Der Nahverkehr in Osnabrück besteht hauptsächlich aus einem Stadtbussystem. Das Regionalbusnetz ist in das Stadtnetz integriert. Wichtigster Umsteigeknoten zum Schienenverkehr ist der Hauptbahnhof (IC- und ICE-Knoten). Im Stadtgebiet gibt es für den Schienennahverkehr zwei weitere Stationen (Osnabrück Altstadt und Osnabrück-Sutthausen). Betreiber des städtischen Busverkehrs ist die Stadtwerke Osnabrück AG.
Der Nahverkehrsplan für die Stadt und den Landkreis Osnabrück wird von der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück GmbH erstellt. Geschäftsführer ist Ronald R. F. Lünser. Der Nahverkehrsplan hat eine Option für eine innerstädtische Ausfädelung aus regionalen Schienenstrecken mit einer Straßenbahn. Organisiert wird der Nahverkehr von den Partnern der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS).
mini|Theodor-Heuss-Platz am Hauptbahnhof mit zentralem Busbahnhof
Geschichte Schienenverkehr Die Hannoversche Westbahn erreichte Osnabrück im Jahr 1855, als der Hannoversche Bahnhof entstand. Damit war die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Ein Jahr später folgte die Streckenerweiterung nach Rheine und Emden. Innerhalb der Stadt gab es jedoch noch keinen öffentlichen Personennahverkehr. Fünfzehn Jahre später folgte auch die erste Anbindung in Nord-Süd-Richtung, am 1. September 1871 wurde die Strecke von Münster nach Osnabrück durch die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet und in den folgenden drei Jahren bis Hamburg verlängert. Die Strecken kreuzten sich östlich der Innenstadt, der Bremer Bahnhof der letztgenannten Strecke lag auf Höhe der Buerschen Straße. Die beiden Bahnhöfe lagen damit rund einen Kilometer auseinander, was für Umsteiger zwischen den Strecken nicht gut war.
1886 wurde die Bahnstrecke Osnabrück–Bielefeld (Haller Willem) eröffnet. Der Personenverkehr auf dem niedersächsischen Abschnitt dieser Strecke endete 1984. Rund zwanzig Jahre später, im Juni 2005, erfolgte jedoch eine Reaktivierung mit gleichzeitiger Einführung eines Verbundtarifes ausschließlich für diese Verbindung.
Im Jahr 1895 wurde schließlich der Centralbahnhof, der heutige Hauptbahnhof, am Kreuzungspunkt der beiden Hauptbahnstrecken in der Bauweise eines Turmbahnhofes eröffnet und der Hannoversche sowie der Bremer Bahnhof für den Personenverkehr aufgegeben. Da nun dadurch die nördliche Innenstadt weiter von einem Bahnhalt entfernt lag, wurde 1896 der Haltepunkt Osnabrück Hasetor (heute Osnabrück Altstadt) an der Bahnstrecke Löhne–Rheine eingerichtet. Weitere heute stillgelegte Bahnstationen gab es in Eversburg, Hörne – nunmehr Betriebsbahnhof am Beginn des Haller Willems – und Lüstringen. An der Strecke Osnabrück–Rheine in der Gemeinde Lotte, direkt auf der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen, bestand der Bahnhof Lotte. Im Bereich des Stadttarifes Osnabrück / Belm an der Strecke Richtung Bremen lag außerdem der Haltepunkt Belm.
Anfang des 20. Jahrhunderts entstand die schmalspurige Tecklenburger Nordbahn Osnabrück-Eversburg – Recke – Rheine-Altenrheine. Nach Umbau auf Normalspur erreichten die Züge nach der Einfädelung in das Hauptnetz in Eversburg zwischen 1935 und 1965 auch den Osnabrücker Hauptbahnhof. Der reguläre Personenverkehr ist heute eingestellt. Es gibt jedoch einen Güter- und Museumsbahnbetrieb („Pingel-Anton“ ab Bahnhof Osnabrück-Piesberg).
