mini|Max Hollein (2008) Max Hollein (* 7. Juli 1969 in Wien) ist ein österreichischer Kurator und Museumsdirektor. Seit August 2018 ist er DirektorMax Hollein wird Chef des New Yorker Metropolitan Museum, Die Welt, 10. April 2018. und seit Juli 2023 Direktor und Chief Executive OfficerMax Hollein, Director of The Metropolitan Museum of Art, to Add Chief Executive Officer Role in July 2023, Website The Metropolitain Museum of Art, abgerufen am 15. Juli 2023. des Metropolitan Museum of Art in New York City.

Leben Max Hollein wurde als Sohn der Modezeichnerin Helene Hollein und des Architekten Hans Hollein 1969 in Wien geboren. Seine Schwester ist Lilli Hollein, die Direktorin des Museum für angewandte Kunst Wien. Er studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und Kunstgeschichte an der Universität Wien. Während dieser Zeit war er unter anderem als freier Mitarbeiter der Wirtschaftsredaktion der Tageszeitung Der Standard tätig.

Nach dem Abschluss beider Studien 1994/95Max Hollein: Aktuelle Vertriebsformen im Handel mit zeitgenössischer bildender Kunst. Diplomarbeit. Wirtschaftsuniversität Wien, Wien 1994, OBV;—: Zeitgenössische Kunst während des Kunstmarktbooms. Diplomarbeit. Universität Wien, Wien 1995, OBV. erfolgte der Umzug nach New York, wo er als Projektleiter für Ausstellungen am Solomon R. Guggenheim Museum arbeitete. Von 1996 bis Ende 2000 folgte eine enge Zusammenarbeit mit Guggenheim-Direktor Thomas Krens, zunächst als „Executive Assistant to the Director“ und ab 1998 als „Chief of Staff and Manager of European Relations“ – verantwortlich für wesentliche Projekte wie etwa den Aufbau der Ausstellungshallen „Deutsche Guggenheim Berlin“ und „Guggenheim Las Vegas“, für Ausstellungstourneen, Eröffnungsaktivitäten des Guggenheim-Museum Bilbao sowie für Kontakte zu europäischen Kulturinstitutionen, Sammlern, Medien, Kuratoren und Sponsoren.

mini|Max Hollein bei der Eröffnung der Monet-Ausstellung im Städel Museum 2015 Hollein wurde 2001 Direktor der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main, auf Einladung der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth.Matthias Alexander: Die Stadt der Frau, faz.net, 27. Februar 2012. Von 2006 bis Mai 2016 war er auch Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung.

Wirken Schirn Kunsthalle Max Hollein war Direktor der Schirn Kunsthalle, die ab Oktober 2001 unter seiner künstlerischen und kaufmännischen Leitung stand, sowie seit Januar 2006 Direktor des Städels und des Liebieghauses. Zu den Höhepunkten seines Programms an der Schirn, die er national und international neu positioniert hat, zählen die Ausstellungen „Frequenzen [Hz] – Audiovisuelle Räume“, „Shopping – 100 Jahre Kunst und Konsum“,Shopping. 100 Jahre Kunst und Konsum. Deutschlandfunk, 11. Dezember 2002. „Henri Matisse: Mit der Schere zeichnen“, „Traumfabrik Kommunismus – Die visuelle Kultur der Stalinzeit“, „Yves Klein“, „Die nackte Wahrheit – Klimt, Schiele, Kokoschka und andere Skandale“, „Op Art“, „Impressionistinnen. Berthe Morisot, Mary Cassatt, Eva Gonzalès, Marie Bracquemond“, „Georges Seurat. Figur im Raum“, „Edvard Munch – Der moderne Blick“ sowie in Kooperation mit der Liebieghaus Skulpturensammlung „Jeff Koons. The Painter & The Sculptor“. Seit Jahren zählt die Schirn zu den bestbesuchten Kunstinstitutionen der Rhein-Main-Region.

