Wadern ist eine saarländische Stadt im Landkreis Merzig-Wadern zwischen Saarbrücken und Trier. Sie ist flächenmäßig mit 111 Quadratkilometern nach Saarbrücken und St. Wendel die drittgrößte Stadt des Saarlandes. Die Stadt Wadern gliedert sich in 13 Stadtteile. Insgesamt gehören zur Kommune 24 Dörfer. Die Stadt liegt im moselfränkischen Sprachraum.

Geographie Lage Die Stadt Wadern liegt in der nördlichsten Landschaft des Saarlandes, dem so genannten „Hunsrückvorland“. Diese Landschaft bildet den Übergang zwischen dem Saar-Nahe-Bergland und dem Hunsrück. Die Nordgrenze des Hunsrückvorlandes verläuft über den Kamm des Schwarzwälder Hochwaldes und ist gleichzeitig die Grenze zu Rheinland-Pfalz. Die Waderner Stadtteile Steinberg und Wadrilltal liegen an den steileren Hängen des Hochwald-Kammes, während sich die anderen Stadtteile am Rande einer lang gestreckten Niederung (Losheimer-Waderner Becken) befinden, die ringsum von Hügeln umrandet wird. Hauptfluss der Stadt ist die Prims mit den Einmündungen von Wadrill, Lösterbach und Losheimer Bach. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Springkopf (529 Meter) im Stadtteil Wadrilltal. Die Stadt Wadern weist eine Fläche von 111 km² auf. Sie ist damit – in Bezug auf die Fläche – die drittgrößte Gemeinde im Saarland. 43,7 Prozent des Stadtgebiets werden landwirtschaftlich genutzt, auf 42,9 Prozent befindet sich Wald. Die Böden bestehen vorwiegend aus Sand und Rotliegendem.

Ausdehnung des Stadtgebiets Die längste Ausdehnung des Stadtgebiets liegt mit 18,6 km zwischen den Ortschaften Wadrill und Nunkirchen. Die Nord-Süd-Achse weist eine Entfernung von 14,6 km auf, die Ost-West-Achse von 11,5 km.

Nachbargemeinden Im Norden grenzt die Stadt Wadern an die Verbandsgemeinden Saarburg-Kell und Hermeskeil (beide im Landkreis Trier-Saarburg, Rheinland-Pfalz), im Nord-Osten an die Gemeinde Nonnweiler (Landkreis Sankt Wendel), im Süd-Osten an die Gemeinde Tholey (Landkreis Sankt Wendel), im Süden an die Gemeinde Schmelz (Landkreis Saarlouis) und im Westen an die Gemeinde Losheim am See und die Gemeinde Weiskirchen (Landkreis Merzig-Wadern).

Stadtgliederung Die Stadt Wadern gliedert sich in 13 Gemeindebezirke bzw. Stadtteile (Stand 31. Dezember 2025):Stadt Wadern: Zahlen, Daten, Fakten (Stand 31. Dezember 2025) Stadtteil zugehörende Orte Einwohner Fläche Bardenbach Bardenbach, Biel 910 453 ha Büschfeld Büschfeld, Überlosheim, Vogelsbüsch (teilweise) 1245 966 ha Dagstuhl Buttnich, Dagstuhl 314 329 ha Krettnich   522 559 ha Lockweiler Altland, Lockweiler, Nuhweiler, Vogelsbüsch (teilweise) 1471 1336 ha Löstertal Buweiler, Kostenbach, Oberlöstern, Rathen 1260 1626 ha Morscholz   891 636 ha Noswendel Batschweiler, Noswendel, Noswendelroth 1218 730 ha Nunkirchen Münchweiler, Nunkirchen 2549 1344 ha Steinberg   951 463 ha Wadern Niederlöstern, Wadern 2328 567 ha Wadrilltal Gehweiler, Reidelbach, Wadrill 1994 1635 ha Wedern 249 458 haStadt Wadern   15.902 11.117 ha     rand|300px|Die 14 Stadtteile der Stadt Wadern Die Stadtverwaltung hat ihren Sitz im Stadtteil Wadern.

