Der Wahlkreis Lübeck (Wahlkreis 11) ist ein Bundestagswahlkreis in Schleswig-Holstein. Er umfasst die Hansestadt Lübeck sowie vom Kreis Herzogtum Lauenburg das Amt Berkenthin und die Gemeinden Grinau, Groß Boden, Groß Schenkenberg, Klinkrade, Labenz, Linau, Lüchow, Sandesneben, Schiphorst, Schönberg, Schürensöhlen, Siebenbäumen, Sirksfelde, Steinhorst, Stubben und Wentorf aus dem Amt Sandesneben-Nusse. Von 1969 bis 2013 sowie in den Jahren 2021 und 2025 gewann der jeweilige Kandidat der SPD den Wahlkreis. 2017 hatte die Kandidatin der CDU, Claudia Schmidtke, das Direktmandat gewonnen; ihr folgte 2021 und 2025 Tim Klüssendorf (SPD).

Wahlkreisgeschichte Wahl Wahlkreisname Gebietsbeschreibung 1949–1953 9 Lübeck Hansestadt Lübeck ohne die Stimmbezirke 28, 30–33, 35–42, 52–55, 57–59, 140–143 und 151–161Wahlgesetz zum zweiten Bundestag vom 8. Juli 1953, Bundesgesetzblatt 1953 Teil I, S. 470 1957–1961 9 Lübeck Hansestadt Lübeck ohne die Stimmbezirke 26, 28–33, 35–43, 45–49, 52–57, 145–148, 150–153, 155, 156, 158 und 160Bundeswahlgesetz vom 7. Mai 1956, Bundesgesetzblatt 1956 Teil I, S. 383 1965–1998 11 Lübeck Hansestadt Lübeck 2002–2005 11 Lübeck Hansestadt Lübeck, vom Kreis Herzogtum Lauenburg die Ämter Berkenthin und Sandesneben seit 2009 11 Lübeck Hansestadt Lübeck, vom Kreis Herzogtum Lauenburg das Amt Berkenthin sowie vom Amt Sandesneben-Nusse die Gemeinden Grinau, Groß Boden, Groß Schenkenberg, Klinkrade, Labenz, Linau, Lüchow, Sandesneben, Schiphorst, Schönberg, Schürensöhlen, Siebenbäumen, Sirksfelde, Steinhorst, Stubben und Wentorf

Wahlkreisabgeordnete Wahl Abgeordneter Partei Stimmenin % 1949 35,8 1953 42,3 1957 52,3 1961 43,5 1965 47,7 1969 49,9 1972 58,8 1976 54,1 1980 55,7 1983 48,6 1987 46,3 1990 43,1 1994 45,7 1998 51,3 2002 50,8 2005 49,7 2009 36,7 2013 40,7 2017 35,3 2021 34,1 2025 28,1

Wahlergebnisse Bundestagswahl 2025

Bei der Bundestagswahl 2025 trat Tim Klüssendorf, der seit 2021 dem Bundestag angehört hatte, auf Platz 1 der Landesliste der SPD und als Direktkandidat im Wahlkreis an.Neumünster: Spitzenkandidat der Nord-SPD ist Tim Klüssendorf. In: NDR.de. 7. Dezember 2024, abgerufen am 6. März 2025. Er wurde als Direktkandidat gewählt; für Bruno Hönel (B90/Die Grünen) aus Lübeck reichte der sechste Platz auf der Landesliste seiner Partei in dieser Wahl nicht für eine zweite Amtszeit. An seiner Stelle wurde die AfD-Direktkandidatin im Wahlkreis, Kerstin Przygodda aus Malente (Kreis Ostholstein), mit Platz 4 auf der AfD-Landesliste gewählt. Sie war zuvor seit 2017 in Berlin Referentin des AfD-Abgeordneten Martin Reichardt gewesen.Kai Dordowsky: AfD-Politikerin aus Malente vertritt Lübeck im Bundestag. In: LN-online. 5. März 2025, abgerufen am 6. März 2025.

Bundestagswahl 2021

+Direktkandidat(in)ParteiErststimmen in %Zweitstimmen in %Claudia SchmidtkeCDU21,317,6Tim KlüssendorfSPD34,430,7Heike StegemannFDP7,110,2Bruno HönelGRÜNE22,123,0David JennichesAfD6,46,6Emil TankacheyevDIE LINKE3,24,6Alexander SchachtDie PARTEI1,71,0Gregor VohtFREIE WÄHLER1,31,0 - NPD -0,1 - ÖDP -0,1Lüder MöllerMLPD0,20,1Uta Kemper dieBasis1,21,2Wilfried Emil Link DKP0,10,0Jennifer Wobusa du.0,20,1Lutz NielsenLKR0,10,1 - Die Humanisten -0,2 - Tierschutzpartei -1,1 - SSW -1,3 - Team Todenhöfer -0,5Fabio Sanchez Copano Volt0,60,4 - V-Partei³ -0,1 Thorsten Kerkhoff Einzelbewerber0,2 -

Bei der Wahl 2021 holte sich die SPD mit Tim Klüssendorf das Mandat im Wahlkreis Lübeck von der CDU zurück, das die Herzchirurgin Claudia Schmidtke für eine Legislaturperiode innegehabt hatte. Klüssendorf, Referent des Lübecker Bürgermeisters Jan Lindenau, erzielte mit 34,4 Prozent der abgegebenen Erststimmen einen deutlichen Vorsprung vor Schmidtke mit 21,2 Prozent. Noch vor ihr lag der Psychologe Bruno Hönel (Bündis 90/Die Grünen) mit 22,1 Prozent. Mit dem 6. Platz auf der Landesliste seiner Partei zog auch er in den Bundestag ein. Damit war Lübeck mit zwei Abgeordneten vertreten.

Bundestagswahl 2017

mini|Briefwahlunterlagen der Wahl am 24. September 2017 Die CDU nominierte die Herzchirurgin Claudia Schmidtke, die sich im Dezember 2016 in einer Kampfkandidatur gegen den Lübecker Bürgerschaftsabgeordneten Burkhart Eymer durchgesetzt hatte.Kai Dordowsky: Die Quereinsteigerin. In: ln-online. 21. September 2017, abgerufen am 25. September 2017. Schmidtke war nach zwei Jahren CDU-Mitgliedschaft angetreten, um „nach fünf Jahrzehnten […] der SPD das Direktmandat abzunehmen“. Gabriele Hiller-Ohm (SPD) scheiterte bei ihrer fünften Kandidatur um das Direktmandat, zog aber über die SPD-Landesliste erneut in den Bundestag ein.

Sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen kam Bündnis 90/Die Grünen auf den dritten Platz. Ihr Kandidat Thorsten Fürter hatte auf Wahlkampf im Internet gesetzt.Josephine von Zastrow: In: ln-online. 25. September 2017 Die Linke hatte ihren Kreisvorsitzenden Sascha Luetkens nominiert. Er konnte jedoch nicht zur Wahl antreten, weil beim Einreichen der Wahlunterlagen das Formblatt für den Kandidatenvorschlag der Partei fehlte.

Direktkandidat(in) Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in % Claudia Schmidtke CDU 35,3 29,5 Gabriele Hiller-Ohm SPD 33,8 25,4 Thorsten Fürter GRÜNE 13,0 12,8 Timo Jeguschke FDP 6,5 10,9 - DIE LINKE - 9,4 Hans-Eberhard Knust AfD 8,6 8,9 - NPD - 0,3 Ingo Voht FREIE WÄHLER 2,0 0,8 Lüder Möller MLPD 0,7 0,1 - BGE - 0,4 - ÖDP - 0,2 - Die PARTEI - 1,4

Bundestagswahl 2013

Die SPD nominierte im Februar 2013 die bisherige Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm.Torsten Teichmann: Klares Ja zu Hiller-Ohm. In: ln-online. 2. Februar 2013, abgerufen am 21. Februar 2013. Alexandra Dinges-Dierig wurde im Oktober 2012 von der Lübecker CDU ohne Gegenkandidaten und mit 89,2 Prozent der Stimmen zur Direktkandidatin gewählt. Sie wurde über einen aussichtsreichen Landeslistenplatz abgesichert.

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in % Gabriele Hiller-Ohm SPD 40,7 34,1 Alexandra Dinges-Dierig CDU 36,4 34,3 Gerrit Koch FDP 2,4 4,8 Spyridon Aslanidis GRÜNE 7,7 11,1 Jens Schulz LINKE 5,4 6,5 Moritz von Allwörden PIRATEN 2,3 2,4 Thomas Misch Freie Wähler 0,9 0,6 Christoph Elfenkämper AfD 3,4 4,3 Kai Otzen NPD 0,8 0,8 Rentner - 0,3 MLPD - 0,1 Tierschutzpartei - 0,7

Bundestagswahl 2009

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in % Gabriele Hiller-Ohm SPD 36,7 30,2 Anke Eymer CDU 30,3 27,2 Wilhelm Melchers FDP 11,0 14,2 Volker Koß GRÜNE 11,6 13,8 Sascha Thomas LINKE 9,1 9,9 Thomas Wulff NPD 1,3 1,2 — PIRATEN — 2,5 — RENTNER — 1,0

Weblinks Strukturdaten des Wahlkreises Lübeck (Stand 2009)

Einzelnachweise

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