Die Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft (ÖBR) ist als gesetzlich anerkannte Religionsgesellschaft die Vertretungskörperschaft für die in Österreich lebenden Buddhisten. Die ÖBR hat mehr als 3.000 Mitglieder. Präsident ist Gerhard Weißgrab.buddhismus-austria.at

Geschichte Der Buddhismus in Österreich geht bis um 1900 zurück; seit den 1920er Jahren ist er institutionell ansässig (Buddhistische Gesellschaft Wien, 1949 wiederbegründet). 1974 begannen langjährige Bemühungen um eine staatliche Anerkennung. 1977 wurde die Österreichische Buddhistische Union (ÖBU), als Zusammenschluss von kleinen privaten Kreisen, insbesondere aus Wien und Salzburg, gegründet. Die 1970er der Ära Kreisky waren geprägt von staatlichen Bedenken gegen das Sektenwesen, in das der Buddhismus etwa durch die Hare-Krishna-Bewegung hineingezogen wurde.Einmal Pizza Buddhista, bitte! Arbeit am Erwachen: Vor 30 Jahren, unter Bruno Kreisky, wurde die Lehre vom Mitgefühl mit allen Wesen in Österreich zur Bekenntnisreligion. Wolfgang Koch in der Standard.at, 5. April 2013, Abschnitte Organisation im Jahrzehnt des Sektenverdachts und Eidesstattliche Erklärung von 1000 Personen Das Kultusamt forderte 1978 ein – heute verschollenes – „Religionsbekenntnis“ und eine „Andachtsordnung“, 1982 ein Statut für den Dachverband, und zuletzt eine eidesstattliche Absichtserklärung, im Fall einer Anerkennung der neuen Glaubensgemeinschaft beizutreten, von zumindest 1000 Personen. Nach neunjährigen Verzögerungen kam es dann zu einer Säumnisbeschwerde beim Verwaltungsgerichtshof. Am 12. Februar 1983 wurde schlussendlich die Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft (ÖBR) gegründet und ihr der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zuerkannt, und damit der Buddhismus gesetzlich anerkannt.

Als einzige Vertretungsorganisation für den Buddhismus versteht sich diese Institution als ,Zitat und Plattform ,diverse Formulierungen wörtlich zitiert und zusammengestellt aus , buddhismus-austria.at, abgerufen am 2. Juli 2014. sodass die ÖBR die Repräsentanz dieser Weltreligion in Österreich darstellt. Es gibt aber einige Gruppen, die keine Mitglieder bei der ÖBR sind., buddhismus-austria.at

Die ÖBR verzeichnet mehr als 3000 Personen als Mitglieder.So Gerhard Weißgrab im : „über 3000 Personen … verzeichnet“. In einem war diese Zahl noch niedriger: „… wenige eingetragene Mitglieder. Wir sind knapp über 2.200 Menschen, die sich vom Religionsbekenntnis her offiziell als Buddhisten bezeichnen“. Bei der letzten Volkszählung, bei der die Religionszugehörigkeit noch erfasst wurde, 2001, bekannten sich 10.402 Menschen zum Buddhismus. Neuere Zahlen sind nicht genau bekannt, die ÖBR – die aufgrund des Verzichtes, eine Form von Kirchenbeitrag zu erheben, selbst keine exakten Zahlen hat – schätzte 2008 die Zahl der auf etwa 20.000 Menschen.W. Schandor: Eine Religion auf leisen Sohlen. In: Wiener Zeitung, 23. Februar 2008.Zur Schätzung vgl. auch Gerhard Weißgrab, Präsident der Religionsgesellschaft, im Interview, , Nina Brnada, in Wiener Zeitung (wiedergegeben auf ninabrnada.com, 22. Februar 2013), zur Frage „Wie viele Buddhisten leben derzeit in Österreich?“

Obschon der Gutteil der beteiligten Gemeinschaften den tibetischen Vajrayana-Buddhismus vertritt, wird die Kooperation in öffentlichen Angelegenheiten als musterhaft beurteilt.vgl. etwa Festrede Stadtrat Christian Oxonitsch, zur Verleihung des Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien für Eva Maria Zoepnek-Twardowski, Vizepräsidentin der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft, in Von Aufspaltungstendenzen aufgrund der geopolitischen Lage oder Spannungen in den Herkunftsländern ist – wie beispielsweise auch der Islam in Österreich – die buddhistische Religionsgemeinschaft ebenso bedroht. Die im Kontext der Tibet-Frage hochpolitische Problematik doppelter Linienhalter hat dazu geführt, dass insbesondere die Karma-Kagyü-Schule des Karmapa mit mehreren Gemeinschaften vertreten ist. Die vom Dalai Lama aufgeworfene primär theologische Frage der Shugden-Verehrung innerhalb der Gelug-Schule (Ganden-Tradition) ist der Grund, dass das einzige buddhistische Kloster in Österreich, der Letzehof in Vorarlberg, dem Dachverband nicht angehört.Koch: Einmal Pizza Buddhista, bitte! Standard.at, Abschnitt 7000 Euro Baukosten pro Toten, 3. Absatz.

