Herpersdorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Herpersdorf hat eine Fläche von 4,323 km². Sie ist in 456 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 9479,18 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Lentersdorf und Rothleiten.
Geografie Das Dorf liegt am Altbach, einem linken Zufluss der Bibert. Im Nordwesten grenzt das Waldgebiet Lohe mit dem Bodenfeldgraben an. 0,75 km nordöstlich liegt die Flur Eggerten, 0,5 km östlich liegt das Reutsteigfeld. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dietenhofen (2,3 km westlich), nach Seubersdorf zur Staatsstraße 2245 (2,2 km nördlich), zur Kreisstraße AN 24 bei Rothleiten (0,5 km südlich) und nach Oberschlauersbach zur AN 26 (1,5 km nordwestlich).
Die Flurnamen Hirtenacker, Neuwiesen und Bei den Sauweisen weisen auf eine ehemalige Beweidung hin.
Geschichte Der Orte wurde 1137 als „Herphridesdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Im Laufe der Zeit wandelte sich der Name über „Herppffersdorf“ zu „Herpersdorf“.J. Kollar: Markt Dietenhofen, S. 170.
Im Jahre 1157 erwarb das Kloster Heilsbronn den Zehnt einiger Anwesen von der Pfarrei Markterlbach. Im Jahre 1402 befanden sich alle neun damals existierenden Anwesen im Besitz des Klosters. Während des Dreißigjährigen Krieges verödeten acht dieser Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 329. Nach 1650 siedelten sich in Herpersdorf Exulanten aus Österreich an.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Herpersdorf 12 Anwesen (4 Halbhöfe, 3 Güter, 3 Häuser, 1 Mühle, 1 Hirtenhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Neuhof.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 100. Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 200.
Im Jahre 1810 kam Herpersdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Dietenhofen und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Seubersdorf zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Herpersdorf, zu der Lentersdorf und Rothleiten gehörten.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 223. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Ab 1862 gehörte Herpersdorf zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Fürth, seit 1972: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,259 km².
Am 1. Januar 1970, also noch vor der Gebietsreform in Bayern, wurde Herpersdorf nach Dietenhofen eingemeindet.
Vom 22. Mai 1914 bis 25. September 1971 verkehrte die Bibertbahn, die bei Bedarf auch an einem Haltepunkt südlich von Herpersdorf hielt.
Die ehemalige Zehntscheune steht noch heute in der Ortsmitte. Für einen Dorfhirten gab es bis in die 1960er Jahre ein Hirtenhaus. An der Stelle des Hirtenhauses steht jetzt das Feuerwehrhaus. Von 1157 bis 1971 gab es eine Getreidemühle. Herpersdorf hatte auch ein Brech- und ein Darrehaus (am Ortsrand in Richtung Oberschlauersbach), in dem Flachs gedörrt und gebrochen wurde. Im Jahre 1918 wurden beide Gebäude abgerissen, die Steine sollen zum Bau der Bibertbrücke verwendet worden sein. In dem 1907 erbauten Schulhaus wurden die Schüler aus Herpersdorf, Lentersdorf, Rothleiten und Oberschlauersbach unterrichtet.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Herpersdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 138 147 152 154 159 168 164 153 152 138 143 133 139 140 142 153 157 164 166 253 242 221 197 212HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 21 23 28 29 29 33 28 28 30 Quelle Für die Gemeinde Herpersdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Lentersdorf (S. 54) und Rothleiten (S. 78). Gemeinde existierte zum Stichtag der Volkszählung (27. Mai) nicht mehr.
Ort Herpersdorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2005 2013Einwohner 95 93 105 116 99 109 109 181 159 166 152 140 140Häuser 14 16 22 26 24 23 25 37 Quelle auf: dietenhofen.de
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Andreas gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau gepfarrt, seit den 1980er Jahren ist die Pfarrei St. Bonifatius zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Dietenhofen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1137 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1969 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach