mini|Zusammentreffen der Vitznau-Rigi-Bahn (links) und der Arth-Rigi-Bahn (rechts) in der Station Rigi Staffel

Die Rigi-Bahnen (RB, Eigenschreibweise: Rigi Bahnen) sind eine Eisenbahngesellschaft in der Schweiz mit Sitz in Arth. Der operative Sitz des Unternehmens befindet sich in Vitznau.

Das Unternehmen entstand 1992 durch die Fusion der Arth-Rigi-Bahn (ARB) in Arth und der Rigibahn-Gesellschaft Auf der Website der Rigi-Bahnen, 19. Mai 2016 in Vitznau, welcher die Vitznau-Rigi-Bahn (VRB) und die Luftseilbahn Weggis–Rigi Kaltbad (LWRK) gehörten. Die Rigi-Bahnen betreiben seither die beiden Normalspur-Zahnradbahnen ARB und VRB und die Luftseilbahn LWRK auf die Rigi, einen Aussichtsberg am Vierwaldstättersee. Seit Dezember 2017 betreiben die Rigi-Bahnen zudem die Luftseilbahn Kräbel–Rigi Scheidegg.

Bahnbetrieb Strecken Das Streckennetz der RB misst 15,40 km und wird von zwei Bahnlinien befahren, die dem ehemaligen Betrieb der Vitznau-Rigi-Bahn und der Arth-Rigi-Bahn entsprechen. Eine Gleisverbindung von der VRB zur ARB besteht erst seit dem 12. Juli 1990 in Rigi Staffel.Der Kampf ums Geld – oder warum zwei Bahnen auf die Rigi fahren Auf: Schweizer Radio und Fernsehen vom 7. Juni 2025

Vitznau-Rigi-Bahn

Die normalspurige Strecke der Vitznau-Rigi-Bahn misst 6,85 km und ist mit 1500 V Gleichstrom elektrifiziert. Auf der gesamten Streckenlänge kommt eine Zahnstange nach System Riggenbach zum Einsatz. Die Eigentumsstrecke von Vitznau bis Rigi Staffelhöhe, an der Grenze zwischen dem Kanton Luzern und dem Kanton Schwyz, wurde am 23. Mai 1871 eröffnet. Die Fortsetzung von der Staffelhöhe bis zum Kulm wurde hingegen durch die ARB gebaut und ab dem 27. Juni 1873 an die VRB verpachtet. Mit der Fusion der beiden Unternehmen entfiel 1992 diese Regelung.

mini|Der Bahnhof von Vitznau

Arth-Rigi-Bahn

Die normalspurige Strecke der Arth-Rigi-Bahn misst 8,55 km und ist mit 1500 V Gleichstrom elektrifiziert. Auf der gesamten Streckenlänge kommt eine Zahnstange nach System Riggenbach zum Einsatz. Die Eigentumsstrecke vom Bahnhof Arth-Goldau bis nach Rigi Kulm wurde am 4. Juni 1875 eröffnet. Die gleichzeitig als reine Adhäsionsbahn eröffnete Strecke von Arth am See bis Arth-Goldau wurde als Überland-Strassenbahn getrennt betrieben und bereits Ende August 1959 eingestellt.