Stadtstruktur Die Stadt Wadern ist eine Flächenstadt, deren 13 Stadtteile sich zum Teil räumlich deutlich voneinander getrennt, zum Teil auch recht verdichtet über das gesamte Stadtgebiet erstrecken. Eng zusammenhängende Siedlungs- bzw. Nutzflächen finden sich zwischen Bardenbach und Büschfeld, zwischen Wadern, Dagstuhl und Wedern, zwischen Gehweiler und Wadrill, zwischen Krettnich und Lockweiler sowie zwischen Morscholz und Steinberg. Charakteristisch für das gesamte Siedlungsgebiet ist die Einbindung der meisten Orte in die Hügel- und Tallandschaften des Saar-Nahe-Berglands. Die Lage am Fuße des Schwarzwälder Hochwalds lässt sich anschaulich von Nunkirchen, dem südlichsten Stadtteil, aus überblicken. Während in den Stadtteilen Lockweiler und Büschfeld die Industriestruktur das Ortsbild prägt, dominiert in den Stadtteilen Nunkirchen und Wadern der Dienstleistungssektor – mit Geschäften, mittelständischen Handwerksbetrieben und kleinteiligeren Gewerbeansiedlungen. Auch in den übrigen Stadtteilen sind mittelständische Betriebe und Dienstleistungsanbieter zu finden, allerdings überwiegt hier der Wohnortcharakter mehr als in den Stadtteilen Wadern, Nunkirchen und Lockweiler. Strukturdaten: Die Stadt Wadern nimmt eine Fläche von 111 km² ein, darunter Gebäude- und Freiflächen mit 6,8 %, Verkehrsflächen mit 4,1 %, Landwirtschaftsfläche mit 43,7 % und Waldfläche mit 42,9 %. Insgesamt wohnen zum Stichtag in Wadern 15.983 Einwohner. Das bedeutet pro km² 144 Bewohner. 7.841 Bewohner sind männlich, 8.142 weiblich. Der Ausländeranteil liegt bei 3,9 %. Im Jahre 2012 standen 110 Geburten für die Gesamtstadt 175 Sterbefällen gegenüber. 563 Personen wechselten ihren Wohnsitz nach Wadern, 643 verließen die Stadt.Daten aus 2012, Basis Zensus 2011, abgerufen am 25. April 2015.

Klima mini|Niederschlagsdiagramm Der Jahresniederschlag beträgt 1114 mm. Damit liegt er im oberen Drittel der bundesweiten Mess-Stellen des Deutschen Wetterdienstes. Über 90 % weisen niedrigere Werte auf. Der trockenste Monat ist der April; am häufigsten regnet es im Dezember. Im niederschlagsreichsten Monat fällt etwa 1,9 Mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagsschwankungen liegen im oberen Zehntel.

Geschichte Vor- und Frühgeschichte Zwar deuten einige Einzelfunde, wie etwa einzelne Steinbeile sowie ein bronzezeitlicher Grabhügel in Nunkirchen, bereits auf eine vorgeschichtliche Besiedelung der Region hin, doch mehren sich erst für den Zeitraum ab etwa 1.000 v. Chr. aussagekräftige Funde und Befunde. S. 23–29 (abgerufen am 17. März 2015). Dabei finden sich auf den Höhen des Hochwalds vor allem ab der frühkeltischen Eisenzeit zahlreiche aufwändige Bestattungen unter Grabhügeln, die auf das Vorhandensein einer reichen keltischen Oberschicht mit Handelskontakten bis in den Mittelmeerraum hinweisen. Im Stadtgebiet Wadern sind hier die im 5./4. vorchristlichen Jahrhundert entlang einer antiken Wegeführung angelegten neun Grabhügel mit mehreren reich ausgestatteten Beisetzungen bei Gehweiler zu nennen.Reinhard, Walter: Wadern – Gehweiler, MZG (SL): Grabhügelgruppe. In: J. Biel, S. Rieckhoff (Hrsg.): Die Kelten in Deutschland 2001, S. 480–481.

Aus spätkeltischer Zeit hingegen stammen die Bestattungen bei Lockweiler (1. Jh. v. Chr.), an denen sich das gewandelte Totenritual ablesen lässt, da die Verstorbenen hier verbrannt und in Gräbern ohne Überhügelung beigesetzt wurden. Zu den archäologischen Quellen tritt in dieser Zeit auch eine genauere schriftliche Beschreibung der hier ansässigen Menschen sowie ihrer Sitten und Gebräuche durch den römischen Feldherrn Gaius Iulius Caesar. In seiner Beschreibung der römischen Eroberung der Region 58–51/50 v. Chr. („Commentarii de Bello Gallico“) bezeichnet er die Einheimischen als „Treverer“, die den römischen Invasoren lange erbitterten Widerstand entgegensetzten, bevor es den Eroberern gelang, die letzten Aufständischen niederzuwerfen. Diese aus römischer Perspektive überlieferten Ereignisse spiegeln sich in der Entdeckung eines römischen Militärlagers wider, das zur Zeit des Gallischen Krieges bei Hermeskeil in unmittelbarer Nähe zu der als „Hunnenring“ bekannten keltischen Höhensiedlung auf dem Dollberg bei Otzenhausen angelegt wurde.

