Lore Stefanek (geboren 1943 in Bratislava) ist eine österreichische Theaterschauspielerin und Theaterregisseurin.
Leben Nach dem Abitur absolvierte Lore Stefanek 1961 bis 1964 ein Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Agenturprofil bei der Agentur Magnolia, abgerufen am 21. Oktober 2021 Von 1961 bis 1964 war sie am Landestheater Linz engagiert, von 1966 bis 1968 am Stadttheater Pforzheim. 1968 erhielt sie ein Engagement an den Städtischen Bühnen Heidelberg, wo sie bis 1970 blieb. 1970 bis 1972 war sie am Staatstheater Braunschweig und am Staatstheater Darmstadt verpflichtet.
1972 bis 1979 war sie Mitglied im Ensemble des Schauspiels Frankfurt, unter anderem in Edward Bonds Stücken Lear (1972) und Die See (1974), sowie als Frau John in Die Ratten (1973), Jokaste in König Ödipus und Ismene in Antigone (jeweils 1979). 1979 gab sie auch ihr Regiedebüt mit Jean Genets Die Zofen.
Von 1979 bis 1984 stand sie am Schauspielhaus Bochum unter Vertrag. Seit 1984 ist sie freischaffende Schauspielerin und Regisseurin. Sie inszenierte unter anderem am Theater in Freiburg im Breisgau, am Theater Oberhausen, dem Maxim-Gorki-Theater, für die Freie Volksbühne Berlin sowie am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.
1989 war Stefanek in Darmstadt bei ihrer Uraufführung von Gerlind Reinshagens Tanz, Marie! selbst in der Titelrolle zu sehen. Im Fernsehen erschien sie in der Regel nur im Rahmen von Theaterübertragungen. Ihre Mitwirkung in dem Kriminalfilm Schnelles Geld (Der lange Schatten eines Morgens) blieb eine Ausnahme. Von 1993 bis 2001 war sie Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin.Lore Stefanek Theater in der Josefstadt, abgerufen am 24. September 2021
In Elfriede Jelineks Stück „Winterreise“ spielte sie im September 2011 die Hauptrolle im Bockenheimer Depot der Städtischen Bühnen Frankfurt in Frankfurt am Main.Zeit, Liebe, Kunst, und allenthalben droht der Tod in: FAZ vom 17. September 2011, Seite 54
2021 war sie in den Stücken „Der Deutsche Mittagstisch“ und „Der König stirbt“ unter der Regie von Claus Peymann im Theater in der Josefstadt in Wien zu sehen. Mit „Leben und Sterben in Wien“ und „Biedermann und die Brandstifter“ folgten weitere Engagements am Theater in der Josefstadt. Hier spielt sie seit 2025 unter der Regie von Andrea Breth die Rolle der Sekretärin des Nazi-Propagandaministers Goebbels, Brunhilde Pomsel, in „Ein deutsches Leben“, wofür Stefanek von der Theaterkritik hoch gelobt wird.
Im Februar 2021 war Lore Stefanek Teil der Initiative #ActOut im SZ-Magazin, zusammen mit 184 anderen lesbischen, schwulen, bisexuellen, queeren, intergeschlechtlichen und transgender Personen aus dem Bereich der darstellenden Künste.
Filmografie 1970: Fräulein Julie 1981: Die Heilige Johanna der Schlachthöfe 1981: Schnelles Geld 1982: Hohn der Angst 2006: Hedda Gabler 2019: Ein starkes Team – Eiskalt (Fernsehreihe) 2020: Frühling – Keine Angst vorm Leben (Fernsehreihe) 2020: Ein Sommer an der Moldau (Fernsehfilm) 2020: Der Usedom-Krimi: Schmerzgrenze 2023: Schlamassel
Hörspiele 1969: Herbert W. Franke: Zarathustra kehrt zurück – Regie: Andreas Weber-Schäfer 2013: E. M. Cioran: Vom Nachteil, geboren zu sein – Regie: Kai Grehn (Hörspiel – SWR)
Auszeichnungen Deutscher Schauspielpreis 2024: Auszeichnung in der Kategorie Schauspieler in einer dramatischen Nebenrolle für „Schlamassel“
Literatur C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 672.
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