Die Vrije Universiteit Brussel (deutsch Freie Universität Brüssel) ist die größte niederländischsprachige Universität der belgischen Hauptstadt Brüssel.

Sie ist eine der fünf vom Flämischen Parlament offiziell anerkannten Universitäten und entstand 1970 aus der Spaltung der Université Libre de Bruxelles in einen französischsprachigen und einen niederländischsprachigen Teil. Die VUB-ULB brachten bisher fünf Nobelpreisträger hervor. Sie gilt als eine sehr auf die Forschung bedachte Universität und steht auf Rang 189 weltweit.According to the 2012 QS World University Rankings. QS Education Trust. Abgerufen am 15. August 2013. Damit ist sie in Flandern führend.

Die VUB erstreckt sich über drei verschiedene Campusse in Etterbeek (Elsene), Jette und Kaai (Anderlecht).

Geschichte Als Belgien 1830 die Unabhängigkeit erlangte, verfügte das Land über drei Reichsuniversitäten in Gent, Lüttich und Löwen, jedoch über keine Universität in der Hauptstadt. Eine Reihe führender Intellektueller – darunter Auguste Baron und Lambert Adolphe Jacques Quételet – befürworteten die Gründung einer Brüsseler Universität, doch auf staatlicher Seite stieß das Vorhaben wegen der großen finanziellen Belastung auf wenig Enthusiasmus. Als 1834 in Mechelen eine katholische Universität gegründet wurde, gab dies den liberalen Bewegungen neuen Antrieb, die eine freie Universität forderten, die unabhängig von Kirche und Staat sein solle. Auguste Baron, Mitglied der Freimaurerloge Les amis philanthropes, gelang es Pierre-Théodore Verhaegen, den Präsidenten der Loge, von dem Vorhaben zu überzeugen. Nachdem die finanzielle Grundlage durch Spenden sichergestellt war, wurde die Université Libre de Bruxelles am 20. November 1834 eröffnet. Die Anfangszeit erwies sich als schwierig für die junge Universität, die keine staatlichen Hilfen erhielt und ausschließlich auf Spenden und Studiengebühren angewiesen war.

Nachdem der Unterricht zunächst ausschließlich auf Französisch abgehalten worden war, hielt ab 1935 auch das Niederländische Einzug an der Universität. Jedoch wurden erst im Jahr 1963 an allen Fakultäten Kurse auf Niederländisch angeboten. (Stand: 18. Februar 2008) Am 1. Oktober 1969 wurde die Universität schließlich in zwei Schwesteruniversitäten aufgeteilt, die französischsprachige Université Libre de Bruxelles und die niederländischsprachige Vrije Universiteit Brussel. Mit Gesetz vom 28. Mai 1970Gesetz vom 28. Mai 1970 über die Teilung der Universitäten in Brüssel und Löwen (Stand: 18. Februar 2008) wurden die beiden Universitäten offiziell in zwei juristische Personen aufgeteilt.

Organisation mini|Campus Etterbeek Die Universität ist frei und konfessionslos. Die leitenden Positionen werden durch Wahl vom akademischen Kollegium besetzt. Jedoch erhält die Universität auch beträchtliche Zuschüsse von der flämischen Regierung, wenn auch weniger als andere flämische Universitäten. Wie an allen flämischen Universitäten sind die Studienprogramme an der VUB als Bachelorstudium und Masterstudium organisiert. Die Studiengebühren variieren, betragen für Vollzeitstudenten aus der EU jedoch in der Regel derzeit etwa 900 Euro pro Jahr. Alle Vorlesungen werden entweder auf Niederländisch oder Englisch abgehalten. Vor allem viele Masterstudiengänge werden auf Englisch angeboten.

Prinzipien Die Universität sieht sich als eine offene, tolerante und pluralistische Universität. Ihre zentralen Prinzipien beruhen auf jenen der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und den Prinzipien der freien Forschung. Das letztere wird meist durch ein Zitat des französischen Mathematiker und Philosophen Henri Poincaré unterlegt:

Campus Auf dem Hauptcampus im zentralen Stadtteil Etterbeek befinden sich sieben der acht Fakultäten. Am Institut für Europastudien und dem Brüsseler Institut für zeitgenössische China Studien (BICCS) bietet die VUB zudem weiterführende Studiengänge und Fortbildungen an. Auf dem Campus in Etterbeek befindet sich auch die Bibliothek, Computerräume sowie ein Sportzentrum und die Mensa. Die Einrichtungen der Medizin und Pharmazie sowie die Universitäts-Klinik, die UZ Brussel, befinden sich auf dem Campus im nordwestlichen Stadtteil Jette.

