Digimon (jap. Dejimon Adobenchā), auch bekannt als Digimon Adventure, ist eine Anime-Fernsehserie aus dem Jahr 1999, die zum Digimon-Franchise gehört. Der Anime wurde vom Studio Tōei Animation produziert und in Japan und mehreren anderen Staaten im Fernsehen ausgestrahlt, darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er lässt sich unter anderem in die Genres Shōnen, Abenteuer, Action und Science Fiction einordnen.
Das Konzept der Serie basiert auf dem 1997 erdachten Spiel Digimon. Dabei geht es um den Kampf zwischen verschiedenen Monstern. Die eigentliche Handlung wurde hingegen speziell für den Anime entwickelt und erst anschließend wiederum in nachfolgende Spiele übernommen. Der Kurzfilm Digimon Adventure, der die Vorgeschichte zur Serie erzählt, startete einen Tag vor der Serienpremiere in den japanischen Kinos. Die Serie Digimon 02 ist die direkte Fortsetzung zu Digimon und spielt drei Jahre nach den Ereignissen. Deren Handlung wird wiederum von der Filmreihe Digimon Adventure tri. fortgesetzt und mit dem Film Digimon Adventure: Last Evolution Kizuna inhaltlich abgeschlossen. Weitere Abenteuer sind in kurzen und mittellangen Filmen zu sehen, die parallel zu den beiden Serien veröffentlicht wurden. Der Abschlussfilm wurde mit fünf Kurzfilmen begleitet, die mit Crowdfunding finanziert wurden.
Mitte Januar 2020 erklärte Tōei Animation, dass es die Serie unter dem Titel Digimon Adventure: neu erzählen wolle. So solle sich die Handlung deutlich von der aus 1999 abheben, im Jahr 2020 angesiedelt sein und mit den gleichen Protagonisten dargestellt werden.Digimon: Neue Anime-Serie katapultiert euch zurück in eure Kindheit; moviepilot.de, vom 20. Januar 2020, abgerufen am 21. Januar 2020 Die Erstausstrahlung lief mit Unterbrechungen von April 2020 bis September 2021 auf Fuji TV.
Grundsätzliches Welt Die digitale Welt (Digiwelt) ist eine Parallelwelt, die unabhängig vom Internet aus Daten im Inneren der Kommunikationsnetzwerke der Erde entstanden ist und in der die Digimon, eine Art künstliche Lebensformen, zuhause sind. Viele Orte in der digitalen Welt sind nach Computerprogrammen und Hardware benannt, so heißen zwei bekannte Kontinente der Digiwelt „Folder“ und „Server“. Auf der „File-Insel“ befindet sich die Stadt des Ewigen Anfangs und von dort wird das Gefüge der Digiwelt zusammengehalten. Die nördlichen, südlichen, östlichen und westlichen Regionen der digitalen Welt werden von je einem von vier heiligen Tieren (, Shiseijū) repräsentiert, also Digimon, die das Wohlergehen der Digiwelt sicherstellen.
Der Übergang organischen Lebens in die Digiwelt erfolgt vollständig. Das bedeutet, dass Körper und Geist sowie Kleidung und Gepäck – also alles, was am Körper getragen wird – aus der Menschenwelt und umgekehrt übertragen werden, sodass in der ausreisenden Welt nichts verbleibt. Dies gilt auch für die Digimon, die wie die Menschen sich in beiden Welten aufhalten können. Konsequenterweise bedeutet das Erleiden von Verletzungen oder der Tod, dass dies auch für die jeweils andere Welt gilt. Ein festes Schema zur Reise zwischen den Welten existiert nicht. Während der Handlung finden insgesamt sechs Übergänge statt, der nur einmal, und das durch ein Ritual, erzwungen wird.Vgl. Episode 28, „Sesam öffne dich“
Die Zeitverhältnisse sind bis zum Ende der Handlung zwischen der Menschen- und Digiwelt asynchron. Als Faustformel gilt, dass eine Minute in der Menschenwelt einem Tag in der Digiwelt entspricht. Umgekehrt vergehen bei einer Minute in der Digiwelt ca. 42 Millisekunden in der Menschenwelt. Entsprechend macht ein Tag in der Menschenwelt mehrere Jahre in der Digiwelt aus. Diese Asynchronität ist hervorgerufen durch das Digimon Apocalymon.