Durch die Eingliederung Galliens in das Römische Reich und den Ausbau des Straßennetzes wurden nicht nur eine Vielzahl von Handelsgütern in die neue Provinz transportiert, sondern ebenso die fremden Sitten, Gebräuche und Techniken eingeführt. So entstand im 2. nachchristlichen Jahrhundert in Oberlöstern ein Gesamtensemble aus einem gallo-römischen Umgangstempel, aus zwei – heute rekonstruierten – Monumentalgrabhügeln sowie aus einer römerzeitlichen Villa rustica mit einem repräsentativen Hauptgebäude und mehreren Wirtschaftsgebäuden. Darüber hinaus belegen mehrere Abbaustellen im Gelände sowie Bruchstücke des Rohlings einer Handdrehmühle und eines Reibsteins die wirtschaftliche Bedeutung des örtlichen Gesteins zur lokalen Mahlsteinherstellung.Hornung, Sabine; Kronz, Andreas, Die Region um Oberlöstern in der Eisen- und Römerzeit – Neue Zeugnisse keltischen Handwerks aus dem Umfeld des „Schlittchen“. In: Mitteilungen des Vereins für Heimatkunde 16. (2010), S. 5–30.

Mittelalter und Frühe Neuzeit Im Verlauf des 5. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Einfällen germanischer Stämme und schließlich zur Ablösung der römischen Herrschaft in der Region und der Eingliederung in das Frankenreich. Während die neuen Strukturen sowie der Zuzug fränkischer Neusiedler archäologisch nur teilweise fassbar sind, lassen die Ortsnamen der Dörfer im Waderner Stadtgebiet noch heute den Schluss auf deren Gründungszeit zu. So verweisen die häufigen Namensendungen auf -bach, -feld oder -rod auf die große mittelalterliche Rodungsphase des 10. Jahrhunderts, als die Wälder des Hochwaldes zur Gewinnung neuer Flächen für Siedlungsbau und Landwirtschaft abgeholzt wurden.

Die Zeit des Mittelalters und der Frühen Neuzeit war geprägt durch die Zugehörigkeit der heutigen Stadt Wadern zu unterschiedlichen Herrschaftsbereichen: So teilten sich bis zur Französischen Revolution neben den beiden großen Machtblöcken des Erzstifts Trier und des Herzogtums Lothringen auch kleinere Herrschaften, wie die reichsfreie Herrschaft Dagstuhl und das Geschlecht von Hagen bzw. später Zandt von Merl, das heutige Stadtgebiet.Herrmann, Hans-Walter, Das Kurfürstentum Trier. In: Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes. Band 2: Von der fränkischen Landnahme bis zum Ausbruch der französischen Revolution, hrsg. v. Kurt Hoppstädter und Hans-Walter Herrmann, Saarbrücken 1977 (Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend 4), S. 123–164, 170–226, 376–388, 423. Die politische Grenzlage beeinflusste nicht nur das Alltagsleben der Menschen, sondern führte auch zur Verflechtung mit überregionalen politischen Entwicklungen und Konflikten.

Mittelalterliche Baudenkmäler sind beispielsweise die romanischen Kirchtürme in Wadrill, Lockweiler, dem ältesten Teil des heutigen Kirchturms in Wadern und die Burgruinen. Während die Burg Büschfeld mittlerweile ganz verschwunden ist, sind die Reste der Schwarzenburg sowie der Burg Dagstuhl noch immer sichtbar. Letztere ist durch Grabungen in den 1980er-Jahren sowie ein umfangreiches Grabungs- und Inwertsetzungsprogramm zwischen 2003 und 2011 mittlerweile ein kulturtouristischer Anziehungspunkt in der Region.http://www.burgdagstuhl.de./ (abgerufen am 17. März 2015).

Eine besondere Rolle für die frühneuzeitliche Entwicklung der Herrschaft Dagstuhl spielte der Trierer Erzbischof und Kurfürst Philipp Christoph von Sötern. Er vereinigte von 1616 bis 1625 die seit dem 14. Jahrhundert in vier Erbteile zersplitterten Herrschaftsbereiche Dagstuhls und führte an der Burg größere Umbaumaßnahmen durch. Im Jahre 1635 legte er die Unteilbarkeit des Familienbesitzes in der rechtlichen Form des „Söternschen Fideikommisses“ fest, welchen er mit weiteren Belehnungen, Besitzanteilen und Rechtstiteln sowie umfangreichen Barmitteln und Wertgegenständen aus seinem Privatbesitz ausstattete.Dittmar Lauer, Vor 430 Jahren geboren. Philipp Christoph von Sötern. Begründer der Freien Reichsherrschaft Dagstuhl – Stationen seines Lebens. In: Hochwälder Geschichtsblätter 9. (1997), S. 40–46.

Die Lehnsnehmer des Grafen hießen in Wadern Stockbauern. Ihre Rechte und Pflichten waren schriftlich geregelt.