miniatur|Salvatore Viganò miniatur|Der Tänzer Viganò (Johann Gottfried Schadow, 1797) miniatur|Das Tänzerpaar Viganò (Schadow, 1797) miniatur|Maria und Salvatore Viganò in der Oper Il trionfo d'Arianna von Vincenzo Righini (Berlin, Januar 1796). Salvatore Viganò (* 25. März 1769 in Neapel; † 10. August 1821 in Mailand) war ein italienischer Choreograf, Komponist und Tänzer.

Leben Seine Berufung erbte er von seinem Vater Onorato Viganò. Seine Mutter war die Ballerina Maria Boccherini. Er studierte Komposition bei seinem Onkel Luigi Boccherini und Tanz bei Jean Dauberval. Sein Debüt als Tänzer hatte er 1783 in Rom in einer Frauenrolle, da in Rom damals Tänzerinnen nicht auftreten durften. Er trat in Rom (1786), Venedig (1788), und Madrid (1789) auf, letzteres anlässlich der Krönung von Karl IV. In Spanien lernte er Jean Dauberval kennen und ging mit ihm nach Bordeaux und London (1791). 1789 heiratete er die Tänzerin Maria Medina. Die Ehe dauerte zehn Jahre. Seine erste Ballettchoreografie war Raoul Signor de Crequi 1791 in Venedig, für die er die Musik selbst komponierte.

Am 13. Mai 1793 traten er und seine Frau erstmals in Wien auf und am 25. Juni wurde sein Raoul am Kärntnertortheater aufgeführt. Die Auftritte des Paares erregten großes Aufsehen, unter anderem, da Maria Viganò als erste Tänzerin in einem fleischfarbenen Trikot unter einem transparenten Kleid auftrat. Heinrich von Collin schreibt über die Polarisierung der Wiener Gesellschaft:

Bis 1795 blieben die Viganòs in Wien, dann folgten Auftritte in Prag, Dresden, Berlin, Hamburg und Venedig. 1799 kehrte er, inzwischen von seiner Frau getrennt, nach Wien zurück und wirkte da bis 1803.

miniatur|„Die Geschöpfe des Prometheus“ (van Beethoven / Viganò) In dieser zweiten Wiener Zeit entwarf er das Ballett Die Geschöpfe des Prometheus, für das Ludwig van Beethoven die Musik komponierte. Das der Kaiserin Maria Theresia von Neapel-Sizilien gewidmete Ballett wurde am 28. März 1801 am Hoftheater uraufgeführt und lief bis 1802 29-mal. Die Geschöpfe wurden von Viganò und Maria Casentini, der Primadonna des Ballettkorps getanzt, wobei Collin anmerkt, dass die Casentini zwar vortrefflich war, aber die Erinnerung an Maria Viganò nicht tilgen konnte.Collin Werke Bd. 6, S. 309

Seit Gli strelizzi 1809 war er bekannt dafür, Pantomime nahtlos in seine Ballette einzufügen (er nannte dies coreodramma). Hier zeigt sich der Einfluss Jean-Georges Noverres, Lehrer Daubervals, der einen Wechsel von Pantomime und Tanz einführte. Sein Interesse galt auch der Malerei, was sich in aufwändigen Kostümen und Arrangements widerspiegelte. Seine Themen waren historischer und mythologischer Natur; oft griff er auch Stoffe Shakespeares auf.

Wahrscheinlich 1811 wurde er Ballettdirektor der Mailänder Scala.

Ballette

Raoul Signor de Crequi (Venedig 1791) Die Tochter der Luft, oder: Die Erhöhung der Semiramis (Wien 1793) Richard Löwenherz, König von England (Musik: Joseph Weigl, Wien 1795) Das gefundene Veilchen (Wien 1795) Clothilde, Herzogin von Salerno (nach Gozzi, Wien 1799) Die Geschöpfe des Prometheus (Musik: Beethoven, Wien 1801) I giuochi istmici (Musik: Joseph Weigl, Wien 1803) Cajo Marzio Coriolano (Musik: Joseph Weigl, Mailand 1804) Gli Strelizzi (Venedig 1809) Prometeo (Musik: Beethoven, Mailand 1813) Gli Ussiti sotto a Naumburgo (Mailand 1814) Numa Pompilio (Mailand 1815) Mirra; o sia, La Vendetta di Venere (Mailand 1817) Psammi, re d'Egitto (Mailand 1817) Otello (Mailand 1818) La vestale (Mailand 1818) I titani (Musik: Johann Kaspar Aiblinger, Mailand 1819) Alessandro nell'Indie (Musik: Johann Kaspar Aiblinger, Mailand 1820) Giovanna d'Arco (Musik: Johann Kaspar Aiblinger, Mailand 1820) Didone (Musik: Johann Kaspar Aiblinger, Mailand 1821).

Literatur Carlo Ritorni: Commentarii della vita e delle opere coredrammatiche di Salvatore di Viganò. Mailand 1838.

Alexander Wheelock Thayer: Ludwig van Beethovens Leben. Band 2, Leipzig 1910, S. 215 ff. Egon Voss: Schwierigkeiten im Umgang mit dem Ballett „Die Geschöpfe des Prometheus“ von Salvatore Viganó und Ludwig van Beethoven. In: Archiv für Musikwissenschaft. Jahrgang 53, 1996, S. 21–40. Lorenzo Bianconi, Giorgio Pestelli: Opera on Stage (The History of Italian Opera, Part II: Systems). University Of Chicago Press, 2002. Carol Lee: Ballet in western culture: a history of its origins and evolution. Routledge, New York 2002, S. 115 f.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Person um Ludwig van Beethoven Kategorie:Choreograf (Ballett) Kategorie:Balletttänzer (Italien) Kategorie:Komponist (Klassik) Kategorie:Komponist (Ballett) Kategorie:Komponist (Italien) Kategorie:Komponist (Österreich) Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren 1769 Kategorie:Gestorben 1821 Kategorie:Mann