mini|Mille Petrozza bei Rock im Park 2018 Miland „Mille“ Petrozza (* 18. Dezember 1967 in Essen) ist ein deutscher Gitarrist und Sänger, bekannt als Frontmann der Thrash-Metal-Band Kreator.

Jugend und musikalische Einflüsse Der Vater von Mille Petrozza kam als Gastarbeiter aus Italien nach Essen im Ruhrgebiet, seine Mutter als DDR-Flüchtling aus Zittau.Podcast Der Soundtrack meines Lebens: Folge 24 (Staffel 3) mit Mille Petrozza Interview mit Kreator-Gründer Mille Petrozza von Redakteur Jan Schwarzkamp auf www.visions.de (Visions), 15. Juni 2022 Da sein Vater mit Vorliebe popmusikalische Fernsehsendungen wie Disco mit Moderator Ilja Richter und die ZDF-Hitparade schaute, kam Mille Petrozza als Kind früh mit Musik von Glam-Rock-Bands wie Slade und T. Rex in Berührung. Außerdem war sein Vater großer Fan italienischer Musik von Domenico Modugno und Adriano Celentano. Als Kind hörte Mille Petrozza von Produzent Frank Farian produzierte Acts wie Boney M. sowie Baccara und Village People. An Kinofilmen wie The Rocky Horror Picture Show, Hair und Saturday Night Fever entzündete sich Petrozzas Interesse für Disco-Musik. Interview mit Kreator-Bandchef Mille Petrozza von Moderator Jan Müller auf der Homepage des Podcast-Labels Viertausendhertz GmbH (Berlin), Titel der Folge: Ich habe keinen Bock auf Parolen, 18. November 2019 Durch den Song I Was Made for Lovin’ You von Kiss entwickelte er sich zum Hard’n’Heavy-Fan, weshalb er sich die Schallplatten Peter Criss und Dynasty kaufte. Alben von Bands wie Saxon, Judas Priest und Iron Maiden ließen ihn tiefer in das Genre New Wave of British Heavy Metal eintauchen. Darüber hinaus schätzt Petrozza die Punk-Rock-Bands des Labels Epitaph Records wie Bad Religion, deren tiefgründige Songtexte ihn inspirieren, sowie Kate Bush. Über solche Songtexte und englischsprachige Comics wie Spider-Man erweiterte Petrozza seinen schulischen Wortschatz und stärkte sein Sprachvermögen, um auf dieser Grundlage eigene englischsprachige Liedtexte schreiben zu können.

Karriere Petrozzas erste Band war eine Schülerband namens Tyrant, die sich später zunächst in Tormentor und dann in Kreator umbenannte. Mit dieser Thrash-Metal-Band ist er bis heute aktiv. Sie zählt neben Sodom und Destruction zu den bekanntesten Vertretern dieses Stils in Deutschland.

1994 spielte er Gitarre in der Metal-Allstar-Band Voodoocult, einem Projekt von Phillip Boa, an dem sich auch Dave Lombardo und Chuck Schuldiner beteiligten. Bei diesem Projekt, für das Mille Petrozza E-Gitarre spielte, nahmen die einzelnen beteiligten Musiker jeweils getrennt ihre Parts der zuvor von Initiator Phillip Boa komponierten Songs im Tonstudio auf. In Bezug auf Voodoocult erklärte Petrozza in einem Interview mit der Visions-Podcast-Reihe Der Soundtrack meines Lebens im Juni 2022: „Ich glaube, es wäre etwas Interessanteres dabei herausgekommen, hättest du Dave, mich, Waldemar und Chuck in einen Raum gestellt. Ein bisschen eine vertane Chance.“

Petrozza steuerte 2002 gemeinsam mit Tomas Lindberg den Lead-Gesang für den Titel Dirty Coloured Knife der israelischen Metal-Band Nail Within und zum Titel Nighthawk auf dem Album Divine Blasphemies der deutschen Band Desaster bei. Auf dem 2004er Album Hellfire Club der Band Edguy ist er auf einer Alternativversion des Openers Mysteria als Leadsänger zu hören, welche als Bonuslied zu finden ist. Auch steuerte er Gesangspassagen zum Lied Zieh die Jacke falschrum an auf dem 2004er Album Hardcore aus der Ersten Welt der Grindcore-Band Japanische Kampfhörspiele bei, wenngleich diese auch nicht damit warben, so wird im Beiheft schlicht auf Miland als Gastsänger verwiesen. Auf dem 2006er Album The Undying Darkness der Metalcore-Band Caliban wirkte er beim Titel Moment of Clarity mit. Weiterhin spielt er im Video IchGott der Band Honigdieb sich selbst. Im Jahre 2010 steuerte Petrozza auf dem Volbeat-Album Beyond Hell / Above Heaven für das Lied 7 Shots seinen Gesang bei. Ebenso sang er 2011 auf dem In-Extremo-Album Sterneneisen beim Lied Unsichtbar mit. 2012 steuerte er die Gitarre bei Revolution von Lacrimosa bei.

