war vom 13. Dezember 2014 bis zum 19. September 2020 Vorsitzender der CDU Thüringen. Von 1999 bis 2024 war er Mitglied des Thüringer Landtags, war von 2008 bis 2020 Vorsitzender der Landtagsfraktion und im Amtsantritt der ersten Regierung Ramelows vom 5. Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 auch Oppositionsführer im Parlament. Bei der Landtagswahl im Oktober 2019 war er Spitzenkandidat seiner Partei.
Leben Mike Mohring, Sohn eines Maurers und einer Verkäuferin, wuchs in Apolda auf.
Nach dem Abitur 1990 leistete Mohring Zivildienst und studierte an der Universität Jena bis 1997 Rechtswissenschaft (ohne Abschluss)Rücktritt: Althaus schmeißt in Thüringen hin. In: Handelsblatt, 3. September 2009. als Stipendiat der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Von 2007 bis 2009 studierte er Internationales Wirtschafts- und Steuerrecht an den privaten Hochschulen Management Center Innsbruck und Frankfurt School of Finance & Management und erlangte den Doppelabschluss des Master of Laws und Master of International Business & Tax Law.
Von 2004 bis 2013 war er geschäftsführender Gesellschafter eines Handwerksbetriebes. Im Jahr 2006 hatte er für ein Semester einen Lehrauftrag an der TU Ilmenau.Curriculum Vitae: Mike Mohring. In: Konrad-Adenauer-Stiftung (Website; PDF).
Im Januar 2019 machte Mohring eine im November 2018 diagnostizierte Krebserkrankung öffentlich und gab im Juni 2019 seine vollständige Genesung bekannt.Mike Mohring macht schwere Krankheit öffentlich. In: Spiegel Online, 13. Januar 2019; Mike Mohring verkündet Genesung von Krebs-Erkrankung. In: Focus Online, 11. Juni 2019.
Mohring ist ledig und seit seiner Taufe mit 18 Jahren evangelisch.
Politische Laufbahn Engagement im Neuen Forum und in der Kommunalpolitik Zur Zeit der Wende im Herbst 1989 trat Mohring dem Neuen Forum bei und war bis 1993 Kreissprecher in Apolda. Er organisierte deren Wahlkampf in Thüringen 1990 mit und gehört seit 1990 dem Kreistag Apolda bzw. Weimarer Land an, von 1991 bis 1993 als Vorsitzender der Fraktion DA/Neues Forum und von 1992 bis 2004 als Vorsitzender des Kreistagsausschusses für Gesundheit und Soziales. Er ist seit 1993 Mitglied der CDU, seit 1993 Mitglied des Kreisvorstandes der CDU Weimarer Land (seit 2003 als Vorsitzender) und seit 2000 Landesvorstandsmitglied der CDU Thüringen. Seit 1995 ist er Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag Weimarer Land. Sowohl bei den Kreistagswahlen 2004 und 2009 als auch 2014 und 2019 wurde Mohring mit dem jeweils besten Ergebnis aller Kandidaten in den Kreistag gewählt.
Abgeordneter im Thüringer Landtag mini|Mike Mohring im Thüringer Landtag (2014) Bei der Landtagswahl 1999 gelang ihm der Einzug in den Thüringer Landtag über die Landesliste der CDU. Bei der Landtagswahl 2004 gewann er mit 45,9 % den Wahlkreis Weimarer Land I – Saalfeld-Rudolstadt III. Er konnte den Wahlkreis bei den Landtagswahlen 2009, 2014 und 2019 verteidigen. Von 2000 bis 2009 war er finanzpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. 2005 wurde er Vorsitzender der Konferenz der haushalts- und finanzpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Landtagsfraktionen und führt dieses Amt bis heute fort. Bei der Landtagswahl in Thüringen 2024 verlor Mike Mohring seinen Wahlkreis Weimarer Land I/Saalfeld-Rudolstadt III mit 31,1 % an die Kandidatin der AfD Brunhilde Nauer (38,2 %). Da er nicht auf der Landesliste seiner Partei stand, schied er damit als Abgeordneter aus dem Landtag aus.
