mini|Haus Nr. 8: ehemaliges Amtshaus mini|Haus Nr. 16: Gasthof zum Löwen mini|hochkant|Ziehbrunnen
Neudorf (fränkisch: Naidorf) ist ein Gemeindeteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Neudorf hat eine Fläche von 5,818 km². Sie ist in 435 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 13.375,85 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Dietenholz, Neudietenholz und Walburgswinden.
Geografie Nordwestlich des Dorfes entspringt der Altbach, ein linker Zufluss der Bibert. Südwestlich liegt der Wasenweiher, der den Stolzgraben speist, einen linken Zufluss der Bibert. Westlich des Ortes liegt die Flur Röthen, nordwestlich der Hornsteiggraben, 0,5 km östlich das Hackenfeld, 0,5 km südwestlich das Sandfeld. 0,5 km südlich befindet sich das Gewerbegebiet von Dietenhofen.
Um den Ort verläuft die Staatsstraße 2245, die nach Seubersdorf (4,5 km östlich) bzw. nach Rothenhof (5 km nordwestlich) führt. Die Kreisstraße AN 11/NEA 18 nach Dietenhofen (2,1 km südlich) bzw. nach Hirschneuses (2,5 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Leonrod zur Kreisstraße AN 24 (1,4 km südlich).
Geschichte Der Ort wurde 1297 als „Nuwendorfelin“ erstmals urkundlich erwähnt. Dem Bestimmungswort des Ortsnamens („Neu-“) nach zu schließen, handelt es sich um eine Spätsiedlung, die um diese Zeit entstanden ist. Seit 1398 gehörte Neudorf zur Herrschaft Leonrod. Die Familie von Leonrod errichtete unter anderem eine Kapelle und eine Zehntscheune.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 113f. Nachdem die Leonroder im 17. Jahrhundert vergeblich versucht hatten, wieder einen katholischen Gottesdienst in Neudorf abzuhalten, wurde die Kapelle als Getreidespeicher genutzt und später zu einem Wohnhaus umgebaut. 1887 wurde das Haus zum Teil abgebrochen und 1952 zu einer Scheune umgebaut. Eine Mauerecke der alten Kapelle blieb erhalten.J. Kollar: Markt Dietenhofen, S. 166 f.
Im Jahre 1718 gab es im Ort sechs brandenburg-bayreuthische Untertansfamilien.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 114.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Neudorf 12 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Dietenhofen. Grundherren waren das Kastenamt Dietenhofen (1 Wirtshaus, 2 Höfe, 1 Halbhof, 3 Güter, 1 Tropfhaus, 1 halber Schafhof) und das Rittergut Neudorf (1 Meierhof, 1 Halbhof, 1 halber Schafhof).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 115. Das Rittergut Neudorf gehörte zu dieser Zeit den Freiherren von Leonrod und war dem Ritterkanton Altmühl steuerbar. Neben den 3 Anwesen in Neudorf war es noch Grundherr in Adelmannsdorf (3 Anwesen), Dietenhofen (2), Ebersdorf (3), Götteldorf (7), Hornsegen (5), Lenkersheim (1), Leonrod (1), Muggenhof (5), Neuses (1), Vincenzenbronn (2) und Zautendorf (10).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 73.
Von 1797 bis 1810 unterstand Neudorf dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. 1810 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hirschneuses und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Hirschneuses zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Neudorf, zu der Dietenholz, Neudietenholz und Walburgswinden gehörten.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 224. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Drei Anwesen unterstanden bis 1833 dem Patrimonialgericht Neudorf.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 204. Ab 1862 gehörte Neudorf zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Fürth, seit 1972: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,830 km².
Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Januar 1972 in den Markt Dietenhofen eingegliedert.
Baudenkmäler Zu Haus Nr. 1: Stadel des 18. Jahrhunderts, Fachwerkgiebel zu zwei Dachgeschossen mit rundbogigen Ladeluken und K-Streben.R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 122. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 8: ehemaliges Amtshaus, zweigeschossiger Massivbau, Hausteingliederungen, 18. Jahrhundert Haus Nr. 16: Gasthof zum Löwen, zweigeschossiger Massivbau, 17./18. Jahrhundert Brunnen: Ziehbrunnen, Zeltdach, wohl 16. Jahrhundert
Einwohnerentwicklung Gemeinde Neudorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 152 199 191 197 201 175 172 169 162 158 141 141 128 128 138 139 133 136 133 184 180 170 123 132HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 26 29 27 27 27 28 20 23 24 Quelle Für die Gemeinde Neudorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Dietenholz (S. 18), Neudietenholz (S. 62) und Walburgswinden (S. 99).
Ort Neudorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2005 2013Einwohner 109 144 149 114 118 93 96 144 90 94 122 107 112Häuser 18 20 18 19 14 16 18 24 Quelle auf: dietenhofen.de
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Andreas (Dietenhofen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Michael (Wilhermsdorf) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Dietenhofen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1297 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach