Trachenhöfstatt (fränkisch: HegschdadE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 181 f.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Trachenhöfstatt liegt in der Gemarkung Seitendorf.

Geografie Beim Weiler entspringt ein namenloser Bach, der sich mit einem anderen namenlosen Bach zu einem rechten Zufluss des Weißenbronner Bächleins vereinigt, der ein rechter Zufluss der Schwabach ist. Südöstlich des Orts liegt der Rompelgraben, im Südwesten das Betzenlohefeld und im Nordwesten das Waldgebiet Hölle. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Seitendorf (0,8 km nordöstlich) bzw. zur Kreisstraße AN 17 (1,6 km westlich) unmittelbar südlich von Weißenbronn.

Geschichte Der Ort wurde 1245 als „Trashouestet“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet Zu der Hofstatt des Thragobold, Thragowald, Tragulf o. ä. In dieser Urkunde wurde bestätigt, dass das Kloster Heilsbronn durch Tausch mit Konrad und Rudiger von Dietenhofen Güter im Ort erworben hatte. Ursprünglich bestand Trachenhöfstatt nur aus zwei Höfen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 282.

Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Trachenhöfstatt 2 Mannschaften verzeichnet: Beide Höfe hatten das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 15. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 739. Der Ort verödete im Dreißigjährigen Krieg.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Trachenhöfstatt 3 Anwesen. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über die drei Halbhöfe hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn. Neben den Anwesen gab es noch ein Gemeindehirtenhaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 916. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1009. Die Zahl der Anwesen blieb unverändert.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 641.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Trachenhöfstatt dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weißenbronn und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Weißenbronn zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Trachenhöfstatt in die neu gebildete Ruralgemeinde Seitendorf umgemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 in die Stadt Heilsbronn eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2016 2020Einwohner 25 37 32 32 23 21 25 32 22 20 20 19 26 26HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 3 4 5 6 6 5 5 5 Quelle

Religion Trachenhöfstatt ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Emmeram (Rohr) gepfarrt. Seit dem 9. Oktober 1821 ist die Pfarrei St. Michael (Weißenbronn) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Heilsbronn Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1245