mini|Familie der Okanagan, um 1918 Die als Okanogan (in den USA) oder als Okanagan (in Kanada) bezeichnete indianische Stammesgruppe umfasst heute sieben kanadische First Nations oder Bands in der Provinz British Columbia sowie die Sinkaietk (Lower oder Southern Okanagon) im US-Bundesstaat Washington, die als einer der 12 historischen Stämme der Confederated Tribes of the Colville Reservation vom BIA als ein auf Bundesebene anerkannter Stamm (federally recognized tribe) geführt werden.

Zusammen mit den Spokane (Sqeliz), Flathead (Bitterroot Salish), Lower und Upper Kalispel, den Coeur d’Alene sowie einigen kleineren Stämmen zählen sie sprachlich zu den Südlichen Binnen-Salish und damit kulturell zum Kulturareal des PlateauAboriginal People: Plateau des Fraser River, Thompson River und Columbia Rivers; sie sind besonders eng verwandt mit ebenfalls Dialektvarianten des Nsyilxcen, Syilx'tsn oder Colville-Okanagan sprechenden Sinixt, Colville, Methow, Sanpoil und Nespelem.

Kulturell, politisch sowie militärisch gehörten sie zu den vier Hauptgruppen der Binnen-Salish; zu diesen zählten neben den Okanagan die St'at'imc (Lillooet), Secwepemc (Shuswap) und die Nlaka'pamux (Thompson).Interior Salish First Nations

Name Die heutige Stammesbezeichnung Okanogan/Okanagan leitet sich aus S-Ookanhkchinx („transport toward the head or top end“) ab, was sich auf die Okanagan und verwandte indigene Stämme bezog, die vom Okanagan Lake herunter entlang des Okanogan River (auch: Okanagan River) bis zu dessen Mündung in den Columbia River wanderten und somit den Okanagan Lake und Okanagan River sowie andere Flüsse als traditionelle Transportrouten für den Handel sowie für saisonale Wanderungen nutzten.

Die Okanagan selbst bezeichnen sich in ihrer Sprache Nsyilxcen (n-seel-ick-CHEEN) oder Syilx'tsn als Syilx („Menschen“' oder „Volk“). Das Wort Syilx hat mehrere Wurzeln: Yil bezeichnet wörtlich das Fertigen eines Seils (also einer StammesEinheit) aus mehreren einzelnen Fasern (Personen), das x am Ende von Syilx hat einen fordernden Charakter, der immer wieder die Einheit des Volkes von den einzelnen Stammesmitgliedern verlangt.

Der Name Syilx wird heute politisch im Kampf um Landansprüche und der rechtlichen Vertretung aller sog. Syilx – insbesondere von der Okanagan Nation Alliance – verwendet, um neben den Northern Okanagan und Southern Okanagan – wegen kultureller sowie linguistischer Aspekten – ebenfalls Dialektvarianten des Nsyilxcen oder Syilx'tsn sprechende verwandte First Nations oder Stämme: die Sinixt (Arrow Lakes Band), die Colville (Scheulpi), die Methow sowie die Sanpoil (Nesilextcl’n) und Nespelem unter dieser Bezeichnung mit einzubeziehen; sie sprechen dann von der Syilx Nation, den Syilx Peoples oder Okanagan First Peoples.

Man muss jedoch hierbei bedenken, dass diese First Nations oder Stämme zwar ihre sprachliche, kulturelle sowie oftmals familiäre Verwandtschaft mit den Northern und Southern Okanagan anerkennen, sich trotzdem als selbstständige separate indigene Stämme betrachten, mit separater sozio-politischer Organisation und Geschichte sowie eigenen Stammesterritorien, die sie nicht dem Territorium der Okanagan zurechnen.

Sprache Ihre Sprache, das Nsyilxcen (n-seel-ick-CHEEN) oder Syilx'tsn, unter Linguisten besser bekannt als Colville-Okanagan (Nesilextcl'n / Nsəlxcin (Nsyilxcn)) zählt zusammen mit dem Coeur D'Alene (Snchitsu’umshtsn), Columbia-Moses (Nxaảmxcín) und Montana Salish (Salish oder Séliš) zu den Südlichen Binnen-Salish-Sprachen.

Dialekte des Colville-Okanagan Folgende indigene Gruppen sprachen (sprechen) nach linguistischen Gesichtspunkten einen Dialekt des Nsyilxcen oder Colville-Okanagan, wobei die einzelnen Stämme/Gruppen jeweils ihren Dialekt als zwar verwandte jedoch eigene Sprache ansehen; unten aufgeführt sind die allgemein anerkannten sieben einzelnen Dialekte/Sprachen (jeweils fett markiert), jeweils mit Nennung der zugehörigen heutigen First Nations, Stämme oder einstigen indigenen Gruppen:Randy Bouchard und Dorothy Kennedy: FIRST NATIONS’ABORIGINAL INTERESTS AND TRADITIONAL USE IN THE WANETA HYDROELECTRIC EXPANSION PROJECT AREA: A SUMMARY AND ANALYSIS OF KNOWN AND AVAILABLE BACKGROUND INFORMATION, zusammengestellt auf Anfrage der WANETA EXPANSION POWER CORPORATION als Reference Information for Project Area First Nations, August 20, 2004 (Rev. 11/2005)

I. OKANAGAN-Dialektgruppe Northern Okanagan (fünf Dialektvarianten) Suknaqinx oder eigentl. Northern Okanagan-Dialekt (nördlich vom Douglas Lake („Spaxomin“) und Nicola Lake („Quilchena“) bis zum Falkland Valley (Slahaltkan – „Treffpunkt der Winde“) im Okanagan—Shuswap District, entlang des Nordufers des Okanagan Lake bis nach Lumby sowie im Okanagan Valley südwärts entlang des Okanagan Lake und Okanagan River-Flusssystems bis zu Oroville im US-Bundesstaat Washington, unterteilt nochmals in zwei regionale Idiome: Douglas Lake sowie Nicola Lake; Okanagan Indian Band (Head of the Lake Indian Band), Osoyoos Indian Band, Westbank First Nation (Stqaʔtkʷníwt) und Upper Nicola Band) Smelqmix oder Similkameen Okanagan-Dialekt (entlang des Similkameen River und Tulameen River sowie rund um Princeton; der Lower und Upper Similkameen Indian Band (Lower und Upper Smelqmix) und Penticton Indian Band) Methow Okanagan-Dialekt (entlang des Methow River; der Methow) Southern Okanagan Senq'a?itkw oder Southern Okanagan-Dialekt (entlang des Unterlaufs des Okanagan River; der Sinkaietk (Lower oder Southern Okanagan))

II. COLVILLE-Dialektgruppe Senp?wilx oder Nesilextcl'n oder Sanpoil-Nespelem-Dialekt Subdialekt der Sanpoil (Nesilextcl'n) (beiderseits des Columbia River von Grande Coulee bis nach Rogers Bar sowie entlang des Sanpoil Rivers flussaufwärts bis zu Republic) Subdialekt der Nespelem (beiderseits des Columbia von Grand Coulee bis östlich von Brewster) Senxwya?tpitx oder Colville (auch: Kettle)-Dialekt (nördlich von Rogers Bar beiderseits des Columbia River sowie entlang des Colville River bis zu dessen Mündung in den Columbia nahe den Kettle Falls (Shonitkwu – „lautes Wasser“) nordwärts entlang des Kettle River und des Gebiets rund um Christina Lake bei Grand Forks an der Einmündung des Granby River, Greenwood, Midway nordwärts bis zum Rock Creek sowie entlang des West Kettle River sowie des östlichen Armes des Kettle River bis zu den Monashee Mountains; der Colville (Skoyelpi)) Sn-selxcin oder (Arrow) Lakes-Dialekt (der Sinixt (Arrow Lakes Band)) S?altikwet oder Arrow Lakes-Subdialekt (von Revelstoke südwärts einschließlich des Upper und Lower Arrow Lakes, entlang des Granby River bis nach Castlegar südwärts bis nach Kettle Falls) Senickstx oder Slocan-Subdialekt (im Slocan River Valley inkl. der Selkirk Mountains bis zum südwestlichen Ufer des Kootenay Lake einschließlich des Gebiets der heutigen Nelson (k'iya'lmup genannt) südwärts bis zum Colville River Valley südlich bis ins Gebiet zwischen den Städten Addy und Chewelah im Stevens County im US-Bundesstaat Washington)

Stammesgebiet

Das traditionelle Gebiet der Okanagan (Syilx) – Nxʷɘlxʷɘltantɘt („Das, was uns Leben schenkt oder etwas zum Leben gibt“)Stammesgebiete der Okanagan (Syilx) sowie verwandter Stämme und heutige Reservate – umfasste laut der Okanagan Nation Alliance ca. 69.000 km² im Süden der Provinz British Columbia (Kanada) sowie ca. 5.568 km² im Norden des Bundesstaates Washington (USA). Es erstreckte sich im Nordwesten vom Okanagan Lake südwärts beiderseits des Okanagan Rivers im Okanagan Valley über das Becken des Similkameen River im Westen bis zur Mündung in den Columbia River. Ab der Einmündung des Okanagan erstreckte sich ihr Gebiet beiderseits des Columbia Rivers flussaufwärts nordwärts, einschließlich des Arrow Lakes, bis nahe an den Mica Creek nördlich des heutigen Revelstoke. Im Osten lebten sie entlang des Kootenay River bis zum gleichnamigen See, im Süden bis nach Wilbur in Washington.

