mini|Betzendorf

Betzendorf (fränkisch: BetsndorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 48.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.

Geografie Lage Das Dorf liegt auf einem Hochplateau, das auf allen Seiten abfällt außer in Richtung Höfstetten. Es entspringt im Ort ein namenloser rechter Zufluss des Triebenbdorfer Grabens, der ein rechter Zufluss der Bibert ist. Unmittelbar südöstlich liegt das Flurgebiet Fleck. 0,5 km nordöstlich beginnen die Waldgebiete Lindach und Wolfsgrube.

Durch den Ort verläuft die Kreisstraße AN 24, die nach Bonnhof zur Staatsstraße 2410 (2,6 km südöstlich) bzw. bei Münchzell zur Staatsstraße 2246 (1,8 km nördlich) führt. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Markttriebendorf (1,2 km westlich) und nach Bürglein zur St 2410 (2 km östlich).

Gemarkung Die Gemarkung Betzendorf hat eine Fläche von 4,625 km². Sie ist in 557 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8303,79 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Markttriebendorf.

Geschichte Der Ort wurde 1249 als „Bazindorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Bazo. Im Jahre 1306 erwarb das Kloster Heilsbronn von dem Nürnberger Bürger Burkhard von Betzendorf einen Hof. In der Folgezeit erwarb das Kloster acht weitere Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 162.

Gemäß dem 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn von 1608 gab es in Betzendorf neun Mannschaften: Die sieben Bauern und zwei Köbler hatten das Kastenamt Bonnhof als Grundherrn. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 5. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 736. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die meisten Höfe in Betzendorf verwüstet. Von den neun Heilsbronner Höfen waren im Jahre 1650 sieben und 1655 fünf verödet. Nach anderen Angaben war der Ort 1650 vollkommen verödet. Vier Anwesen wurden 1665 verkauft, die übrigen Höfe blieben die nächsten Jahre unbewohnt.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Betzendorf 13 Anwesen (4 Höfe, 2 Halbhöfe, 3 Güter, 3 Häuser, 1 Schmiede, 1 Hirtenhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Bonnhof.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 101. Es gab zu dieser Zeit elf Untertanenfamilien. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg.

Im Jahre 1806 kam Betzendorf zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Betzendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bürglein und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bürglein zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Betzendorf, zu der Markttriebendorf gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Betzendorf zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929 Finanzamt Heilsbronn, seit 1929 Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 978 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,637 km².

Im Jahre 1929 erhielt Betzendorf ein eigenes Schulhaus, in dem bis 1976 die Schüler unterrichtet wurden. In den Jahren 1949 und 1950 war es das erste Dorf im Landkreis Ansbach, das die Flurbereinigung durchführte. Es wurden 411 Einzelgrundstücke zu 104 Grundstücken zusammengelegt. Am 1. Januar 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Betzendorf in die Stadt Heilsbronn eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Betzendorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 161 150 151 159 163 140 139 146 164 158 144 149 144 153 159 155 161 175 169 268 245 191 157 162HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 32 23 26 31 27 33 27 30 29 Quelle Für die Gemeinde Betzendorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von (Markt-)Triebendorf (S. 92).

Ort Betzendorf Jahr 1807 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2016 2020Einwohner 81 92 86 103 90 114 100 99 160 101 94 82 83 98 126Häuser 16 16 14 18 18 16 17 18 23 Quelle K. Rosenhauer: Der Landkreis Ansbach, 115f.

Religion Betzendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannes (Bürglein) gepfarrt. Die katholische Minderheit ist nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

betzendorf.com

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Heilsbronn Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1249 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach