Wayne Douglas Gretzky, CC (* 26. Januar 1961 in Brantford, Ontario) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler auf der Position des Centers, der während seiner aktiven Laufbahn von 1979 bis 1999 unter anderem für die Edmonton Oilers, Los Angeles Kings, St. Louis Blues und New York Rangers in der National Hockey League (NHL) spielte. Von einem Großteil der Eishockeyfans und Experten wird er als der beste Eishockeyspieler der Historie angesehen, daher auch sein Spitzname The Great One.

Im Laufe seiner Karriere stellte Gretzky zahlreiche NHL-Rekorde auf, von denen er zum Zeitpunkt seines Karriereendes 61 in der regulären Saison, den Play-offs und All-Star-Games hielt. Seine 2857 Scorerpunkte in der regulären Saison sind unerreicht, während seine 894 Tore im Jahre 2025 von Alexander Owetschkin übertroffen wurden. Insgesamt wurde Gretzky zehnmal mit der Art Ross Trophy als bester Scorer der regulären Saison ausgezeichnet (1981–1987, 1990, 1991 und 1994), davon siebenmal in Folge, was eine weitere Bestmarke darstellt. Mit den Edmonton Oilers gewann er viermal den prestigeträchtigen Stanley Cup und erreichte während seiner Zeit bei den Oilers sowohl die Rekordmarke von 92 Toren in einer regulären Saison als auch die Rekordanzahl von 215 Punkten. Als einziger Spieler in der Geschichte der NHL erzielte er über 200 Scorerpunkte in der regulären Saison, dies gelang ihm vier Mal. Durch seinen Transfer im August 1988 nach Los Angeles veränderte Gretzky die Eishockeylandschaft der Vereinigten Staaten nachhaltig und trug aufgrund seiner Popularität maßgeblich zur NHL-Expansion der 1990er-Jahre in den bis dahin weitestgehend vom professionellen Eishockey unbeachteten südlichen Teil der Vereinigten Staaten bei. Nach seinem Karriereende im Sommer 1999 wurde Gretzky ohne die übliche Wartezeit von drei Jahren noch im selben Jahr in die Hockey Hall of Fame aufgenommen. Darüber hinaus ist er seit Februar 2000 der bislang einzige Spieler in der Geschichte der NHL, dessen Rückennummer – die 99 – ligaweit gesperrt ist und damit an keinen NHL-Spieler mehr vergeben wird.

Der Center vertrat die kanadische Nationalmannschaft bei internationalen Turnieren sowohl auf Junioren- als auch auf Seniorenebene. Als Juniorenspieler errang er mit dem Team Canada eine Bronzemedaille bei der Junioren-Weltmeisterschaft 1978; dasselbe gelang ihm bei der Herren-Weltmeisterschaft 1982. Der Angreifer, der sechs seiner acht Turniere im Nationaltrikot als Topscorer des gesamten Wettbewerbs beendete, errang mit den Kanadiern im Verlauf seiner Karriere insgesamt drei Goldmedaillen beim Canada Cup.

Später wurde er Miteigentümer der Phoenix Coyotes und war von 2005 bis 2009 mit mäßigem Erfolg auch als deren Cheftrainer engagiert. Außerdem fungierte Gretzky in der Funktion als geschäftsführender Direktor beim Dachverband Hockey Canada und gewann in dieser Position mit dem Team Canada bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City und beim World Cup of Hockey 2004 die Goldmedaille.