Im Februar 2019 trat Petrozza mit dem russischen Maler Andrej Golder in einer Kurzdokumentation der TV-Reihe Art Work des Fernsehsenders ZDF auf, worin Golder und Petrozza gemeinsam ein großformatiges Gemälde über das Thema „Weltkrieg und Untergang“ malen. Auf die Frage von Gesprächspartner Andrej Golder, ob er Versagens- oder Existenzängste kenne, antwortet Mille Petrozza darin: „Ach, ich hatte das noch nie, ich habe das noch nie wegen der Kohle gemacht. Ich bin super flexibel, was meinen Lebensstil betrifft.“Art Work: Andrej Golder und Mille Petrozza – Maler meets Metaller. Dokumentarfilm von Bastian Asdonk (Idee) und Ann-Catrin Malessa (Regisseurin/Autorin), 13. Februar 2019, 11 Min. (Zitat ab Minute 5:22). Produziert von Hyperbole Medien GmbH, Berlin, im Auftrag des ZDF

Privates Petrozza hat zwei Wohnsitze. Er lebt in seiner Heimatstadt Essen und in Berlin.Besitzen Sie einen Sommeranzug? – Petrozza bei „Sagen Sie jetzt nichts“, SZ-Magazin, 23. Juni 2022

Petrozza besitzt eine Vielzahl von Gitarren, seine Hauptgitarre war viele Jahre eine Jackson RR1, ein Randy-Rhoads-Modell, welche er live fast ausschließlich spielte. Mittlerweile spielt er seine Signature-Modelle von ESP Guitars. Er lebt veganJan Jaedike: Destruction. Tränen lügen nicht. In: Rock Hard, Nr. 307, Dezember 2012, S. 37.Mille von Kreator – Exklusives Interview für PETA2.de. und engagiert sich für PETA.

Diskografie mit Kreator siehe Kreator/Diskografie

mit Voodoocult 1994: Jesus Killing Machine

als Gastmusiker

Jahr Band Lied Album Auftritt 1987 Destruction Release from Agony Release from Agony Hintergrundgesang 1994 Sodom Highway to Hell (AC/DC cover) Live in der Zeche Carl Gitarre 2002 Nail Within Dirty Coloured Knife Nail Within Gesang 2002 Desaster Nighthawk Divine Blasphemies Gesang 2003 Crosscut Onemanfreakshow Nonesizefitsall Gesang 2004 Edguy Mysteria Hellfire Club Gesang 2004 Japanische Kampfhörspiele Zieh die Jacke falschrum an Hardcore aus der ersten Welt Gesang 2006 Caliban Moment of Clarity The Undying Darkness Gesang 2006 Honigdieb Ich Gott Einzig, aber nicht artig Auftritt im Musikvideo 2007 Dew-Scented Retain the Scars Incinerate Gesang 2008 Aeba The God Below Us Kodex V Gesang 2010 Wortmord Die Feile im Mund Wortgeburt Gesang 2010 Volbeat 7 Shots Beyond Hell / Above Heaven Gesang 2011 In Extremo Unsichtbar Sterneneisen Gesang 2011 Volbeat 7 Shots Live from Beyond Hell / Above Heaven Gesang 2012 Callejon Porn from Spain 2 Blitzkreuz Gitarre 2012 Lacrimosa Irgendein Arsch ist immer unterwegs, Verloren, This Is the Night, Weil Du Hilfe brauchst, und Revolution (mit Stefan Schwarzmann von Accept) Revolution Gitarre 2013 Heaven Shall Burn Auge um Auge Dritte Wahl: 25 Jahre – 25 Bands Gesang 2018 Powerwolf Amen & Attack (mit Marc Görtz von Caliban) The Sacrament of Sin (Deluxe Edition) Gesang 2018 Doro All for Metal (mit Johan Hegg, Chuck Billy, Jeff Waters, Rock ’n’ Rolf, Tommy Bolan, DeTraktor, Warrel Dane, Ross the Boss und Andy Brings) Forever Warriors, Forever United Gesang 2018 Volbeat 7 Shots (mit Rod Sinclair) Let’s Boogie! Live from Telia Parken Gesang 2019 Avantasia Book of Shallows (mit Hansi Kürsch von Blind Guardian) Moonglow Gesang 2020 Zuckerblitz Band Spaghetti (mit Marc Gortz von Caliban) Achtung Kokosnuss! Gesang, Gitarre 2020 Ghostkid Crown Ghostkid Gesang 2023 Lamb of God State of Unrest Omens Gesang 2024 Gewalt Trans Non-album single Auftritt im Musikvideo 2024 Alligatoah Ich Ich Ich Off Gitarre 2025 Dirkschneider Fight It Back Balls to the Wall Reloaded Gesang

als Interviewer Jahr Band/Director Album Auftritt 1988 Thomas Schadt Thrash, Altenessen - Ein Film aus dem Ruhrgebiet Interviewee 1993 Various Loot in Space: The Metalmania Episode Interviewee, Uncredited 1995 Various MTV's Headbangers Ball Episode dated 27 August 1995 Interviewee 2005 Sodom Lords of Depravity: Part I Interviewee 2007 Paradise Lost/Diran Noubar Over the Madness: The Story of Paradise Lost, Pioneers of a Cult Interviewee 2008 Rick Ernst Get Thrashed: The Story of Thrash Metal Interviewee 2010 Sodom Lords of Depravity: Part II Interviewee 2011 Bill Zebub Black Metal: The Music of Satan Interviewee 2012 Atrocity Die gottlosen Jahre Interviewee 2012 Bill Zebub Extreme Metal Retardation Interviewee 2016 Coroner Autopsy: The Years 1985–2014 in Pictures Interviewee

Weblinks

Einzelnachweise

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