Generalsekretär der CDU Thüringen Auf Vorschlag des Thüringer Ministerpräsidenten und CDU-Landesvorsitzenden Dieter Althaus wurde Mike Mohring am 3. Dezember 2004 auf dem 19. CDU-Landesparteitag in Weimar zum Generalsekretär des CDU-Landesverbandes gewählt. Er war zum damaligen Zeitpunkt mit 32 Jahren der jüngste gewählte CDU-Generalsekretär Deutschlands. Auf dem 21. Landesparteitag am 2. Dezember 2006 wurde er in diesem Amt bestätigt. Auf Initiative von Mohring wurde auf dem 22. Landesparteitag vom 15. bis 17. Juni 2007 in Saalfeld das Grundsatzprogramm der CDU Thüringen „Was uns verbindet“ einstimmig beschlossen. Mohring hatte das Amt des CDU Generalsekretärs bis zu seiner Wahl zum Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag inne.
Fraktionsvorsitzender Am 8. Mai 2008 wurde er als Nachfolger von Christine Lieberknecht zum Fraktionsvorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion gewählt, nach der Landtagswahl 2009 im Amt bestätigt und nach der Landtagswahl 2014 einstimmig erneut zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Mohrings Karriere wurde vom früheren thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus gefördert; sein Verhältnis zu Lieberknecht galt als angespannt. Am 6. Mai 2013 wurde Mohring als Nachfolger von Christean Wagner zum Vorsitzenden der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der CDU/CSU-Fraktionen in den Ländern, des Bundes und des Europaparlaments gewählt. Der Fraktionsvorsitzendenkonferenz gehören die Fraktionsvorsitzenden der Unionsfraktionen sowie ihre Stellvertreter und die parlamentarischen Geschäftsführer in den Landtagen, des Deutschen Bundestages und der CDU/CSU Gruppe in der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europäischen Parlament an. In diesem Gremium werden gemeinsame, bundesländerübergreifende Initiativen und Anträge, die sämtliche Politikfelder betreffen können, abgestimmt und koordiniert. Im innerparteilichen Leben spielt die Konferenz deshalb eine besondere Rolle. Die inhaltliche Arbeit ist häufig Ausgangspunkt für die politische Positionierung von CDU und CSU insgesamt. In seiner Arbeit als Fraktionsvorsitzender warf ihm die mitregierende SPD vor, häufig gemeinsam gefasste Beschlüsse später unterminieren zu wollen; Spiegel Online bezeichnete dies als die Strategie eines „Tricksers“.Melanie Amann, Florian Gathmann: Thüringens CDU-Hoffnung Mohring: Der Trickser. In: Spiegel Online, 4. Dezember 2014.
Mitglied im Bundesvorstand und Präsidium der CDU
Ab 2010 war Mohring gewähltes Mitglied des CDU-Bundesvorstandes; beim CDU-Bundesparteitag am 9. Dezember 2014 wurde er mit dem zweitschlechtesten Ergebnis aller Kandidaten nicht wiedergewählt. Er gehörte jedoch mit seiner Wahl zum CDU-Landesvorsitzenden wenige Tage später qua Amt weiter dem CDU-Bundesvorstand an. Seit dem Bundesparteitag 2016 war er bis zum Parteitag 2018 mit einem Ergebnis von 74,10 Prozent der Stimmen wieder gewähltes Vorstandsmitglied. Auf dem 31. Parteitag am 7. Dezember 2018 wurde er dann in das CDU-Präsidium gewählt. Auf dem Parteitag der CDU 2021 wurde er wieder in den Bundesvorstand gewählt, nachdem er nicht erneut für das Präsidium kandidierte. Zum Parteitag im Mai 2024 trat Mohring nicht wieder an und schied aus dem Bundesvorstand aus.
Landesvorsitzender der CDU Thüringen und Oppositionsführer Nach der Landtagswahl in Thüringen 2014, infolge derer die CDU in Thüringen in die Opposition gehen musste, übernahm Mohring am 13. Dezember 2014 zusätzlich zu seinem Amt als CDU-Fraktionsvorsitzender als Nachfolger Lieberknechts auch den Vorsitz des CDU-Landesverbandes. Dass er mit 89,83 % der Delegiertenstimmen zum Landesvorsitzenden gewählt wurde, wurde seinen Bemühungen zugeschrieben, mit der Einbindung von Birgit Diezel, Mario Voigt, Christian Hirte und Christian Carius in die Führungsarbeit innerparteilichen Konsens herzustellen. Auf dem 32. Landesparteitag der CDU Thüringen in Apolda, am 19. November 2016, wurde er erneut zum Landesvorsitzenden gewählt und stand damit für zwei weitere Jahre an der Spitze seiner Partei. Im Oktober 2018 bestätigte ihn ein Landesparteitag der CDU erneut im Amt als Landesvorsitzender. Am 14. Februar 2020 wurde bekannt, dass er den Parteivorsitz abgibt.Mike Mohring zieht sich als Thüringer CDU-Chef zurück. Spiegel Online, 14. Februar 2020. Zu seinem Nachfolger wurde am 19. September 2020 Christian Hirte gewählt.
