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Zailach (fränkisch: ZailaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 209. Dort folgendermaßen transkribiert: „tsailə“ bzw. „tsaila“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Zailach liegt in der Gemarkung Lehrberg.
Geografie Durch das Dorf fließt der Zailacher Bach und am Weihergraben, der dort als rechter Zufluss in den Zailacher Bach mündet. Der Bach wird 1458 als Zeilbach erstmals namentlich erwähnt. 0,75 km südlich erhebt sich der Aubühl (), 1 km östlich der Geißbuck (). 0,5 km nördlich liegt die Flur Fichtenleiten, im Osten die Teilranken und die Hub.
Unmittelbar nördlich von Zailach verläuft die Staatsstraße 2250. Sie führt zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 13 bei Lehrberg (1,3 km östlich) bzw. an Häslabronn vorbei nach Colmberg (5 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Hürbel am Rangen (1,8 km südöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1300 als „Zilawe“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort leitet sich von „zîl“ ab (mhd. für Dorn, Busch, Gesträuch), das Grundwort von „ouwe, owe“ (mhd. für von Wasser umflossenes Land). Ob sich der Ortsname vom Namen des Baches oder der Name des Baches sich vom Ortsnamen ableitet, ist unklar.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 209. Eine weitere Erwähnung datiert aus dem Jahr 1424 in einer Tauschurkunde, in der vermerkt ist, dass ein gewisser Konrad Posse zu Flachslanden seinen burggräflichen Lehnshof in Zailach gegen Güter des Stifts St. Gumbert eingetauscht hat. Erst 1504 wird die heutige Form „Zeilach“ belegt.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Zailach ähnlich wie viele andere Ortschaften schwer verwüstet und erblühte erst wieder ab 1642 durch den Zuzug von protestantischen Exulanten aus Österreich.K. Rosenhauer (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach, S. 214.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Zailach 27 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (21 Anwesen), das Stiftsamt Ansbach (2), die Pfarrei Jochsberg (1), der Bürgermeister und Rat zu Ansbach (1), ein Herr Flechtner (2) und der Geheime Secretarius Prenner (1). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 4504. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 695.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Zailach 20 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Hofkastenamt: 2 Höfe, 1 Dreiviertelhof, 4 Halbhöfe, 2 Güter, 5 Köblergüter, 2 Schmieden, 1 Wirtschaft; Stiftsamt Ansbach: 1 Hof, 1 Gut; Vogtamt Jochsberg: 1 Pfarrgut). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 934f. Es gab zu dieser Zeit 22 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 516. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach. Während der Napoleonischen Feldzüge geriet die Gemeinde in große Schulden, die durch die Truppendurchzüge und Einquartierungen entstanden.
1806 kam Zailach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Zailach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gräfenbuch und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Gräfenbuch zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 13. September 1827 wurde Zailach nach Lehrberg umgemeindet. Am 16. August 1840 wurde die Bildung der Ruralgemeinde Zailach genehmigt,M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 949. zu der Hürbel am Rangen, Schmalenbach und Schmalenbacher Mühle gehörten. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt). Ab 1862 gehörte Zailach zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ansbach, von 1870 bis 1879 war das Stadt- und Landgericht Ansbach zuständig, seit 1880 ist es das Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1017f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,942 km².
Noch vor dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Gemeinde Zailach einen beachtlichen Aufschwung, so dass beispielsweise bereits 1927 in Hürbel eine Wasserleitung gebaut werden konnte. Am 1. Januar 1972 wurde Zailach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Lehrberg eingegliedert.
Baudenkmäler Haus Nr. 6: Eingeschossiges, massives Wohnstallhaus, 18. Jahrhundert; Fachwerkscheune mit Krüppelwalm, 18. Jahrhundert Haus Nr. 15: Eingeschossiges Wohnstallhaus, Zwerchhaus mit Fachwerkobergeschoss, frühes 19. Jahrhundert Haus Nr. 17: Türsturz, 1782.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Zailach Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 244 259 241 260 260 265 263 276 272 268 270 272 263 263 248 249 241 218 401 383 337 218 205HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 44 43 45 44 46 42 43 41 Quelle Im Historischen Gemeindeverzeichnis 235 Einwohner für die Gesamtgemeinde.
Ort Zailach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008Einwohner 115 132 139 136 144 136 115 196 122 119 113 90Häuser 23 15 26 25 23 24 23 25 Quelle
Religion Zailach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Margaretha (Lehrberg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.
Literatur
Weblinks
Inoffizielle Homepage von Zailach
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1300 Kategorie:Gemeindegründung 1840 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971