mini|Eine unirdische Existenz von mir Heinrich Nüßlein (geboren 20. April 1879 in Nürnberg; gestorben 12. November 1947 in Ruhpolding) war ein deutscher Maler, Kunsthändler, Antiquar und Schriftsteller.
Leben Heinrich Nüßlein wuchs in kleinbürgerlichem Umfeld als Sohn des Feingoldschlägers Franz Ludwig Nüßlein und dessen Frau Marie, geb. Birkel, auf. Er besuchte die Volksschule und absolvierte danach eine Ausbildung in Buchdruck, Schriftsetzerei und Buchbinderei. Das anschließende Studium der Malerei an der staatlichen Kunstschule Nürnberg brach er nach einem Jahr wegen seiner schlechten Sehkraft ab. Stattdessen arbeitete er die folgenden 15 Jahre bei der Kunstanstalt Dr. Trenkler & Co., für die er unter anderem künstlerische Fotografien aufnahm. 1913 begann er, sich im Nürnberger Kunst- und Antiquitätenhandel zu engagieren. Er betätigte sich auch als Maler. Als Autodidakt entwickelte er eine eigene Technik, bei der er im Trancezustand okkulte Motive malte. Er schuf zahlreiche Werke, die unter anderem in der Londoner Alpine Club Gallery und Chester Gallery sowie im Roerich-Museum in New York ausgestellt wurden. Sie stießen bei Kunstkritikern und Medien durch ihre Eigenheit auf großes Interesse. 1923 erwarb Nüßlein das Schloss Kornburg, wo nach Renovierungsarbeiten eine rund 1000 Gemälde umfassende öffentliche Ausstellung eröffnete. Er publizierte außerdem Schriften über metaphysische, religiöse und naturwissenschaftliche Themen. Er selbst bezeichnete sich als „psychischer Maler und metaphysischer Schriftsteller“.Nüßlein, Heinrich In: Manfred H. Grieb (Hrsg.): Nürnberger Künstlerlexikon. Saur, München 2007. Zu seinen Interessen gehörte unter anderem die von Georg Anschütz angeleitete Farbe-Ton-Forschung, zu der er 1930 auf einem Kongress in Hamburg referierte. 1932 wohnte Nüßlein in Nürnberg, Königstorgraben 7. Er war mit der aus Budapest stammenden Leopoldine, geb. Schmeitzl verheiratet. Aus der Ehe ging der Sohn Wilhelm (* 1912) hervor.Nüßlein, Heinrich In: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Band 2, Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931. Während der Zeit des Nationalsozialismus galt Nüßleins künstlerisches Werk als „undeutsch“, viele seiner Gemälde wurden von der Gestapo konfisziert und vernichtet oder geraubt. kkart.de. Abgerufen am 28. November 2014.
Heute sind Werke Nüßleins unter anderem Teil der Sammlung Zander in Köln.
Auszeichnungen Professor h.c. der technischen Hochschule Paris Ehrendoktor der Universität BrüsselGottlieb Geiß: Kornburger Chronik. Mit Klein- u. Großschwarzenlohe, Neuses, Katzwang, Worzeldorf. Heimatmuseum Kornburg: Nürnberg 1983.
Ausstellungen (Auswahl)
„Where higher beings commanded, …“ - Heinrich Nüsslein & Friends, Galerie Guido W. Baudach, Berlin, Deutschland, 3/7 - 4/13/2019 Galerie Jean-Pierre Ritsch-Fisch, Strasbourg, Frankreich, 3/8/2018 – 3/28/2018 Galerie Susanne Zander, Köln, Deutschland 2/5/2002 – 3/7/2002 Obsession – Sammlung Klewan. Kestner Gesellschaft, Hannover, Deutschland, 8/18/2001 - 10/14/2001 Art spirite, médiumnique et visionnaire, messages d'outre monde. Halle-Saint-Pierre, Paris, Frankreich, 9/13/1999 – 2/27/2000 Galerie Susanne Zander, Köln, Deutschland, 9/9/1994 – 10/11/1994 Galerie Klewan, München, Deutschland, 5/3/1994 – 6/25/1994 Mediumistische Kunst. Petersen Gallery, Berlin Schulung Aryana, Riazzino, Schweitz Zurich Conservatory, Zürich, Schweiz 2/17/1946 – 3/3/1946 Les secrets de l'inspiration, Jean Charpentier Gallery, Paris, Frankreich 3/3/1932 – 4/13/1932 Salon des Tuileries, Paris, Frankreich, 1932 International Art Center of the Roerich Museum, New York, 2/1931 Hamburg Art Association, Hamburg, Deutschland 10/1/1930 – 10/5/1920 Chester Gallery, London, England Alpine Club Gallery, London, England
Werke Heinrich Nüßlein: Inspiriertes Schrifttum aus dieser und jener Welt. Nürnberg: Nüßlein 1935.
Literatur
Cynthia Thumm, Claudia Dichter: Wenn Geister malen lassen – Botschaften aus dem Zwischenreich. Herausgegeben vom Museum Charlotte Zander, f-media druck GmbH & prepress media GmbH, Bönnigheim 2004. Claudia Dichter: Outsider Art – Collection Charlotte Zander. Hrsg. von Charlotte Zander. Bönnigheim: Wachter Verlag, 1999. ISBN 3-926318-31-7.
Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 2: L–Z. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931, .
Weblinks
Kunstgeschichte: Förderpreis Nadine Müller - Magisterarbeit über Heinrich Nüßlein (PDF-Datei; 4,28 MB)
Werke von Heinrich Nüßlein
Einzelnachweise
Kategorie:Schriftsteller (Nürnberg) Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Maler (Nürnberg) Kategorie:Ehrendoktor einer Universität in Belgien Kategorie:Bayer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1879 Kategorie:Gestorben 1947 Kategorie:Mann