Digimon und Technik Obwohl Digimon durch digitale Ströme, das Internet und damit Elektrizität entstanden sind, weisen sie sonst alle Merkmale eines organischen Lebewesens auf; jedoch sind sie nicht in der Lage, sich fortzupflanzen. An der Evolutionstheorie orientierend ergeben sich für den Lebensweg der Digimon grobe Parallelen: Zwar altern Digimon nicht, bleiben aber, nachdem sie eine bestimmte Entwicklungsstufe erreicht haben, in der Regel auf dieser stehen und erweitern damit ihre Fähigkeiten und Stärke. Diese Entwicklungen strecken sich allerdings nicht über Generationen, sondern passieren durch sogenannte Digitationen (jap. 進化 Shinka) innerhalb eines Lebenszyklus. Als gesichert gilt, dass der Lebensweg eines Digimon in fast allen Fällen gleich verläuft, bis es die letzte Digitation vollendet hat. Allerdings gilt das nicht für jedes Digimon derselben Art, da nur eine vergleichsweise sehr geringe Zahl Digimon auf dem Baby-Level existieren. Beispielsweise kann ein Pabumon, aus dem ein Motimon und anschließend ein Tentomon – das Izzy begleitet – entsteht, einen völlig anderen Entwicklungsverlauf annehmen. Weiterhin ist es möglich, dass das Pabumon, das im Ultra-Level MegaKabuterimon annimmt, in seinen drei Leveln davor andere Digitationen als Izzys Digimon durchlaufen hat. Digitationen können auch erzwungen werden, was aber ausschließlich durch Technik möglich ist. Eine Digitation unter Zwang kann dazu führen, dass der vorgesehene Digitationsverlauf unterbrochen und so die Wahrscheinlichkeit stark erhöht wird, dass das betroffene Digimon eine bösartige Form annimmt.
Die folgenden annehmbaren Level sind:
Baby (, Yōnenki I, Baby I) Ausbildung (, Yōnenki II, Baby II) Rookie (, Seichōki, Kind bzw. Wachstumsphase) Champion (, Seijukuki, Erwachsen bzw. Reifephase) Ultra (, Kanzentai, Perfekt bzw. Vollkommen) Mega (, Kyūkyokutai, Ultimativ bzw. Final)
Ein durch Altersschwäche oder anderer anatomischer Gründe resultierender Tod von Digimon ist nicht bekannt. Es wird jedoch angedeutet, dass verschiedene Arten von Digimon durch die allgemeine Evolution ausgestorben seien und die Digiwelt hätten verlassen müssen in eine Sphäre der Ewigen Dunkelheit, in der sie weiter existieren.Vgl. Episode 53, „Ein neuer Feind“ Ob dies für ausschließlich alle so betroffenen Digimon gilt, ist nicht geklärt. Neben dem Artensterben ist es ausschließlich möglich, einem Digimon schwere Gewalt anzutun, damit es stirbt. Solche Digimon lösen sich in Daten auf und sind damit indirekt unsterblich, da auch ihr Gedächtnis nicht gelöscht wird. Ihre Daten werden automatisch zur Stadt des Ewigen Anfangs überführt, materialisieren sich dort und wandeln sich in sogenannte Digieier um und werden nach einer nicht festgelegten Zeit wiedergeboren. Dies gilt allerdings nur für die in der Digiwelt gestorbenen Digimon. Lassen sie in der Menschenwelt ihr Leben, verbleiben ihre Seelen dort oder lösen sich unwiderruflich auf.
Weiterhin sind fast alle bekannten Digimon einem der Typen Datei, Serum, Virus zuordenbar. Auch angegeben ist der unbekannte Typus. Hierbei ist nicht geklärt, ob der Typus des Digimon entweder nicht bekannt ist oder sich tatsächlich keinem der drei zuordnen lässt. Dabei gelten Datei-Digimon meist neutral und Serum-Digimon grundsätzlich gutartig, während Virus-Digimon in der Regel als aggressiv und teils auch von Grund auf böse verstanden werden. Wie bereits beschrieben, können auch durch äußere Einflüsse die Charakter der Digimon manipuliert werden, sodass ihr Wesen sich zum Bösen wandelt.
Jeder der acht menschlichen Hauptcharaktere hat ein Digimon als Partner und besitzt ein Digivice, das dazu dient, dessen Gefühle auf den Digimon-Partner zu lenken. So digitieren die Partner-Digimon viel schneller als herkömmliche, allerdings können sie ihr Level nur für kurze Zeit halten, bevor sie wieder auf das Ausbildungs-, Rookie- oder Champion-Level zurückfallen. Im Verlauf der Serie führen die Digimon der Hauptcharaktere folgende Digitationen aus:
Digitation (進化 Shinka, Evolution) Bei der normalen Digitation steigt das Digimon vom Baby- zum Ausbildungs-, von diesem zum Rookie- oder von letzterem zum Champion-Level auf. Für die ersten beiden Digitationen spielen nur die Zeit und die körperliche Verfassung des Digimons eine Rolle. Um das Champion-Level zu erreichen, muss sich hingegen der menschliche Partner in Gefahr befinden oder beide müssen große Entschlossenheit besitzen.
Ultra-Digitation (超進化 Chō Shinka, Super-Evolution) Um vom Champion- auf das Ultra-Level digitieren zu können, benötigt das Digimon die Kraft eines Wappens, welche die Hauptcharaktere im Laufe der Serie finden und von denen je eines einem Digiritter zugeordnet ist. Außerdem muss das Gefühl, das das jeweilige Wappen symbolisiert, bei Mensch und Digimon sehr stark sein.
Warp-Digitation (ワープ進化 Wāpu Shinka, Warp-Evolution) Bei der Warp-Digitation vom Rookie- auf das Mega-Level werden das Champion- und das Ultra-Level übersprungen. Genau wie bei der Ultra-Digitation wird auch bei der Warp-Digitation ein Wappen benötigt. Allerdings muss zusätzlich eine alte Prophezeiung erfüllt werden, um dem Digimon die Warp-Digitation zu ermöglichen (s. Handlung). Später ersetzt diese Digitation bei den Charakteren, die sie durchführen können, zumeist die Ultra-Digitation.
Vorgeschichte Einige Jahre vor Beginn der Handlung tritt das bösartige Digimon Apocalymon von jenseits der Feuerwand (Firewall) in Erscheinung. Seine Anwesenheit gilt als so stark, dass das Gefüge der Digiwelt zum ersten Mal in seinen Grundfesten erschüttert worden ist. Die Zeit vergeht seitdem deutlich schneller als in der realen Welt. Die Digimon sind gemeinsam nicht in der Lage, sich Apocalymon zu stellen. Um den Feind zu besiegen, werden daher fünf Menschenkinder in die Digiwelt gebracht, die Digimon-Partner erhalten, sich Apocalymon stellen und es bezwingen. Nachdem die Macht der Finsternis besiegt worden ist, wird die Legende der Digiritter (, Erabareshi Kodomo, Auserwählte Kinder) in der ganzen Digiwelt bekannt. Eine Weissagung verspricht seitdem, dass eine neue Generation auserwählter Kinder komme, wenn die Digiwelt sich wieder in Not befinde.
Im Jahre 1995 tauchten in Hikarigaoka, einem Stadtteil im Tokioter Bezirk Nerima, die zwei Digimon Greymon und Parrotmon auf. Beide kämpften auf offener Straße gegeneinander und verwüsten Teile des Viertels. Die Kinder, die die Schlacht damals miterlebten, wurden von der Digiwelt aus gesehen und deren körperliche Daten von einer unbekannten Aura – die sich erst später als Homeostasis herausstellt – erfasst. In der Hoffnung, die Prophezeiung würde sich erfüllen, schuf diese unbekannte Macht die Digivices und bereitete alles auf die Ankunft der Kinder vor.
Handlung Die erzählte Zeit sind die Tage vom 1. bis zum 3. August 1999 in der Menschenwelt. Die Kinder Tai Yagami, Matt Ishida, sein kleiner Bruder T.K. Takaishi, Sora Takenouchi, Izzy Izumi, Joe Kido und Mimi Tachikawa sind gemeinsam im Sommercamp. Auf der ganzen Welt herrschen in dieser Jahresmitte heftige Wetterextreme, von starken Schneefällen über starke Regenfälle bis hin zu großer Hitze. Plötzlich beginnt es auch im Sommercamp heftig zu schneien, vor den Kindern erscheinen Digivices und sie werden in die Digiwelt transportiert. Dort landen sie auf der File-Insel, wo jeder sein Partner-Digimon trifft. Kurz darauf werden sie von Kuwagamon, einem riesigen Käferdigimon, attackiert. Mit Hilfe der Digivices können sich ihre Partner-Digimon weiterentwickeln und den Feind besiegen. Sie erkunden gemeinsam die File-Insel und versuchen, einen Weg zurück in die Menschenwelt zu finden. Überall begegnen sie Digimon, die durch schwarze Zahnräder kontrolliert werden. Diese wurden von Devimon geschaffen, dessen Plan es ist, die gesamte Digiwelt zu übernehmen. Schließlich kann Devimon von der Weiterentwicklung von T.K.s Digimon (Patamon wird zu Angemon) besiegt werden, das daraufhin aber stirbt und wieder zu einem Digi-Ei wird.