Malojaroslawez () ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand ) in der Oblast Kaluga, Russland. Sie liegt am rechten Ufer des Flusses Luscha, einem rechten Nebenfluss der Protwa, etwa 60 Kilometer von der Gebietshauptstadt Kaluga entfernt. Unmittelbar an Malojaroslawez grenzt die Stadt Obninsk an.
Geschichte Die heutige Stadt entstand vermutlich Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhunderts; als Gründungsdatum der Stadt gilt heute das Jahr 1402. Der Gründer war der Serpuchower Fürst Wladimir, ein Enkel des Moskauer Großfürsten Iwan Kalita; er soll den Ort Jaroslawez nach seinem Sohn Jaroslaw benannt haben. 1485 kam Jaroslawez an das Großfürstentum Moskau und erhielt den Zusatz maly, also „klein“, damit es nicht zu Verwechslungen mit der Stadt Jaroslawl kommt.
thumb|left|Nikolaus-Frauenkloster 1776 wurde Maly Jaroslawez – später Malojaroslawez – während einer Gebietsreform der Status einer Kreisstadt zugesprochen.
Eine größere Bekanntheit erlangte Malojaroslawez während des Krieges gegen Napoleon 1812. Am kam es hier zur Schlacht bei Malojaroslawez zwischen russischen und französischen Truppen, nachdem letztere bei ihrem Rückzug aus Moskau nach Kaluga vordringen wollten, wo sich größere Proviantlager befanden. Zwei Tage später mussten sich die Franzosen nach einer weiteren Niederlage bei Medyn geschlagen geben und traten auf dem Weg Richtung Smolensk ihren Rückzug aus Russland an.
Im Zweiten Weltkrieg war Malojaroslawez zeitweilig Hinterland der Front und Sitz eines deutschen Armeeoberkommandos (AOK 4). Der Ort wurde von der Wehrmacht am 18. Oktober 1941 eingenommen, war Ende Dezember 1941 stark umkämpft und wurde als einer der südlichen Vorposten der sowjetischen Hauptstadt in der Schlacht um Moskau von der Roten Armee am 2. Januar 1942 zurückerobert.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 2.497 1939 11.729 1959 17.892 1970 21.219 1979 22.108 1989 26.582 2002 31.606 2010 30.392 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Wirtschaft und Verkehr thumb|Bahnhof Malojaroslawez Heute gibt es in Malojaroslawez mehrere Industriebetriebe: Eine Aluminiumverarbeitungsfabrik, außerdem Maschinenbau-, Textil-, Holzverarbeitungs- und Möbelfabriken.
Die nächste Fernstraße ist die A101, außerdem verläuft die M3 einige Kilometer südlich der Stadt. Ansonsten ist Malojaroslawez an das russische Eisenbahnnetz angebunden und hat einen Bahnhof an der Strecke Moskau–Kaluga–Brjansk–Kiew.
Sehenswürdigkeiten In der Stadt gibt es ein Museum des Vaterländischen Krieges von 1812, das auch die Schlacht von Malojaroslawez zum Gegenstand hat. Außerdem sind mehrere historische Sakralbauten erhalten geblieben, darunter das vermutlich im 14. Jahrhundert gegründete und ab 1991 wiederaufgebaute Tschernoostrowski-Nikolaus-Frauenkloster, eines der bedeutendsten Russlands. Leben im Frauenkloster des Heiligen Nikolaus von Myra. In: Sputnik, 10. März 2017. Abgerufen am 12. März 2017.
Städtepartnerschaften Baryssau, Belarus Ischia, Italien Serpuchow, Russland Alexin, Russland
Söhne und Töchter der Stadt Maxim Akimow (* 1970), Politiker Natalja Burykina (* 1960), Wirtschaftsprüferin und Politikerin Semjon Prochorow (1873–1948), Maler, Absolvent der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur
Weblinks
Inoffizielles Stadtportal (russisch) Artikel über Malojaroslawez auf mojgorod.ru (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Kaluga