Liebieghaus Die Liebieghaus Skulpturensammlung erlebte unter der Leitung von Max Hollein die größte Infrastrukturmaßnahme seit 1990: die Sammlungsbereiche vom Mittelalter bis zum Klassizismus und Ostasiens sowie das zu Studioli-Räumen umgestaltete Dachgeschoß präsentieren sich seit 2008 in einem gänzlich veränderten Farb-, Licht- und Vermittlungskonzept. Die ebenfalls 2008 gezeigte Ausstellung „Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulpturen“ wurde zu einer der erfolgreichsten Ausstellungen in der Geschichte des Liebieghauses. Ihren Abschluss fand die Neugestaltung im Frühjahr 2009 mit der Neuaufstellung des Sammlungsbereichs Antike, in den nun auch Werke des Klassizismus integriert sind, sowie der Eröffnung eines neu geschaffenen Schaudepots. Ausstellungen wie „Jean-Antoine Houdon. Die sinnliche Skulptur“ (2009), „Sahure – Tod und Leben eines großen Pharao“ (2010), „Niclaus Gerhaert. Der Bildhauer des Mittelalters“ (2010/11) sowie in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle „Jeff Koons. The Sculptor“ (2012) sorgen für einen regen zusätzlichen Publikumszulauf ins Liebieghaus.

Städel Museum Im Städel hatte Max Hollein seit Beginn seiner Tätigkeit zahlreiche neue Ausstellungsformate eingeführt: von kleinen, ausgewählten Kabinettausstellungen unter anderem zu Wilhelm Lehmbruck, Martin Kippenberger und Andrea Mantegna über die Reihe „Konstellationen“ mit Werken zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung des Städel bis zu bedeutenden Überblicksschauen wie „Gärten“, „Albrecht Dürer: Die Druckgraphiken“, „Hexenlust und Sündenfall. Die seltsamen Phantasien des Hans Baldung Grien“, „Cranach der Ältere“, „Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden“, „Ernst Ludwig Kirchner. Retrospektive“, „Beckmann&Amerika“ sowie die große, international viel beachtete Ausstellung „Botticelli“. Mit 367.000 Besuchern war sie die mit Abstand erfolgreichste Schau in der Geschichte des Städel.

Unter Max Hollein wurde auch die größte bauliche Erweiterung des Städel durchgeführt. Ende 2011 wurden die Sammlungsbereiche Alte Meister und Kunst der Moderne nach einer umfangreichen Sanierung wiedereröffnet. Im Februar 2012 wurde ein unterirdischer Erweiterungsbau – die Gartenhallen – mit zusätzlichen 3000 m² Sammlungsfläche für die Gegenwartskunst eröffnet. Im Zuge einer groß angelegten Kampagne, an der sich die Stadt Frankfurt, das Land Hessen, namhafte Firmen, Stiftungen sowie unzählige Bürger beteiligten, konnte das Städel Museum die Gesamtkosten von 52 Mio. Euro für Sanierung und Erweiterung zur Hälfte aus privaten und zur anderen Hälfte aus öffentlichen Geldern finanzieren. Durch Ankäufe und Schenkungen wird darüber hinaus der Bestand des Museums in allen Sammlungsbereichen kontinuierlich ergänzt. Unter der Führung von Max Hollein konnte das Städel Museum seinen Bestand signifikant ausbauen. Zwischen 2006 und 2012 kamen allein 1.200 Neuzugänge ins Städel.

