Star Wars Galaxies: An Empire Divided (von Fans auch SWG oder Galaxies genannt) war ein MMORPG für Microsoft Windows, das im Universum der Star-Wars-Saga von George Lucas angesiedelt war. Es wurde von Sony Online Entertainment (zunächst als Verant Interactive) in Zusammenarbeit mit LucasArts entwickelt. Hauptverantwortlich für das Spieldesign als Creative Director war Raph Koster. Als Produzent trat Haden Blackman auf.
Das Spiel wurde am 15. Dezember 2011, etwa eine Woche vor dem Start des MMOs Star Wars: The Old Republic, abgeschaltet.
Spielprinzip Wie in allen MMORPGs üblich, sind alle Bestandteile des Spiels möglichen Veränderungen unterworfen. Star Wars Galaxies nimmt seinen Platz in der Storyline zwischen Episode IV: Eine neue Hoffnung und Episode V: Das Imperium schlägt zurück ein, doch wurden im Laufe der Zeit auch Elemente aus den Prequel-Episoden implementiert.
Die Spielwelt des Grundspiels besteht aus zehn Planeten, die sowohl in den Filmen als auch im Erweiterten Universum vorkommen: Tatooine, Naboo, Corellia, Yavin IV, Talus, Rori, Lok, Dathomir, Dantooine und dem Waldmond Endor. Zwei der drei erschienenen Erweiterungen haben zusätzlich die Planeten Kashyyyk und Mustafar eingeführt.
Die Planeten bestehen zumeist aus einem landschaftlichen Thema (z. B. Wüste für Tatooine) auf dem einige, in der Architektur jedoch identische, Städte platziert wurden. Die übrige Fläche wird mittels eines dynamischen Spawn-Systems mit beweglichen Gegnern (MOBs) bevölkert. Hinzu kommen einige wenige Sehenswürdigkeiten (POIs) und vereinzelte Dungeons, zumeist in Gestalt von Höhlen. Freie Flächen können von Spielern zum Bau von Häusern und Spielerstädten genutzt werden (siehe unten).
Der Spieler kann insgesamt acht Avatare, aber maximal zwei pro Server erstellen, mit denen er sich durch die Spielwelt bewegt. Der Avatar kann dabei männlichen oder weiblichen Geschlechts sein und einer von zehn Spezies (ohne Erweiterung acht) angehören. Zur Auswahl stehen: Bothaner, Mensch, Mon Calamari, Rodianer, Trandoshaner, Twi’lek, Wookiee, Zabrak und mit der Erweiterung Jump To Lightspeed zusätzlich noch Sullustaner und Ithorianer.
Außerdem kann jeder Avatar einen von neun Berufen (aus anderen Rollenspielen auch als Klassen bekannt) ausüben. Es stehen zur Verfügung: Bounty Hunter, Commando, Entertainer, Force Sensitive (Jedi), Medic, Officer, Smuggler, Spy und Trader, der sich in vier Unterklassen aufteilt (Domestic Goods, Engineering, Munitions, Structures). Zusätzlich kann jeder Avatar optional die Berufe Politician, Beast Master und/oder Pilot erlernen.
Mit dem Expertise System, welches im Laufe des Jahres 2006 eingeführt wurde, kann der Spieler die Fähigkeiten des Avatars während des Spiels differenzieren und aus jeweils zwei Fähigkeitsbereichen pro Profession passende Fertigkeiten auswählen oder vorhandene Fertigkeiten verbessern. Der Avatar wird wie in MMORPGs üblich während des Spiels stärker und verbessert seine Fähigkeitswerte über XP (Experience Points, Erfahrungspunkte), dabei steigt er in Levels auf. Das Levelmaximum beträgt Level 90.
Als grundlegendes Spielprinzip kann der Spieler die Planeten besiedeln, Gegenstände herstellen, Missionen von NSCs absolvieren, MOBs bekämpfen, Haustiere züchten oder im PVP gegen andere Spieler antreten. Dabei kann der Spieler den Level des Avataren durch das Sammeln von XP verbessern und Auszeichnungen (sog. Badges) für das Besuchen bestimmter Orte oder das Erledigen bestimmter Aufgaben sammeln. Zusätzlich kann der Spieler mit einem Raumjäger (etwa TIE-Fighter oder X-Wing) im Weltraum PVE oder PVP betreiben. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl an Gegenständen, die der Spieler z. B. als Dekoration für das Haus des Avatars sammeln kann.