Spielerkarriere Erste Schritte, „The Great Gretzky“ mini|Gretzkys erste eigene Schlittschuhe, ausgestellt in der Hockey Hall of Fame Wayne Douglas Gretzky wurde am 26. Januar 1961 im kanadischen Brantford in der Provinz Ontario als erstes von fünf Kindern von Walter, dessen Eltern aus Belarus stammten, und Phyllis Gretzky geboren. Als Kind galt er als schüchtern und wortkarg. Anders präsentierte er sich, wenn er sich an sportlichen Aktivitäten beteiligte. Er spielte unter anderem Baseball und Lacrosse und bezeichnet Baseball als seinen Lieblingssport, obwohl er sich früh auf den Eishockeysport konzentrierte.Michael Benson: Wayne Gretzky: Hockey Player 2004, S. 4. Bereits mit zwei Jahren lernte er das Schlittschuhlaufen auf dem Nith River. Während seiner Kindheit beschäftigte er sich täglich viele Stunden mit Schlittschuhlaufen und Eishockeyspielen.Jessica Morrison: Wayne Gretzky: Greatness on Ice. 2011, S. 16. Sein Vater, der im familiären Hinterhof eine Eisbahn errichtet hatte, um seinen Sohn von der Küche aus beim Training beobachten zu können, hielt seine ersten schlittschuhläuferischen Schritte filmisch fest. Diese Aufnahmen befinden sich heute in der Hockey Hall of Fame.Michael Benson: Wayne Gretzky: Hockey Player 2004, S. 5. Als Fünfjähriger trat er seinem ersten Eishockeyteam bei und spielte fortan für die Nadrofsky Steelers in seiner Geburtsstadt Brantford. Mit der Mannschaft nahm Gretzky am Spielbetrieb der Ontario Minor Hockey Association teil und traf auf bereits neun- und zehnjährige Gegenspieler. Gretzky war durch seine altersbedingte, geringere Größe seinen Gegenspielern in der Liga zwar physisch unterlegen, doch überzeugte er rasch durch sein außergewöhnliches Talent und technische Fähigkeiten.Jessica Morrison: Wayne Gretzky: Greatness on Ice. 2011, S. 19. Als Sechsjähriger erzielte der Linksschütze sein erstes Tor, dies war in seiner Premierensaison sein einziger Torerfolg.Dan Diamond (Hrsg.): National Hockey League Official Guide & Record Book 2000, Total Sports Canada, S. 13.Dan Diamond (Hrsg.): National Hockey League Official Guide & Record Book 2000, Total Sports Canada, S. 18.Teilweise wird ihm in Datenbanken und der Literatur sein erster Torerfolg bereits als Fünfjähriger zugeschrieben. Die darauffolgende Spielzeit beendete der Angreifer mit 27 Treffern und gewann die Wally Bauer Trophy für denjenigen Spieler, der sich im Vergleich zur vorhergehenden Saison am meisten verbesserte.Michael Benson: Wayne Gretzky: Hockey Player 2004, S. 8. In den folgenden Jahren steigerte er seine Torausbeute deutlich und erzielte als Siebenjähriger 104 Tore, im Jahr darauf gelangen ihm 196 Torerfolge.Michael Benson: Wayne Gretzky: Hockey Player 2004, S. 9.

Offiziell war Gretzky erst mit neun Jahren alt genug, um in der Liga zu spielen, doch in der Saison 1971/72 stellte er einen bis heute unerreichten Rekord in der Brantford-Atom-League (Ontario-Schülerliga) auf und erzielte in 85 Spielen 378 Treffer und 139 Torvorlagen.Wird teilweise in Datenbanken und der Literatur mit 120 Torvorlagen geführt. Während dieser Saison hatte er innerhalb von sechs Spielen 50 Tore erzielt. In einem Spiel der Steelers kam er im letzten Drittel aufs Eis, als die Mannschaft mit 0:5 in Rückstand lag. Gretzky schoss innerhalb kurzer Zeit sechs Treffer und schoss das Team damit im Alleingang zum Sieg. Während dieser Zeit begannen Eishockeyfans nach Autogrammen zu fragen, er zog das Interesse mancher Fernsehstationen auf sich und wurde von renommierten Zeitschriften wie Sports Illustrated zu Interviews eingeladen.Michael Benson: Wayne Gretzky: Hockey Player 2004, S. 10. In der Folge titulierten ihn die Zeitungen bereits als Nachfolger von Bobby Orr, einem der besten Spieler der NHL-Geschichte, und es wurde ihm eine ähnlich erfolgreiche Karriere zugetraut. Gretzky erklärte, dass er „Mr. Hockey“ Gordie Howe als sein einziges Vorbild sehe und in dessen Fußstapfen treten möchte.Michael Benson: Wayne Gretzky: Hockey Player 2004, S. 11. Dadurch, dass Gretzky bei den Nadrofsky Steelers im Vergleich zu den anderen Spielern eishockeytechnisch so überlegen war, stand er stets sowohl auf als auch neben dem Eis unter Druck. Ein ehemaliger Mannschaftskamerad schilderte, dass Gretzky die Last der Mannschaft zu tragen hatte und von Gegenspielern mit deren Eishockeyschlägern geschlagen wurde. Oftmals wurde er von der Zuschauermenge nach einem Torerfolg ausgebuht. Beifall gab es, wenn der Stürmer von der gegnerischen Mannschaft umgerannt wurde. Darüber hinaus musste er manche Spötteleien über sich ergehen lassen. Dessen ungeachtet erwies er sich stets als mannschaftsdienlicher Spieler und setzte auch oft seine Mitspieler in Szene.Michael Benson: Wayne Gretzky: Hockey Player 2004, S. 12. 1972 wechselte er innerhalb seiner Geburtsstadt Brantford zu den Turkstra Lumber, bei denen er die folgenden zwei Jahre aktiv war.Jessica Morrison: Wayne Gretzky: Greatness on Ice. 2011, S. 24. Nachdem er seine erste Saison im Trikot der Lumber mit einer Bilanz von 105 Treffern abgeschlossen hatte, gelang es dem Linksschützen, seine Trefferanzahl in der folgenden Spielzeit beinahe zu verdoppeln. Im April 1974 nahm er mit der Mannschaft an einem internationalen Turnier im Colisée de Québec in Québec teil. In seiner ersten Begegnung steuerte Gretzky elf Punkte bei, ehe die Mannschaft im Halbfinale ausschied. Gretzky absolvierte ein ausgezeichnetes Turnier und erzielte bei diesem sein 1000. Karrieretor. Die Saison 1974/75 bestritt er im Dress der Brantford Chargon Chargers, für die er 90 Treffer erzielte.

Murray MacPherson und die Rückennummer 99 Im Alter von 14 Jahren äußerte Gretzky den Wunsch, seine Heimatstadt zu verlassen, da er in Brantford seit längerem zu viel Druck verspürte und unglücklich über die Eifersucht mancher Spieler und deren Eltern war. Es zog ihn nach Toronto zu den Vaughan Nationals, einer unterklassigen Juniorenmannschaft der Junior B. Waynes Eltern hatten vor seinem Umzug nach Toronto eine Vereinbarung mit den Erziehungsberechtigten eines Mitspielers getroffen, bei denen der Stürmer fortan wohnte und nebenbei in der Stadt den Schulunterricht besuchte.Jessica Morrison: Wayne Gretzky: Greatness on Ice. 2011, S. 25. Dort spielte der 14-Jährige mit bis zu sechs Jahre älteren Gegenspielern. Während der Saison 1976/77, die Gretzky beim selben Team begonnen hatte, das inzwischen unter dem Namen Seneca Nationals am Spielbetrieb der Metro Junior A Hockey League teilnahm, hatte er seine ersten Einsätze bei den Peterborough Petes in der Ontario Major Junior Hockey League. Der 15-Jährige wurde für drei Spiele als „Notnagel“ eingesetzt und verbuchte drei Torvorlagen. Zur folgenden Saison war der Angreifer berechtigt, von einem Team der kanadischen Top-Juniorenligen gedraftet zu werden. Sein Vater sträubte sich dagegen, da er verhindern wollte, dass sich sein Sohn noch weiter von seiner Geburtsstadt entfernen würde, und führte mit zahlreichen Teams Korrespondenz. Er ließ verlauten, dass sein Sohn sich weigern würde, für ein Team zu spielen, sollte er gedraftet werden.Michael Benson: Wayne Gretzky: Hockey Player 2004, S. 14. Bei der Veranstaltung wurde Wayne Gretzky in der ersten Runde an dritter Gesamtposition von den Sault Ste. Marie Greyhounds ausgewählt, mit denen Walter keine Korrespondenz geführt hatte. Zunächst weigerten sich beide, in das Engagement bei den Greyhounds einzuwilligen. Erst nachdem Cheftrainer Murray MacPherson dem Stürmer reichlich Einsatzzeit zugesichert und im Falle einer Verletzung oder der Demission aus dem Kader ebenfalls die Zustimmung für die finanzielle Absicherung einer Ausbildung bewilligt hatte,Jessica Morrison: Wayne Gretzky: Greatness on Ice. 2011, S. 28. einigten sie sich mit den Gretzkys schließlich auf ein Vertragsverhältnis.Jessica Morrison: Wayne Gretzky: Greatness on Ice. 2011, S. 29. Sein Sohn erhielt mit Gus Badali einen Spielerberater und vereinbarte mit diesem und seinem Vater, dass er seinen Wohnsitz fortan nach Sault Ste. Marie verlegen wird.