hochkant=1.2|mini|Bootsmannsgruppe des Decksmeisters auf der Gorch Fock Bootsmann ist eine Funktionsbezeichnung in der Schifffahrt sowie ein Dienstgrad der Marine.

Pluralformen Der Plural von „Bootsmann“ ist laut Duden entweder „Bootsleute“ oder „Bootsmänner“. Im zivilen Sprachgebrauch ist eine leichte (aber abnehmende) Präferenz für die Form „Bootsleute“ auszumachen.Vgl. dazu In der Bundeswehr wird meist auch von „Bootsleuten“ gesprochen.

Seeschifffahrt In der historischen Seeschifffahrt war der Bootsmann verantwortlich für die Wartung und Instandhaltung der technischen Ausrüstung des Schiffs, insbesondere von Segeln, Tauwerk und Anker. Er war dem Kapitän oder dem Steuermann unterstellt und befehligte die Decksmannschaften bei allen seemannschaftlichen Aufgaben. Auf größeren Schiffen bestanden die Dienstgrade Oberbootsmann und Unterbootsmann.Bootsmann. In: J. Schult: Segler-Lexikon. S. 61.Bootsmann. In: Krünitz – Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz (1773 bis 1858)

In der Handelsmarine bezeichnet man den Vorarbeiter der Decksmannschaft als Bootsmann. In Deutschland sind Bootsleute zum Teil Handwerksmeister mit der Bezeichnung Schiffsbetriebsmeister. Auf dem Großteil der deutschen Handelsschiffe mit multinationaler Besatzung wird die Stelle als Bootsmann ohne Zertifikat besetzt.

Auch auf DDR-Handelsschiffen bestand für Matrosen mit einer nachgewiesenen Seefahrtzeit von mindestens 24 Monaten als Vollmatrose für die Leitung von Arbeiten im Decksbereich ebenfalls die Aufstiegsmöglichkeit zum Bootsmann,Eintrag „Bootsmann: auf Handelsschiffen ...“ In: Erno Wiebeck (Hrsg. und Mitautor), Wolfgang Althoff u. a. Mitautoren: BI Taschenlexikon Lexikon Schiffbau Schiffahrt. , Bibliografisches Institut Leipzig, 1. Aufl. 1980 – sowie 2. Aufl. 1982, Seite 37 - .Begriff „Bootsmann“. In: Ulrich Scharnow (Hrsg.), Lothar Uhlig, Max Oesau u. a. Mitautoren: transpress Lexikon Seefahrt. (3. Aufl. 1981), Seite 70 – . dessen Rolle an Bord in der 9-teiligen Fernsehserie Zur See durch Jürgen Zartmann anschaulich verkörpert wurde.

Reichsmarine und Kriegsmarine Ein Deckoffizier der Reichs- und Kriegsmarine im seemännischen Dienst führte den Dienstgrad Bootsmann. Äquivalente Dienstgrade anderer Verwendungsbereiche hießen Steuermann, Maschinist, Signalmeister, Feuerwerker usw.

Bundeswehr

Der Bootsmann ist einer der Dienstgrade der Bundeswehr für Marineuniformträger, vergleichbar dem Feldwebel. Gesetzliche Grundlage ist die Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten und das Soldatengesetz.

Dienstgradabzeichen

Die Dienstgradabzeichen des Bootmannes zeigen einen Winkel mit der Spitze nach oben auf beiden Unterärmeln. Ähnlich gestaltet sind die Schulterabzeichen. Die Schulterklappen sind zusätzlich mit einer geschlossenen Tresse umrandet.

Inoffizielle Verwendung als Sammelbezeichnung Inoffiziell werden die Marineuniformträger der Dienstgradgruppe Unteroffiziere mit Portepee als Bootsleutevgl. , vereinzelt auch als Bootsmänner bezeichnet. Aufgrund des inoffiziellen Charakters der Bezeichnung bleibt meist unklar, ob die einem anderen Bezeichnungsschema folgenden Dienstgrade der Offizieranwärter aus der Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee (Fähnrich zur See und Oberfähnrich zur See) ebenfalls unter diese inoffizielle Bezeichnung fallen.

Sonstiges

Die Dienstgradbezeichnung ranggleicher Luftwaffen- und Heeresuniformträger lautet Feldwebel. Hinsichtlich Befehlsgewalt, Ernennung, Sold, den nach- und übergeordneten Dienstgraden, ähnlich auch hinsichtlich der Dienststellungen sind Bootsleute und Feldwebel gleichgestellt.

Nationale Volksarmee mini|85px|Dienstgrad­abzeichen Meister

Vergleichbar mit dem Dienstgrad Bootsmann der Bundeswehr war der Dienstgrad Meister der Volksmarine. Rangniedriger war der Obermaat, ranghöher der Obermeister.

Der Bootsmann bzw. auch der Oberbootsmann war in der militärischen Seefahrt bei der Volksmarine der DDR der dienstälteste Unteroffizier des seemännischen Personals und wurde daher in seinen Laufbahnen als Maat (Dienstgrad) bezeichnet.

Russische Streitkräfte mini|85px|Dienstgrad­abzeichen eines Bootsmanns der Kaiserlich Russischen Marine Der Bozman (russisch, deutsch: Bootsmann) war bis 1917 in der Kaiserlich Russischen Marine ein Dienstgrad, der dem Feldwebel in der Kaiserlich Russischen Armee vergleichbar war. Nach der Oktoberrevolution wurde der Dienstgrad abgeschafft.

Siehe auch

Bootsmannpfeife Bootsmannsmaatknoten

Anmerkungen

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Seefahrtsberuf Kategorie:Dienstgrad für Marineuniformträger (Bundeswehr) Kategorie:Unteroffiziersdienstgrad (Marine)