Dobromyl (; ) ist eine in der Westukraine liegende Stadt, 4 km östlich der polnisch-ukrainischen Grenze. mini|links|Blick in den Ort Dobromyl wurde im Jahr 1374 zum ersten Mal schriftlich als Dorf erwähnt und erhielt 1566 das Stadtrecht. Unter der seit 1772 bestehenden österreichischen Herrschaft kam die Stadt zu Galizien und war kurzzeitig von 1850 bis 1854Reichsgesetzblatt vom 8. October 1850, Nr. 383, S. 1741. und von 1876 bis 1918 Sitz der Bezirkshauptmannschaft Dobromil, ab 1867 der Sitz eines Bezirksgerichts. Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Ort als Dobromil zu Polen und lag hier ab 1921 in der Woiwodschaft Lwów als Sitz des gleichnamigen Powiats Dobromil. Nach der Sowjetischen Besetzung Ostpolens wurde der Ort Sitz des Ujesd Dobromil innerhalb der Oblast Drohobytsch, im Januar 1940 die Rajonshauptstadt des Rajons Dobromyl/Dobromil. Nach dem Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges wurde Dobromyl in das Generalgouvernement, Distrikt Krakau eingegliedert und verblieb hier bis zur Rückeroberung durch die Rote Armee im Sommer 1944. Die Stadt wurde wieder in die Ukrainische SSR innerhalb der Sowjetunion eingegliedert und verblieb bis zur Auflösung des gleichnamigen Rajons im Jahre 1962 eine Rajonshauptstadt. Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 ist sie Teil der unabhängigen Ukraine.
1924 wurde das bis dahin selbstständige Dorf Huczko (ukrainisch ) eingemeindet.
Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neu gegründeten Stadtgemeinde Dobromyl (Добромильська міська громада/Dobromylska miska hromada) zu dieser zählen auch noch die Siedlung städtischen Typs Nyschankowytschi sowie die 35 in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen DörferРозпорядження Кабінету Міністрів України від 12 червня 2020 року № 718-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Львівської області im Rajon Sambir, bis dahin war sie ein Teil der Stadtratsgemeinde Dobromyl (Добромильська міська рада/Dobromylska miska rada) im Rajon Staryj Sambir.
Sehenswürdigkeiten Auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof wurde aus Grabsteinen, die unter deutscher Besatzung zur Straßenbefestigung genutzt wurden, eine Gedenkstätte errichtet.
Ortsgliederung Folgende Orte sind neben dem Hauptort Dobromyl Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch polnisch Bolosiw Болозів Болозев (Bolosew) Błozew Górna Bonewytschi Боневичі Боневичи (Bonewitschi) Boniowice Borschewytschi Боршевичі Боршевичи (Borschewitschi) Borszowice Byblo Библо Быбло Bybło Deschytschi Дешичі Дешичи (Deschitschi) Gdeszyce Drosdowytschi Дроздовичі Дроздовичи (Drosdowitschi) Drozdowice Horodysko Городисько Городиско (Gorodisko) Grodzisko Hrabiwnyzja Грабівниця Грабовница (Grabowniza) Grabownica Sozańska Hruschatytschi Грушатичі Грушатичи (Gruschatitschi) Hruszatyce Hubytschi Губичі Губичи (Gubitschi) Hubice Knjaschpil Княжпіль Княжполь (Knjaschpol) Kniażpol Komarowytschi Комаровичі Комаровичи (Komarowitschi) Komarowice Koniw Конів Конев (Konew) Koniów Kropywnyk Кропивник Крапивник (Krapiwnik) Kropiwnik Mihowo Мігово Мигово (Migowo) Michowa Mischenez Міженець Миженец (Mischenez) Miżyniec Nowe Misto Нове Місто Новое Мисто (Nowoje Misto) Nowe Miasto Nyschankowytschi Нижанковичі Нижанковичи (Nischankowitschi) Niżankowice Nyschnja Wowtscha Нижня Вовча Нижняя Волчья (Nischnjaja Woltschja) Wołcza Dolna Pazkowytschi Пацьковичі Пацковичи (Pazkowitschi) Paćkowice Peredilnyzja Передільниця Передельница (Peredelniza) Przedzielnica Pidmostytschi Підмостичі Подмостичи (Podmostitschi) Podmojsce Pjatnyzja П'ятниця Пятница (Pjatniza) Pietnice Poljana Поляна Поляна Polana Possada-Nowomiska Посада-Новоміська Посада-Новомистская (Possada-Nowomistskaja) Posada Nowomiejska Roschewe Рожеве Рожевое (Roschewoje) Rosenburg, Rozenburg, Radyczówka Sanotschany Саночани Саночаны Sanoczany Soljanuwatka Солянуватка Соляноватка (Soljanowatka) Lacko Sorotowytschi Зоротовичі Зоротовичи (Sorotowitschi) Zrotowice Storonewytschi Стороневичі Стороневичи (Storonewitschi) Stroniowice Ternawa Тернава Тернава Tarnawa Towarna Товарна Товарная (Towarnaja) Towarnia Truschewytschi Трушевичі Трушевичи (Truschewitschi) Truszowice Tschyschky Чижки Чижки (Tschischki) Czyszki Welyke Велике Великое (Welikoje) Wełykie Wiljunytschi Вілюничі Вилюничи (Wiljunitschi) Wielunice
Galiziendeutsche Siedlung Engelsbrunn Nördlich des Ortes existierte die galiziendeutsche Siedlung Engelsbrunn (geteilt ins westlicher gelegene Oberengelsbrunn und das östlicher gelegene Unterengelsbrunn), diese wurde bereits 1867 ins damalige Dobromil eingemeindet und ist heute ein Teil der Stadt Dobromyl. Der Ort wurde im Zuge der Josephinischen Kolonisation 1784 angelegt, die letzten deutschsprachigen Einwohner wurden 1940 auf Grund des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrags ausgesiedelt.
Söhne und Töchter der Stadt Aurelie Obermayer (* 1845; † nach 1922), österreichische Schriftstellerin Emil Probst (* 1877; † 1950), deutscher Bauingenieur Wolodymyr Hruza (* 1976), ukrainischer Geistlicher, griechisch-katholischer Weihbischof in Lemberg
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Lwiw Kategorie:Galiziendeutsche Kategorie:Rajon Sambir Kategorie:Ersterwähnung 1374 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1566