Fine Arts Museums of San Francisco Nachdem schon früher über Verhandlungen mit anderen Häusern, etwa dem Pariser Centre Pompidou, berichtet worden war, wurde im März 2016 bekannt, dass Max Hollein nach 15 Jahren Tätigkeit in Frankfurt am Main ab Juni 2016 die Rolle des Direktors und CEOs des Fine Arts Museums of San Francisco übernimmt.Fine Arts Museums in San Francisco Picks Max Hollein as Next Directo, The New York Times, abgerufen am 21. Mai 2022 In seiner Funktion verwaltete er ein Betriebsbudget von 60 Millionen Dollar und über 500 Mitarbeiter.The Met Goes Beyond Its Doors to Pick a Leader Who Bridges Art and Technology, The New York Times, 18. April 2018 Hollein leitete in seiner Zeit umfassende Umstrukturierungen der Museumsorganisation ein und stellte mit Claudia Schmuckli die erste zeitgenössische Kuratorin der Institution ein.Claudia Schmuckli appointed curator for Fine Arts Museums, San Francisco Chronicle, 8. Juli 2018 Mit Ausstellungen von Urs Fischer, Sarah Lucas und Julian Schnabel in der Legion of Honor sowie Carsten Nicolai und Leonardo Drew, lancierte er im De Young Museum eine Initiative für zeitgenössische Kunst, die das Werk lebender Künstler mit den Gebäuden und den Sammlungen beider Häuser in Dialog bringt.The Legion goes engagingly modern, SFGATE, 21. April 2017 Im Januar 2017 gab die Institution mit der Ausstellung “Revelations: Art from the African American South”, die Erweiterung ihrer Sammlung amerikanischer Kunst durch den Erwerb von 62 Werken von 22 zeitgenössischen afroamerikanischen Künstlern bekannt. Darunter Thornton Dials Blood And Meat: Survival For the World (1992) und Lost Cows (2000-1), Joe Light's Dawn (1988), Jessie T. Pettway's Bars and String-Pierced Columns (1950er Jahre), Lonnie Holley's Him and Her Hold the Root (1994) und Joe Minter's Camel at the Watering Hole (1995).The Fine Arts Museums of San Francisco Acquires 62 Works by African American Artists from the Souls Grown Deep Foundation, Artforum. 6. Februar 2017 Hollein eröffnete Ausstellungen, wie The Brothers Le Nain: Painters of Seventeenth Century France,‘The Brothers Le Nain: Painters of Seventeenth-Century France’ Review: The First Artists’ Collective, The Wall Street Journal, abgerufen am 19. August 2022 Frank Stella: A RetrospektiveFrank Stella at the Whitney – from impassive abstraction to riotous baroque, The Guardian, abgerufen am 19. August 2022, Danny Lyon: Message to the Future, Monet: The Earl YearsMonet's early days revealed, China Daily, 24. Februar 2017 und Stuart Davis: In Full Swing,de Young Show Proves Stuart Davis Ought to be a Household Name, Kqed, abgerufen am 19. August 2022 Ed Ruscha and the Great American West oder Cult of the Machine. The Summer of Love: Art, Fashion, and Rock & Roll, war mit 270.000 Besuchern und 400.000 Online-Zugriffen, die erfolgreichste Ausstellung der letzten Jahre.The Summer of Love Experience: Art, Fashion, and Rock & Roll Closes with Record Attendance Numbers, Presseinformation des Fine Arts Museums of San Francisco, abgerufen am 19. August 2022 Mit Ausstellungen wie Teotihuacan: City of Water, City of Fire, Die Maori-Porträts: Gottfried Lindauers Neuseeland, und Zeitgenössische muslimische Moden,Muslimische Mode: Sittsamkeit mit Stil, Deutsche Welle, 20. September 2018Mediating Faith and Style: Museums Awake to Muslim Fashions, The New York Times, abgerufen am 19. August 2022. unter kuratorischer Einbeziehung muslimischer Vertreter, baute Hollein den enzyklopädischen Schwerpunkt des Programms von de Young weiter aus. Er entwickelte auch die pädagogische Arbeit der Institution weiter. U. a. durch digitale interaktive Tools zur Vorbereitung von Ausstellungen und den Bau des DeYoungster's Studio – ein Lernraum, der die Neugierde und das Verständnis von Kindern für Kunst fördert.

Metropolitan Museums of Art Im April 2018 gab das Metropolitan Museum of Art bekannt, dass Hollein sein 10. Direktor werden wird. Er setzte sich in einem Auswahlverfahren durch, zu dessen Finalisten Adam D. Weinberg, Julián Zugazagoitia, Emilie Gordenker, Timothy Rub und Taco Dibbits gehörten.Metropolitan Museum Names Max Hollein as Its New Director, The Wall Street Journal , 10. April 2018The Met Goes Beyond Its Doors, The New York Times,18. April 2018Meet Max Hollein, the Metropolitan Museum's New Director, Vogue, 16. August 2018 Zu Beginn teilte Hollein seine Vision für die gegenwärtige und künftige Rolle enzyklopädischer Museen mit und erklärte, er wolle, dass die Galerien und das Programm des Met eine Reihe von Perspektiven der Geschichte präsentieren und die Überschneidung von Kulturen untersuchen, anstatt einzelne, lineare Erzählungen zu präsentieren.New Met Director Max Hollein on How He Plans to Lead the Museum Into a More Egalitarian Future, Artnet News, 24. September 2018