Rollmaterial Die Übersichtstabelle umfasst das Rollmaterial der Rigi-Bahnen (RB) ab dem Zeitpunkt ihrer Fusion 1992. Übersichten und Erläuterungen zum Rollmaterial der Vorgängerunternehmen finden sich in den jeweiligen Artikeln zur Vitznau-Rigi-Bahn respektive Arth-Rigi-Bahn. Baureihe Hersteller Baujahr Herkunft Stückzahl Ausrangiert Fussnoten Serie Nummern total heute Lokomotiven H 1/2 7 SLM 1873 VRB 1 hist. 1 1937 historisches Fahrzeug H 2/3 16 SLM 1923 VRB 2 2 17 1925 He 2/3 8 SLM/MFO 1930 ARB 1 1 mit demontierbarer Schneeschleuder He 2/2 18 SLM/BBC 1938 VRB 1 1 Triebwagen Bhe 2/4 1–3 SLM/BBC 1937 VRB 4 2 4 1953 2022 BDhe 4/4 5 SLM/SIG/BBC 1964 VRB 1 1 BCFhe 2/3 6 SWS/SLM/MFO 1911 ARB 1 1 BDhe 2/4 7 SIG/SLM/MFO 1925 ARB 1 1 BDhe 2/4 11–12 SLM/SAAS 1949 ARB 4 4 13 1954 14 1967 BDhe 4/4 15 SLM/BBC 1982 ARB 1 1 21–22 1986 VRB 2 2 Bhe 4/6 41–43 Stadler 2021 6 6 44–46 20224 bestellt im Dezember 2025 Steuerwagen Bt 21–22 SWS/SAAS 1958 ARB 4 4 23 1960 24 1967 Bt 25 SLM/BBC 1982 ARB 1 1 31–32 1986 VRB 2 2 Vorstellwagen B 1–2 SCB 1871 VRB 2 2 B 5 SCB 1871 VRB (Um)1 1 Rückumbau aus Gk 30 B 7 SCB 1872 VRB 1 0 2022 an Gemeinde Vitznau B 8 Waggonfabrik Fribourg 1873 VRB 3 2 2022 an privat B 10–11 Salonwagen B 14 VRB 1902 VRB 1 1 B 15 ARB 1899 VRB 1 1 ex ARB (B 6), 1908 an VRB B 16 SWS 1925 VRB 1 0 2022 an Ziegelei Schumacher B 31 Waggonfabrik Fribourg 1875 ARB 4 4 32–33 34 ab 1993 Schlittelwagen C 11 ARB 1889 ARB 1 1 Offener Sommerwagen «Bambus» B 35 SIG 1899 ARB 1 1 Traktoren Ta 2/2 1 Stadler 1982 VRB (Üb)1 1 Umbau aus SBB Tm 540 Dienstwagen X 101 SCB 1871 VRB (Um)1 1 Fahrleitungsmontagewagen, 1937 aus Wagen 4 umgebaut X 102 VRB 1931 VRB 1 1 Schneepflug X 101 Waggonfabrik Fribourg 1875 ARB (Um)1 1 Fahrleitungsmontagewagen, 1920 aus Wagen 10 umgebaut X102 IGB Aarau 1875 ARB (Um)1 1 Schneepflug, 1973 aus Kkm 64 umgebaut Xrotm2 1 Raco/Beilhack/Deutz/(SWS) 1974 VRB 1 1 Schneeschleuder, auf einem ehemaligen SBB-Drehgestell aufgebaut X 105 Steck 2016 1 1 Tiefgangwagen Üb = Übernahme aus fremden Bestand (Gebrauchtfahrzeug); Um = Umbau aus eigenem Bestand

Erläuterungen zum Rollmaterial

Seilbahnen und Skigebiet

Zur Unternehmung gehören neben den beiden Zahnradbahnen ARB und VRB auch die Luftseilbahn Weggis–Rigi Kaltbad (Pendelbahn mit Kabinen für 76 Personen, 924 m Höhendifferenz) und seit Dezember 2017 die Luftseilbahn Kräbel–Rigi Scheidegg sowie mehrere Skilifte. Das Skigebiet ist in der Regel von Ende November (je nach Schneelage) bis Mitte März geöffnet.

Stationen der Rigi-Bahnen Unter Stationen der Rigi-Bahnen werden alle heutigen und früheren Haltestellen beziehungsweise Bahnhöfe der heutigen Rigi-Bahn zusammengefasst. Bis zur Fusion 1992 wurden die Stationen entweder von der Arth-Rigi-Bahn ARB (Arth, Oberarth, Arth-Goldau, Goldau A4, Kräbel, Fruttli, Klösterli, Wölfertschen-First) oder der Vitznau-Rigi-Bahn VRB (Vitznau, Mittlerschwanden, Grubisbalm, Freibergen, Romiti-Felsentor, Kaltbad, Staffelhöhe) betrieben, die Haltestellen Staffel und Kulm durch beide Bahnen gemeinsam. Weiter gab es noch die Stationen der mittlerweile zurück gebauten Rigi-Scheidegg-Bahn RSB (Kaltbad, First, Unterstetten, Unterdossen, Scheidegg). Während einige Haltestellen ursprünglich nur aus betrieblichen Gründen wie für das Auffüllen von Wasser oder als Kreuzungsstationen gebaut wurden, dienten andere von Beginn an dem Tourismus mit der bereits vorher bestehenden Hotellerie auf der Rigi.