Das Kampfsystem läuft anders als in den meisten MMORPG seit NGE nicht mehr rundenbasiert ab. Zunächst wurde das System in der Art geändert, dass per Point & Click (ähnlich Ego-Shootern) angegriffen und Fertigkeiten eingesetzt wurden. Dabei musste der Spieler das Ziel mit einem Fadenkreuz anvisieren und mittels der Maustaste wurden einzelne Angriffe gestartet. Durch die massiven Proteste der Spieler wurde das System nochmals Mitte 2006 geändert, sodass es nun nicht mehr erforderlich ist, das Ziel manuell im Fadenkreuz zu halten (zu zielen) um Angriffe zu starten. Das manuelle Zielen ist allerdings weiterhin – optional – möglich und mit einem leichten Bonus in der Wirkung belegt.
Missionssystem Mit der Einführung der NGE (New Game Enhancements) wurde auch ein umfangreiches Missionskonzept in das Spiel integriert. Mittels eines speziellen Quest-Interfaces sieht der Spieler vor dem Akzeptieren einer Mission genau, was er zu tun hat und welche Belohnungen (Erfahrung, Gegenstände, Geld) ihm winken. Außerdem wird angezeigt, ob der Schwierigkeitsgrad der Mission dem Level des Avatars angemessen ist. In der Community existieren umfangreiche Listen, auf denen abzulesen ist, für welchen Avatar-Level welche Missionen geeignet sind.Content by combat levels, SWG-Wiki bei Wikia
Während einer Mission wird der Spieler teilweise mit neuen Wegpunkten und mit Funkmeldungen der Missions-Auftraggeber zu den einzelnen Etappen der Aufgabe geführt. Mithilfe dieser Quests und der dadurch erworbenen Erfahrungspunkte können Spieler es schaffen, einen Großteil des Weges zur höchsten Charakterstufe (Level 90) hinter sich zu bringen. Im Verlauf der Missionen kann man vielen der aus den Star-Wars-Filmen und -Romanen bekannten Figuren (u. a. Darth Vader oder Luke Skywalker) begegnen.
Viele Missionen können nur von kleinen oder größeren Gruppen bewältigt werden. Es gibt aber auch Missionen, die allein bewältigt werden können oder die dem Spieler in Form eines Tutorials bestimmte Aspekte von Star Wars Galaxies erklären sollen.
Heroic Encounter Bei diesen Begegnungen trifft eine Gruppe von Spielern auf einen oder mehrere sehr starke NPC-Gegner. Die Gegner sind meist bekannte Figuren aus dem erweiterten Star-Wars-Universum. Die Kämpfe sind von relativ hohem Schwierigkeitsgrad und erfordern gut geplantes, taktisches Vorgehen. Sie finden in abgeschlossenen Instanzen statt. Beispiele sind die Abwehr eines Angriffs von Tusken-Räubern auf die Stadt Mos Espa oder ein Kampf gegen Exar Kun.
Als Belohnung für eine erfolgreich abgeschlossene Instanz winken zum Teil sehr wertvolle Gegenstände, Spieler-Titel oder andere Auszeichnungen.
Collection System Spieler können die unterschiedlichsten Sammlungen vervollständigen, um dafür Belohnungen zu erhalten. Belohnungen sind zum Beispiel wertvolle, seltene Gegenstände oder besondere Titel. Die Collections ersetzen bzw. erweitern das bisher bestehende Badge-System.
Es existieren Sammlungen für Das Besiegen bestimmter Mengen von Gegnern Das Finden bestimmter Gegenstände Das erfolgreiche Abschließen von Heroic Encountern Das erfolgreiche Abschließen bestimmter Missionen oder Quests Das Besuchen besonderer Orte
Besonderheiten des User Interface Direkt in die Bedienoberfläche des Spiels integriert sind ein rudimentärer, auf Firefox basierender Webbrowser und ein mit TeamSpeak vergleichbarer Sprach-Chat.
Individualisierung von Avataren Trotz der weiter unten genannten Kritikpunkte gibt es immer noch Aspekte des Spiels, die sich positiv vor Konkurrenzprodukten abheben. Unabhängig von der gewählten Rasse, dem Geschlecht und dem Beruf bzw. den Expertise-Einstellungen gibt es weitere Möglichkeiten, seinen Avatar zu individualisieren.
Aussehen Bei der Erstellung des Avatars, bestimmt der Spieler Rasse, Geschlecht und Aussehen seines Avatars. Später im Spiel besteht die Möglichkeit, das Aussehen noch weiter anzupassen. Die Entertainer-Berufsklasse im Spiel hat die Möglichkeit (wie ein mächtiger Schönheits-Chirurg), das Äußere der Avatare nach Wünschen des Spielers komplett zu verändern. Dabei steht eine noch größere Palette an Merkmalen zur Verfügung, als bei der initialen Gestaltung des Avatars.
