Der ETTU Cup – seit der Saison 2019/20 Europe Cup – ist ein europäischer Tischtenniswettbewerb für Vereinsmannschaften. Er wird vom europäischen Tischtennisverband ETTU jährlich für Damen- und Herrenteams durchgeführt. Er ist etwa vergleichbar mit der UEFA Europa League im Fußball.DTS. 9, 1998, S. 22

Namen Der Wettbewerb wurde in der Saison 1964/65 erstmals für Herren und ein Jahr später auch für Damen ausgetragen. Damals hieß dieses Turnier Europäischer Messestädte-Pokal. Initiiert wurde diese Turnierserie vom Verein VfB Pirmasens.Zeitschrift DTS, 1964/10 Ausgabe West S. 2 1984 wurde der Wettbewerb umbenannt in ETTU Nancy Evans Cup nach der Ehegattin des ITTF-Präsidenten Roy Evans. 2005 folgte die Umbenennung in ETTU Cup, die Trophäe behielt den Namen Nancy Evans Cup. Seit 2019 heißt der Wettbewerb Europe Cup.

Den Siegerpokal wanderte von Sieger zu Sieger. Hatte ein Verein den Wettbewerb dreimal gewonnen, dann behielt er den Pokal. Der erste Pokal wurde 1965 von Karl Rheinwalt, Oberbürgermeister von Pirmasens, gestiftet. 1990 wurde dieser ersetzt durch die Bronzeplastik Tischtennisspieler des Bildhauers Hans Schröder.DTS. 6, 1990, S. 5 Einen weiteren Pokal stifteten Hans Frieder Baisch und Klaus Henges (1936–2017). Henges war bis 1998 Spielleiter dieses Wettbewerbs.DTS. 5, 1999, S. 10

Teilnehmer Jedes Mitglied der ETTU kann bis zu sechs Mannschaften melden. Diese müssen in der laufenden Saison in der höchsten nationalen Liga spielen. Automatisch teilnahmeberechtigt ist der Sieger der Vorsaison. Auch Nicht-Messestädte können antreten. Lediglich die Landesmeister und Landesvizemeister sind nicht startberechtigt.DTS.1974/9, S. 5

Der Deutsche Tischtennis-Bund DTTB nominiert auch solche Vereine, die das Halbfinale des DTTB-Pokals erreicht haben.DTS. 7, 1993, S. 12

Entwicklung Als Erster trug sich bei den Herren 1964/65 der DJK Sportbund Stuttgart in die Siegerliste ein. In den Folgejahren dominierten meist osteuropäische Teams den Wettbewerb, bei den Herren bis Ende der 1970er Jahre, bei den Damen bis Ende der 1980er Jahre. Dies führten Kenner auf die gezielte Förderung des Tischtennissports im Osten zurück, den Spielern standen optimale Trainingsmöglichkeiten und gute Trainer zur Verfügung. Später gewannen zunehmend westeuropäische Mannschaften, sehr oft deutsche, den Cup. Als Grund wird die zunehmende Professionalisierung genannt: Sponsoren wurden gewonnen, ausländische Spitzenspieler verpflichtet.

1986 beschloss der ETTU-Kongress, dass nur noch solche Mannschaften teilnehmen dürfen, die in der höchsten nationalen Spielklasse in der letzten Saison unter den ersten Sechs stehen oder in der Pokalmeisterschaft unter die ersten Vier gelangen, sofern sie nicht am Europapokal der Landesmeister teilnehmen. Zudem darf nur noch maximal ein Ausländer eingesetzt werden.Zeitschrift DTS., 1986/6 S. 24. Somit konnte jeder Verband 10 Mannschaften zum ETTU Cup melden. Dies wurde 1996 auf 6 Mannschaften reduziert.DTS. 5, 1997, S. 19 Gleichzeitig wurde das Endspiel auf den Modus Best-of-Three umgestellt: Es findet ein Hin- und Rückspiel statt; wenn jede Mannschaft einmal gewinnt wird ein Entscheidungsspiel ausgetragen. Später konnte jeder Verband die ersten sieben Teams aus der höchsten nationalen Spielklasse melden. Blieben Plätze frei, dann wurden in der Praxis auch Aufsteiger in die höchste Spielklasse zugelassen.DTS. 9, 2001, S. 6

Wissenswertes Im November 2018 musste im Mannschaftskampf der Damen zwischen Fenerbahce Spor Kulubu und TTV Lybrae Herleen das Los den Sieger ermitteln, da nach Hin- und Rückspiel nach Einzelsiegen, Sätzen und Bällen exakt Gleichstand herrschte. TTV Lybrae Herleen siegte beim Münzwurf und kam eine Runde weiter.

Siegerliste Herren