Egenstedt ist ein Ortsteil der Gemeinde Diekholzen im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen. Der Ort bildete bis 1974 eine eigenständige Gemeinde.
Geographie Das Dorf Egenstedt liegt fünf Kilometer östlich des Ortskerns von Diekholzen und sechs Kilometer südöstlich des Stadtkerns von Hildesheim auf einer Anhöhe über dem westlichen Ufer der Innerste. Zum Ortsteil gehört auch die Ansiedlung Röderhof.
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung von Egenstedt findet sich in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Bernward von Hildesheim, die vermutlich aus dem Jahr 996 stammt.Website der Gemeinde Diekholzen: Ortschaft Egenstedt Der Ort gehörte vor den Napoleonischen Kriegen zum Amt Marienburg im Hochstift Hildesheim. Von 1807 bis 1813 gehörte der Ort zum Kanton Salzdetfurth im Departement der Oker des napoleonischen Satellitenstaats Königreich Westphalen. 1814 fiel Egenstedt an das Königreich Hannover. Die Gemeinde gehörte dort zunächst zum Amt Steuerwald-Marienburg, ab 1844 zum Amt Hildesheim und ab 1852 zum Amt Marienburg. 1867 fiel Egenstedt mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen und gehörte dort seit 1885 zum Kreis Marienburg. Zum 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Röderhof nach Egenstedt eingemeindet. In Niedersachsen kam Egenstedt 1946 zum Landkreis Hildesheim-Marienburg. Am 1. März 1974 wurde Egenstedt Teil der Gemeinde Diekholzen im Landkreis Hildesheim.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1812 140 1845 140 1871 152 Volkszählung 1871 1910 186 1925 193 1939 215 1950 448 Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) 1961 376 1970 444 2024 524
Bau- und Naturdenkmale Die Kirche St. Nikolaus mitsamt ihren Nachbargebäuden, ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude an der Maschstraße 1, das Kriegerdenkmal am Zimmerplatz sowie die Gutsanlage Röderhof sind geschützte Baudenkmale in Egenstedt. Eine zweibeinige Buche etwa 700 m südöstlich der Heimstatt Röderhof ist ein Naturdenkmal.
Sport Der SV Egenstedt ist der ortsansässige Sportverein.Website des SV Egenstedt
Vereine Ortsansässige Vereine sind der Kulturverein Egenstedt und der Fastnachtsclub Rot-Weiß Egenstedt.Vereinsliste Diekholzen
Wirtschaft und Infrastruktur Egenstedt verfügt über eine Bushaltestelle, eine Freiwillige Feuerwehr und einen Spielplatz. Die Poststelle II, die nach der Eingemeindung nach Diekholzen die Bezeichnung Diekholzen 4 trug, wurde geschlossen.Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen (Hrsg.): Ortsverzeichnis Post. Bonn 1983, S. 701.
Zu Egenstedt gehören auch die außerhalb der Ortslage gelegene, 1950 eröffnete Gaststätte Landhaus Am SonnenbergLandhaus “Am Sonnenberg”. Abgerufen am 26. Dezember 2025. und die 1971 eröffnete Behinderteneinrichtung Heimstatt Röderhof mit der katholischen Heilig-Geist-Kirche.
Der Friedhof befindet sich in katholischer Trägerschaft, 1836 fand auf ihm die erste Beerdigung statt. Zu den dort Beigesetzten gehört die Musikerin Hanne Haller.
Verkehr Die Bundesstraße 243 führt am südlichen und die Bahnstrecke Hildesheim–Goslar am nördlichen Ortsrand von Egenstedt vorbei. Der nächstliegende Bahnhof befindet sich im Nachbarort Groß Düngen.
Literatur Cord Alphei, Jutta Finke: Egenstedt 996-1996. Hildesheim 1995. Festschrift zum 150. Kirchweihfest der St.-Nikolaus-Kirche. Pfarrkirche St. Nikolaus, Egenstedt. Bernward-Verlag, Hildesheim 1993, ISBN 3-87065-769-3. Willi Stoffers: Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 1 – Region Hildesheim. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.), Hildesheim 1992, S. 153–155.
Weblinks
Ortschaft Egenstedt (Gemeinde Diekholzen) Egenstedt, Geschichte (Kulturbüro Landkreis Hildesheim)
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Diekholzen) Kategorie:Ersterwähnung 996 Kategorie:Ort im Landkreis Hildesheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hildesheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974