Geschlecht und Rasse können nicht nachträglich verändert werden. Der Name der Spielfigur kann seit 2009 im Mindestabstand von 90 Tagen geändert werden.Sony Online Entertainment: . 2. Juni 2009. Abgerufen am 18. April 2010.
Background des Avatars Avatare können durch besondere Leistungen, wie das besiegen starker Gegner oder das erfolgreiche abschließen von Missionen, Abzeichen sammeln. Außerdem kann der Spieler eine umfangreiche Hintergrundgeschichte über seinen Avatar verfassen.
Kleidung Kleidung für den Avatar gibt es in 18 Kategorien (Hemd, Hose, Overall, Robe usw.). Für jede Kategorie gibt es zwischen fünf und 30 unterschiedliche Arten (z. B. von Hosen). Diese Arten können jeweils fast beliebig eingefärbt werden. Das hat zur Folge, dass nur in seltenen Fällen ein Avatar aussieht wie ein anderer.
Spielerhäuser und -städte Jeder Spieler kann, das nötige Spielgeld vorausgesetzt, für seinen Avatar Häuser erwerben. Diese werden von Spielern der Structure-Trader-Klasse erstellt und unterscheiden sich primär in Baustil und Größe. Sie können fast beliebig auf sieben der zwölf Planeten platziert werden, wobei bestimmte Baustile auf ausgewählte Planeten beschränkt sind. Für die Inneneinrichtung steht eine breite Palette an Einrichtungsgegenständen (diverse Farben und Formen von Tischen, Stühlen, Couches, Schränke, Leuchten, Bilder usw.) zur Verfügung. Neben den Möbeln und anderen Dekorationsobjekten lassen sich auch nahezu alle anderen im Spiel erhältlichen Gegenstände im Haus ablegen und dort frei im Raum positionieren. So gleicht kaum ein Haus dem anderen, zumindest was die Inneneinrichtung angeht.
Spielern ist es außerdem möglich, sich zusammenzuschließen und Spielerstädte zu gründen. Diese erhalten mit zunehmender Anzahl der dort lebenden Einwohner verschiedene Boni sowie zusätzliche Stadtdekorationen und Gebäude wie etwa Bars, Krankenhäuser oder Raumfähren-Landeplätze für eine bessere Verkehrsanbindung. Zwischen den Einwohnern einer Stadt finden regelmäßige Wahlen zum Bürgermeister statt, der die Rechte zur Platzierung von Gebäuden besitzt und andere Einstellungen wie etwa Steuern festlegen kann.
Da die Häuser nach der Schließung eines Accounts (bei der dieser nur ruht und nicht gelöscht wird) nicht automatisch verschwinden, sind die Planeten teilweise sehr stark bebaut. Um Platz für Häuser neuer Spieler und neue Städte zu machen, wurden deshalb im Jahr 2007 und erneut im März 2009 die Häuser von länger inaktiven Accounts von den Betreibern des Spieles zum Abriss durch die anderen Spieler freigegeben und so aus der Spielwelt entfernt. Die Häuser und sämtliche darin befindlichen Gegenstände wurden hierbei nicht gelöscht, sondern ins Inventar des Spielers gelegt, so dass sie bei nächster Gelegenheit an einer freien Stelle wieder aufgebaut werden können. Ab dem Mai 2009 werden außerdem Häuser in Spielerstädten zum Abriss freigegeben, deren Besitzer sich seit mehr als 90 Tagen nicht mehr ins Spiel eingeloggt haben.Massively.com: . 15. März 2009.
Entwicklungsgeschichte
Galaxies wurde am 26. Juni 2003 in den USA mit eigenen Ost- und Westküsten-Servern veröffentlicht. Am 7. November 2003 folgten der europäische Verkauf und europäische Server. Der Client war identisch, und Avatare konnten unabhängig von der Version auf allen verfügbaren Servern erstellt werden. Eine lokalisierte japanische Version wurde am 23. Dezember 2004 von Electronic Arts Japan veröffentlicht. Das Spiel ist bis auf übersetzte, gedruckte Anleitungen und die lokalisierten japanischen Servern ausschließlich auf Englisch gehalten.
Star Wars Galaxies wurde insgesamt über eine Million Mal verkauft. Die Abonnementenzahl stieg jedoch nur auf etwa 300.000 in der Jahresmitte 2003. Dieses Ergebnis wurde noch einmal im Juli 2004 erreicht, sank insgesamt jedoch nach inoffiziellen Quellen bis Juli 2006 kontinuierlich ab. Die japanischen Server wurden bereits ein Jahr nach deren Eröffnung, im Dezember 2004, wieder geschlossen und die bestehenden Benutzerkonten auf europäische oder US-Server transferiert.