Es existieren acht Fakultäten: Bachelorstudiengänge Masterstudiengänge Master-Aufbauprogramme Fakultät für Wirtschaft- und Sozialwissenschaften & Solvay Business School Kommunikationswissenschaften Politikwissenschaften Soziologie Angewandte Wirtschaftswissenschaften Angewandte Wirtschaftswissenschaften: Wirtschaftsingenieur Betriebswirtschaft Business & Technology Kommunikationswissenschaften Communication Studies Management Management Science Politikwissenschaften Soziologie Angewandte Wirtschaftswissenschaften Angewandte Wirtschaftswissenschaften: Wirtschaftsingenieur Tourismus Economics of International Trade and European Integration European Integration and Development Fakultät für Medizin und Pharmazie Biomedizinische Wissenschaften Pharmazeutische Wissenschaften Medizin Biomedizinische Wissenschaften Pharmazeutische Pflege Medizin Medikamentenentwicklung Management & Politik im Gesundheitssektor Management, Pflege & Politik im Gesundheitssektor Advanced Studies in Human Ecology Arbeitsmedizin Disaster Medicine Gerontological Sciences Allgemeinmedizin Industrielle Pharmazie Jugend und Gesundheit Manuelle Therapie Spezialisierte Medizin Krankenhaus Pharmazie Krankenhaus Hygiene Fakultät für Ingenieurwissenschaften Ingenieurwissenschaften Ingenieurwissenschaften: Architektur Industrielle Wissenschaften Applied Sciences and Engineering: Applied Computer Sciences Architectural Engineering Biomedical Engineering Chemical and Materials Engineering Civil Engineering Electromechanical Engineering Electronics and Information Technology Engineering Ingenieurwissenschaften: Architektur Biomedical Engineering Maschinenbau Chemie und Material Elektronik und Informationstechnik Photonik Angewandte Informatik Maschinenbau – Elektrotechnik International Master of Science in Biomedical Engineering Photonics Engineering Physical Land Resources Photonics (Erasmus Mundus) Water Resources Engineering Nuclear Engineering Fakultät für Kunst und Philosophie Geschichte Kunstwissenschaften & Archäologie Sprach- & Literaturwissenschaften (2 Sprachenkombination) Angewandte Linguistik (1 oder 2 Sprachen) Philosophie & Ethik Geschichte Kunstwissenschaften & Archäologie Sprach- & Literaturwissenschaften (min. 1 Sprache) Übersetzung (1 oder 2 Sprachen) Dolmetschen (1 oder 2 Sprachen) Journalistik Philosophie & Ethik Linguistics and Literary studies (1 oder 2 Sprachen) American Studies Archiv-Wissenschaft : Cultural Heritage & Records Management (NL) Literaturwissenschaften Theaterwissenschaften Fakultät für Sportwissenschaften und Physiotherapie Sport & Bewegungswissenschaften Rehabilitationswissenschaften & Physiotherapie Sport & Bewegungswissenschaften Rehabilitationswissenschaften & Physiotherapie Fakultät für Psychologie & Erziehungswissenschaften Agogische Wissenschaften Psychologie Agogische Wissenschaften Pädagogik Psychologie Fakultät für Rechtswissenschaften und Kriminologie Kriminologie Rechtswissenschaften Kriminologie Rechtswissenschaften Internationales & Europäisches Recht International and European Law Notariat Sozialrecht Fakultät für Naturwissenschaften und Bio-Ingenieurwissenschaften Bio-Ingenieurwissenschaften Biologie Chemie Informatik Physik und Astronomie Geografie Mathematik Applied Sciences and Engineering: Computer Sciences Bio-Ingenieurwissenschaften: Zell- und Genbiotechnologie Bio-Ingenieurwissenschaften: Chemie & Bioprozesstechnologie Biologie Biology Biomolekulare Wissenschaften Biomolecular Sciences Chemistry Physics and Astronomy Geografie Geography Ingenieurwissenschaften: Informatik Marine and Lacustrine Science and Management (Oceans and Lakes) Molecular Biology Angewandte Informatik Urban Studies Mathematik Versicherungsmathematik

Die Fakultäten verfügen über weitreichende Autonomie hinsichtlich der Gestaltung ihres akademischen Angebots; ihre Entscheidungen müssen jedoch dem Statut der Universität entsprechen und von der Zentralverwaltung genehmigt werden.

Nobelpreisträger Henri La Fontaine (1854–1943) Jules Bordet (1870–1961) Albert Claude (1899–1983) Ilya Prigogine (1917–2003) François Englert (1932–2026)

Alumni Einige der ehemaligen Studenten waren: André Delvaux (1926–2002), belgischer Regisseur Jef Geeraerts (1930–2015), belgischer Schriftsteller Louis Tobback (* 1938), belgischer Politiker Erik Pevernagie (* 1939), belgischer Maler Barthold Kuijken (* 1949), belgischer Flötist und Dirigent Jean Bourgain (1954–2018), belgischer Mathematiker Johan Vande Lanotte (* 1955), belgischer Politiker Ingrid Daubechies (* 1954), belgische Mathematikerin und Physikerin Karel De Gucht (* 1954), belgischer Politiker Axelle Red (* 1968), belgische Sängerin Sébastien Godefroid (* 1971), flämischer Segler und Weltmeister Patrik Verstreken, belgischer Neurowissenschaftler

Weblinks

Offizielle Homepage (niederländisch und englisch) Deutsche Homepage (deutsch)

Einzelnachweise

Kategorie:Niederländischsprachige Hochschule in Belgien Bruessel Kategorie:Bildungseinrichtung in Brüssel Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1834 Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1970