Alle Stationen der beiden Zahnradbahnen waren zu Beginn einfache Holz- (VRB) oder auch Steinbauten (ARB). Die meisten blieben über 100 Jahre bestehen. Von den Stationen waren die prunkvollen Hotels bereits in Sichtweite, weswegen auf einen besonders detailhaften Ausbau der Stationen verzichtet wurde. Die Elektrifizierung der ARB 1906 und der VRB 1937 führte zu baulichen Veränderungen aller Stationen.

Stationen der Vitznau-Rigi-Bahn (VRB)

Vitznau RB (Talstation) mini|Station Vitznau RB kurz nach der Eröffnung 1871 Die Talstation der VRB in Vitznau führte zu einer Reorganisation des Dorfes um den neuen Bahnhof. Um die Station als Endstation führen zu können, brauchte die VRB mehr Platz, als die Gemeinde zur Verfügung stellen konnte, weshalb Enteignungen vorgenommen werden mussten. Durch die Abstimmung des Fahrplans der Zahnradbahn auf das Kursschiff und die Errichtung einer Quaimauer inklusive neuem Landungssteg wurde Vitznau nach Luzern zur zweitmeistfrequentierten Schiffsstation am Vierwaldstättersee. Die Station wurde mit seinem grossen Güterbereich und der markanten Drehscheibe rasch zu einem wichtigen Umschlagplatz, erst hauptsächlich für Holz, später auch für Schuttgüter (Verladerampe ab 1962).

Die Station wurde 1870 im Stil eines filigran verzierten Holzchalets gebaut. Die Remise hatte Platz für drei Lokomotiven, fünf Personen- sowie drei Güterwaggons; die Gleise werden über eine Drehscheibe angefahren. Ausserdem verfügte die Station über eine kleine Reparaturwerkstätte. Bereits vor der Jahrhundertwende wurde die Remise einmal (1871) und das Stationsgebäude gleich zweimal (1880er, 1890er) vergrössert. Der Wartesaal war vorerst zwecks Verpflegung verpachtet und fungierte damit zeitgleich auch als Stationsbuffet. Bereits 1872 wurde beschlossen ein eigenes Buffet neben der Station zu erstellen – das heutige Hotel Rigi-Bahn. Obwohl die Toilettenanlage neben dem Gebäude war, der Billettverkauf als eine Art Kiosk im Freien geschah und auf der Dampfschifflände eine gedeckte Halle mit einem Warteraum erstellt wurde, blieben die beengten Platzprobleme bestehen. Dies führte Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem Neubau. Das 1968 eröffnete dreigeschossige Gebäude verfügt über Dienst- und Verkaufsräume, eine geräumige Wartehalle mit Schalteranlage, ein Stationsbüro mit Handgepäck- und Güterraum, Personal- und ein Sanitätszimmer sowie eine Wohnung. Mit dem Stationsneubau wurde zeitgleich der Niveauübergang über die Kantonsstrasse aufgehoben, der der Lage im Dorfkern geschuldet war. Das ursprüngliche Perron hatte eine Steigung von 7 % und die Gleisübergänge im Dorf bestanden aus schweren Holzdeckeln, die vor jeder Zugdurchfahrt zurückgelegt werden mussten. Weiter wurde ein zweites Gleis gebaut und die Station erhielt ein Zwischenperron. Aufgrund der Zunahme des Strassenverkehrs wurde 1954 ein Parkplatz eröffnet, der bereits 1965 ausgebaut wurde und ab da Platz für 74 Autos und 6 Autobusse bot. 1981 wurde das Depot um ein 80 Meter langes, zehntes Gleis durch eine Teilaufschüttung des Sees vergrössert. 1982 wurde die ursprüngliche Drehscheibe ersetzt und um die Bahn besser warten und im Winter auftauen zu können, unter Gleis vier im Depot ein abgesenkter Revisionsstand erstellt.