Im interreligiösen Dialog spielt der Verein eine durchaus angesehene Rolle.Gerhard Weißgrab, Präsident der Religionsgesellschaft, im Interview, , Nina Brnada, in Wiener Zeitung (wiedergegeben auf ninabrnada.com, 22. Februar 2013), zur Frage „Wie gut funktioniert der Dialog der 14 Religionsgemeinschaften, die in Österreich anerkannt sind, untereinander?“ Eine staatskirchenrechtliche Sonderstellung nimmt der Buddhismus insofern ein, als er (2014) die einzige der 14 anerkannten Kirchen oder Religionsgesellschaften ist, die nicht zu den Offenbarungsreligionen (Christentum, Islam, Judentum) gehört, sondern eine Erkenntnisreligion ist, also den Gottesbegriff vermeidet.So ist es beispielsweise ein Anliegen, eine Assoziation von „Religion“ und „Gott“ in Gesetzestexten zu vermeiden. Vergl. dazu Österreich-Konvent, 5. Sitzung, Freitag, 21. November 2003, Tonbandabschrift, S. 54; konvent.gv.at (PDF; 0,5 MB); abgerufen am 2. Juni 2014. Europaweit beachtet wird die Organisation auch darum, weil sie die erste anerkannte und damit gesetzlich verfasste buddhistische Organisation Europas war (1998 folgte Portugal, 2000 Italien).Oliver Freiberger, Christoph Kleine: Buddhismus: Handbuch und kritische Einführung. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, ISBN 978-3-647-50004-1, S. 167 ().

Organisation Trägerschaft und Leitungsorgane Getragen wird die ÖBR von ihren Mitgliedsgemeinschaften, darunter buddhistische Orden, Gruppen, Zentren und andere Einrichtungen. Mitglied der ÖBR kann jede Person werden, die keiner anderen anerkannten Religionsgemeinschaft in Österreich angehört. Buddhist wird man offiziell durch die Mitteilung der Dreifachen Zufluchtnahme an die ÖBR.

Die Organe der Religionsgesellschaft sind: Sangharat: Die Vertreter dieser Mitgliedsgemeinschaften (Vertreter der buddhistischen Gemeinden, Orden, Dharmagruppen, Anstalten und Stiftungen, ca. 20) kommen mindestens viermal im Jahr im Sangharat, einem Zentralrat, zusammen, um anstehende Fragen zu besprechen und Entscheidungen zu beschließen. Er ist das größte entscheidungsbefugte Organ, hier hat jede Mitgliedsorganisation, sowie das Präsidium des ÖBG eine Stimme. Präsidium: Geführt wird die ÖBR von einem vierköpfigen Präsidium, das alle 5 Jahre von den Mitgliedern gewählt wird. Präsident seit 2006 ist der Wiener Gerhard Weißgrab. Gemeindeversammlung der Buddhistischen Gemeinden: Für die Betreuung der Mitglieder ist die Buddhistische Gemeinde Österreich zuständig. Die Gemeindeversammlung vertritt die regionalen Gemeinden, die alle Mitglieder der Religionsgesellschaft, die in der jeweiligen Region ihren ordentlichen Wohnsitz haben, umfasst. Auch deren Führungsgremium von drei Personen wird von den Mitgliedern gewählt. Die Mitgliederversammlung aller Buddhistischen Gemeinden (Vollversammlung) tritt bei Verfassungsänderungen und der Präsidiumswahl zusammen. Daneben gibt es ein Schiedsgericht, das als letzte Instanz bei Aberkennung von Rechten innerhalb der Gesellschaft angerufen werden kann.

Die ÖBR erhebt keine Kirchensteuer, sondern finanziert sich nach buddhistischer Tradition aus Spenden (Dāna).

Liste der Mitgliedsgemeinschaften (Gruppen) Org. … Organisation (Sangha) Sitz … Gemeinde, Ortschaft/Stadtteil folgende Spalte … Bundesland E. … Art der Einrichtung Gem … Buddhistische GemeindeDerzeit (2014) nur eine Gemeinde: § 7.9. Sitz der Verfassung Ord … Orden – religiöse buddhistische Gemeinschaften innerhalb einer authentischen Lehr- und Übungstradition Dha … Dharmagruppe – religiöse buddhistische Gemeinschaften, die aufgrund der besonderen kulturellen Situation des europäischen Menschen entstanden sind Sti … Stiftung – zweckgebundenes Vermögen Ans … Anstalt – Stiftungen mit Sachvermögen für das Werk § 11. Anstalten der Verfassung Seit … Gründung (und Mitgliedschaft) T. … Buddhistische Tradition TÜ … traditionsübergreifend Th … Theravada-Buddhismus Ma … Mahayana-Buddhismus Va … Vajrayana-Buddhismus Spalte Anmerkungen: sortierbar nach Herkunftsland und Tradition