mini|hochkant|Wappen der Aspermont in der Zürcher Wappenrolle (ca. 1340) Die Herren von Aspermont waren ein mittelalterliches Schweizer Adels- und Rittergeschlecht.
Familiengeschichte Der Name Aspermont leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet „rauer Berg“. Die Adelsfamilie taucht im 12. Jahrhundert in den Urkunden auf und hatte ihren Stammsitz auf der Burg Alt-Aspermont bei Trimmis und begründeten auch die Burg Neu-Aspermont oberhalb Jenins. Von einfachen Dienstleuten des Churer Bischofs stiegen sie über wenige Generationen in den Kreis der einflussreichsten Familien Rätiens auf.
Um die Mitte des 14. Jahrhunderts verschwanden die Aspermont aus Rätien. Um 1350 verkauften die Brüder Ulrich und Eberhard die Burg an Ritter Rudolf von Rankweil aus Feldkirch. 1376 verschenkte Ulrich XI. von Aspermont, wohl der letzte des Geschlechts, das Begräbnisrecht in der Kirche von Chur an die Herren von Greifensee. Anschliessend lebte er in Dornbirn und verdeutschte den Namen Aspermont in Rhomberg. Die Aspermont waren Mitglied im Zehngerichtebund, der im heutigen Graubünden am 8. Juni 1436 gegründet wurde.
Neuzeit In Texas wurde die Ansiedlung Aspermont 1889 durch A. L. Rhomberg gegründet, der der Siedlung den Namen gab und das Land zur Verfügung stellte. Ob Rhomberg etwas mit den Herren von Aspermont zu tun hat, ist unsicher – aber durchaus denkbar.
Personen miniatur|hochkant|Wappen der Flugi von Aspermont Ulrich von Aspermont Gräfin Elisabeth von Aspermont Johannes V. Flugi von Aspermont, (Bischof von Chur 1601–1627) Johannes VI. Flugi von Aspermont (Bischof von Chur 1636–1661)
Das Geschlecht Flugi von Aspermont ist jedoch nicht verwandt mit den Herren von Aspermont. Nach deren Aussterben fiel die Herrschaft Aspermont an das Bistum Chur. Fürstbischof Johann V. vermehrte sein Wappen mit dem der Herren von Aspermont. Gleichzeitig vermehrte er seinen Namen mit dem erloschenen Geschlechtsnamen von Aspermont. Fürstbischof Johann VI. ergänzte das Wappen mit einem Herzschild, welches das Wappen der Grafen von Werdenberg-Sargans zeigt. Es handelt sich hier um eine Selbstnobilitierung, welche in Februar 1606 stattfand. Ein Adelsdiplom liegt nicht vor. Erst viel später wurde ein Nachfahre aus der Nachkommenslinie der Fürstbischöfe am 9. November 1697 durch Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Es handelt sich hier um Franz Andreas, der sich nun Franz Andreas Flugi Freiherr von Aspermont zu Knillenberg nannte. Diese Linie des Geschlechts starb um 1800 völlig verarmt aus. Die zweite Linie dieses Geschlechts teilte sich nach 1631 in 5 weitere Linien auf. Sie florieren zurzeit noch in der Schweiz, in den Niederlanden (Flugi van Aspermont), in Italien (Flugi d'Aspermonte), in Frankreich (Flouch), in Australien und in den USA. Bis auf den heutigen Tag konnte eine Verwandtschaft der noch existierenden Linien mit der Linie Knillenberg nicht nachgewiesen werden, ist aber anzunehmen. Die Flugi gehören nicht zum alten rätischen Adel – wie gerne behauptet wird –, sondern zur neuen sozialen Elite des 17. Jahrhunderts.
Burgen und Schlösser mini|Die Fürstenburg bei Burgeis Fürstenburg (Castel del Principe) Das Wappen des Fürstbischofs Johann VI. Flugi von Aspermont ist in dieser Burganlage bei Burgeis heute noch zu sehen.
Burg Fracstein →Hauptartikel: Burg Fracstein
1338 erfolgte die erste Erwähnung der Höhlenburg in Graubünden als Besitz der Herren von Aspermont.
Burg Neu-Aspermont →Hauptartikel: Burg Neu-Aspermont
Die Burg Neu-Aspermont ist eine Burgruine aus der ersten Hälfte oder Mitte des 13. Jahrhunderts auf der rechten Talseite oberhalb von Jenins im Bündner Rheintal in der Schweiz.Werner Meyer - Burgen der Schweiz - Band 3: Kanton Graubünden (deutschsprachiger und romanischer Teil). Zürich, 1983
Burg Haldenstein →Hauptartikel: Burg Haldenstein
1567 kaufte der Herr von Neu-Aspermont, Hauptmann Gregor von Hohenbalken, Haldenstein für 3200 Gulden von den Nachfolgern Castions ab.
Burgruine Castels Die Burganlage bei Luzein war m 14. Jahrhundert im Besitz Ulrichs von Aspermont. miniatur|Casti Aspermont in Sagogn Schloss Aspermont in Sagogn
Einzelnachweise
Aspermont Aspermont Kategorie:Person (Kanton Graubünden)