Jedoch muss hierbei beachtet werden, wie die Anthropologin Paula Pryce in ihrem Buch: Keeping the Lakes WayPaula Pryce: Keeping the Lakes Way, University of Toronto Press, Mai 1999, ISBN 978-0802082237 über die Sinixt (Arrow Lakes Band) betont, dass deren Rechte an ihren traditionellen Stammesterritorium entlang des Columbia River, den Arrow Lakes, im Tal des Slocan River sowie Teilen des Kootenay Lake, trotz vieler historischer und archäologischer Nachweise von anderen Stämmen, die ebenfalls den Columbia als Handelsroute nutzten und somit das Sinixt-Territorium querten,Sinixt Nation – Mehrere Karten des Sinixt/Lakes-Stammesgebietes – diese Gebiete werden jedoch ebenfalls als Territorium der Okanagan von der Okanagan Nation Alliance beansprucht bestritten werden. Hierbei sind insbesondere die Westbank First Nation der Okanagan (und zugleich Mitglied der Okanagan Nation Alliance) sowie die Ktunaxa zu nennen.

Anfang des 19. Jahrhunderts zogen einige Okanagan (Syilx) unter Führung des Oberhäuptlings Pelka’mulox (in Spokane: „Rolls-over-the-earth“) auf Einladung seines Bruders, des mächtigen Häuptlings Kwa’lila, der die wirtschaftlich und militärisch bedeutendste Band der Secwepemc – die Tk’emlúps (Kamloops) – sowie einige familiär verbundene Nlaka'pamux (Thompson) anführte, westwärts in das sog. Nicola Country rund um das heutige Merritt entlang des Nicola River, eines Nebenflusses des Thompson River, an den Nicola Lake („Quilchena“), Douglas Lake („Spaxomin“) und Stump Lake (einstigen Gebieten der Secwepemc), weitere Gruppen zogen bis an die Ufer des Similkameen River, der nun ihre Grenze im Westen und Südwesten bildete.

Durch gegenseitige Heiraten entstand hierbei sowohl eine kulturell-politisch als auch eine militärisch mächtige Stammes-Allianz dreier vormals politisch separater (und teilweise feindlicher) Gruppen:

die einst Athapaskisch-sprachigen Nicola Valley / Thompson River Athapasken waren die ursprünglichen Bewohner des Nicola und Similkameen River Valley und sind daher auch als „Nicola-Similkameen“ bekannt – heute kennt man sie meist unter ihrer Scw’exmxcin/Nicola-Bezeichnung Stu’wix (auch: Stuwi’hamuq, Stuwihamuk, Stuichamukh – „Fremde“) der einst feindlichen Nlaka’pamux, die zusammen mit den Okanagan (Syilx) in ihr Gebiet eindrangen und sie bald kulturell, sprachlich sowie politisch dominierten, heute ist ihre Sprache ausgestorben und sie existieren nicht mehr als separater Stamm – es gibt jedoch Familien unter den Scw’exmx-Nlaka’pamux der Lower Nicola Indian Band und unter den Spaxomin-Okanagan der Upper Nicola First Nation, die ihre Abstammung auf die Stu’wix zurückführen; die mehrere Bands umfassenden Scw’exmx („Volk entlang der Bachläufe, d. h. des Nicola River“, abgel. von Scw’ex – „Bach, d. h. Nicola River“), eine mächtige Untergruppe sowie zugleich Dialektgruppe der Nlaka'pamux, die ins Nicola Valley gezogen war, war daher auch als Nicola bekannt – die heutige Shackan First Nation, Lower Nicola Indian Band und Coldwater Indian Band; die Spaxomin oder Spa7omin (früher: Spahomin, das h wird heute meist als 7 wiedergegeben) Band der Okanagan, lebte meist im östlichen Nicola Valley sowie rund um den namensgebenden Douglas Lake („Spaxomin“) im äußersten Nordwesten des Okanagan-Territoriums – heutige Upper Nicola First Nation; sowie die militärisch mächtige Tk’emlúps (Kamloops) Band der Secwepemc am Kamloops Lake und im Gebiet rund um die heutige Stadt Kamloops am Zusammenfluss des North Thompson Rivers und des South Thompson Rivers zum Thompson River – heutige Tk’umlups Indian Band