Mittlerschwanden / Grubisbalm / Freibergen / Romiti-Felsentor mini|Station Romiti Felsentor 2016 Das aktuelle Haltestellengebäude Mittlerschwanden stammt von 1970. Freibergen war ursprünglich als Kreuzungs- und Wasserspeisestation gedacht. Bereits ab 1874 gab es von hier bis nach Kaltbad ein Doppelgleis. Erst 1959 wurden die Schiebebühnen durch eine Weichenanlage ersetzt, das Gebäude hingegen stammt noch aus den Anfängen. Die Station Romiti-Felsentor wurde 1873 auf Wunsch der Gemeinde Weggis erstellt. Das Haltestellengebäude stammte von der Station Kaltbad, wurde dort abgebrochen und auf Romiti-Felsentor wieder aufgebaut. Die Station Grubisbalm ist bis heute ein einfacher Holzunterstand.

Rigi Kaltbad mini|Das Bahnhofsgebäude der VRB bei Rigi Kaltbad bis 2013. Die 1871 eröffnete Station Kaltbad war zu Beginn ein einfacher Unterstand aus Holz. Nur zwei Jahre nach der Eröffnung wurde das Holzgebäude 1873 ab- und bei der Haltestelle Romiti-Felsentor wieder aufgebaut. Erst mit dem Bau der Adhäsionsbahn Rigi-Scheidegg-Bahn wurde das neue Stationsgebäude vergrössert und das quadratische Gebäude an den vier Seiten durch ein grosszügiges Vordach erweitert, das gleichzeitig als Perrondach diente. Aus Kostengründen wurde die Gleisanlage der RSB nicht vollumfänglich an die Linie der VRB angeschlossen, sondern südlich des Stationsgebäudes rechtwinklig zu den Gleisen der VRB angelegt. Die Personen mussten zum Umsteigen die Gleise überqueren. Die Wände und Holzverkleidungen der Station waren mit Holzschnitzereien verziert. 1929 wurde das Gebäude mit dem Wintereinbruch zerstört und durch ein Neubau ersetzt. 1959 wurde die Schiebebühne durch eine Weiche ersetzt. Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 2013.

Rigi Staffelhöhe Die Strecke der VRB endete ursprünglich bei der Station Rigi Staffelhöhe (Kantonsgrenze Luzern-Schwyz). Da seit dem Eisenbahngesetz von 1852 die Kantone für die Konzessionsvergabe verantwortlich waren, konnte der Kanton Luzern nur die Strecke Vitznau-Staffelhöhe bewilligen. Die Konzession für die Strecke Staffelhöhe-Kulm wurde später durch den Kanton Schwyz an die ARB vergeben. Das ursprüngliche, zweiteilige Holzgebäude der Station hatte gleisseitig ein grosses Vordach um die Gäste vor Witterung zu schützen, das Perron selbst war nicht überdacht. Neben dem Stationsgebäude gab es eine Remise für eine Zugskomposition sowie Pferdestallungen für bis zu zwölf Pferde für den Weitertransport bis zum Hotel Rigi Kulm, da dieser Teil der Bahnstrecke erst zwei Jahre später eröffnet wurde. Die Billette für den Pferdetransport wurden gemeinsam mit dem Bahnticket in Vitznau gekauft. Ausserdem wurde ein Teil des Wartesaals als Restaurant verpachtet. 1975 wurde ein Neubau eingeweiht.

Gemeinsame Stationen ARB / VRB

Rigi Staffel mini|Gleisplan Rigi Staffel mit der Kreuzungsweiche, die den Austausch von Rollmaterial seit 1990 ermöglicht.