Mohring nahm als Mitglied der 13., der 14., 15. und 16. Bundesversammlung an der Wahl aller Bundespräsidenten seit 2009 teil.
Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2019 mini|links|Anja Siegesmund, Wolfgang Tiefensee, Mike Mohring und Bodo Ramelow (v. l. n. r.) beim Wahlabend der Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober 2019 in Erfurt. Am 20. Oktober 2018 wurde Mohring beim Landesparteitag der CDU Thüringen einstimmig als Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Thüringen 2019 nominiert.„Politik der neuen Gemeinsamkeit mit Bürgern und Kommunen“ CDU Thüringen vom 20. Oktober 2018 Am 26. September 2019 wurde bekannt, dass es unter Bezug auf den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke eine Morddrohung gegen Mohring gab und deshalb sein Personenschutz erhöht wurde.Morddrohung gegen Landeschef Mohring. In: Deutschlandfunk, 26. September 2019. Bei der Wahl verlor die CDU 11,8 Prozentpunkte auf 21,7 Prozent der Wählerstimmen und wurde nur noch drittstärkste Kraft hinter der Linken und der AfD. Obwohl die rot-rot-grüne Regierungskoalition von Ministerpräsident Ramelow ihre Mehrheit im Landtag verlor, konnte auch die von Mohring vor der Wahl anvisierte Option einer Koalition aus CDU, SPD, Grünen und FDP keine ausreichende Anzahl an Mandaten erreichen. Nach widersprüchlichen Signalen innerhalb der Partei erklärte der Landesvorstand der CDU Thüringen, eine Koalition mit der Linken oder die Tolerierung der bisherigen Regierung abzulehnen. Das Angebot der AfD, eine Minderheitsregierung aus CDU und FDP zu unterstützen, wies Mohring zurück.
Ministerpräsidentenwahl am 5. Februar 2020
mini|Mike Mohring (r.) gratuliert Thomas Kemmerich (l.) zur Wahl des Ministerpräsidenten im Thüringer Landtag am 5. Februar 2020. Im ersten und zweiten Durchgang der Wahl zum Ministerpräsidenten unterstützte Mohring weder den amtierenden Ministerpräsidenten Bodo Ramelow noch Christoph Kindervater. Im dritten Wahlgang wurde der FDP-Kandidat Thomas Kemmerich, der zuvor nicht angetreten war, mit 45 gegenüber 44 Stimmen für Ramelow bei einer Enthaltung gewählt. Trotz massiver Kritik verteidigte er zunächst diese Wahl.Nachweis: Mohring hat die Wahl Kemmerichs verteidigt Annegret Kramp-Karrenbauer gab danach an, dass die Unterstützung Kemmerichs gegen Empfehlungen der Bundes-CDU erfolgt sei. Von Abgeordneten der Fraktion wurde Mohring vorgeworfen, die Position der Parteivorsitzenden nicht weitergegeben zu haben. Nach der Tagung kündigte Mohring seinen Rückzug vom Fraktionsvorsitz an. Nachfolger von Mike Mohring als Vorsitzender der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag wurde Mario Voigt.
Bundespolitik Für die Bundestagswahl 2021 wurde Mohring von seiner Partei als Kandidat für den Wahlkreis Jena – Sömmerda – Weimarer Land I aufgestellt, schaffte jedoch nicht den Einzug in den Deutschen Bundestag.
Für die Bundestagswahl 2025 wollte Mohring erneut für den Wahlkreis Jena – Sömmerda – Weimarer Land I kandidieren, scheiterte jedoch bei der parteiinternen Nominierung gegen Hendrik Blose, den Bürgermeister von Buttstädt.
Positionen und Kontroversen Grundsätzliche Positionen