In Elstermanns Fahrplänen von 1976 wurden folgende Eisenbahnstrecken veröffentlicht für Osnabrück: 100 Münster (W.) – Osnabrück – Diepholz – Bremen 202 Osnabrück – Dissen-Bad Rothenfelde – Halle – Bielefeld 270 Oldenzaal – Rheine – Ibbenbüren – Osnabrück – Bünde (W.) – Löhne (W.) 275 Osnabrück – Bramsche – Quakenbrück – Oldenburg 276 Osnabrück – Bramsche – Vechta – Delmenhorst
Straßenbahn Um 1880 lebten bereits über 30.000 Menschen in der Stadt, die Einrichtung eines Nahverkehrsmittels wurde immer dringender. Am Anfang der 1880er Jahre wurde daher der Bau einer Pferdebahn diskutiert und 1882 schließlich auch vertraglich festgelegt, die Baufirma trat jedoch von diesem Vertrag wieder zurück. Ein Jahr später schlug das Stahlwerk Osnabrück vor, drei Strecken einzurichten. Auf einer sollten „rauchlose Lokomotiven“ fahren, die übrigen als Pferdebahn betrieben werden. Jedoch stellte die Reichsbahn derartige Bedingungen an die zu errichtende Querung der Bahnschienen, dass auch dieser Plan bald fallen gelassen wurde.
Im Jahr 1897 wandte sich der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein an die Stadt und schlug die Errichtung einer meterspurigen elektrischen Straßenbahn vor. 1900 wurde ein weiteres Projekt vorgelegt, nach dem eine normalspurige Straßenbahn aus der Stadt bis nach Hellern gebaut werden sollte, die neben dem Personenverkehr auch dem Transport der in Hellern produzierten Ziegel dienen sollte. Jedoch scheiterten auch diese Projekte noch vor der Vertragsunterzeichnung.
Für den innerstädtischen öffentlichen Personennahverkehr wurde im Jahr 1906 die Osnabrücker Straßenbahn eröffnet (Spurweite 1000 mm, 550 Volt). Es gab zunächst die beiden folgenden Linien: Linie 1 mit blauer Kennfarbe vom Hauptbahnhof über Neumarkt und Nikolaiort zur Lotter Straße (Depot) sowie Linie 2 mit roter Kennfarbe vom Johannistor (Rosenplatz) über Neumarkt und Nikolaiort zum Hasetor. Linie 2 wurde 1910/19 in zwei Schritten über die Iburger Straße bis Schölerberg verlängert. 1924/28 kamen Erweiterungen vom Hasetor bis zur Haster Mühle hinzu. Eine dritte Linie ging 1925 zunächst ab Arndtplatz bis Buersche Straße in Betrieb; vier Jahre später war der Endpunkt Schinkel erreicht. 1927 erfolgte eine Verlängerung der Linie 1 bis zum Heger Friedhof (Schweizerhaus). Anschließend erfolgte noch ein Ausbau vom Arndtplatz durch die Martinistraße zum Martiniplatz (heute Heinrich-Lübke-Platz). Am Anfang der 1930er Jahre waren damit die Grundzüge des Osnabrücker Straßenbahn-Netzes erreicht, mit denen es bis zum Ende der 1950er Jahre bestand.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es noch zu zwei Ergänzungen: 1948 von der Haster Mühle bis Haste und 1953 von der Ernst-Sievers-Straße (Schweizerhaus) bis Heger Friedhof. Damit wurden die folgenden Linien befahren: Linie 1 Hauptbahnhof – Möserstraße – Hauptpost – Herrenteichsstraße – Nikolaiort – Rißmüllerplatz – Heger Tor – Lotter Straße – Heger Friedhof Linie 2 Schölerberg – Johannisfriedhof – Iburger Straße – Rosenplatz (Johannistor) – Johannisstraße – Neumarkt – Nikolaiort – Hasetor – Haster Mühle – Haste (Bramstraße) Linie 3 Schinkel – Schützenstraße – Rosenburg – Buersche Straße – Alte Poststraße – Wittekindstraße – Hauptpost – Neumarkt – Neuer Graben – Martinistraße – Arndtplatz – Martiniplatz (Heinrich-Lübke-Platz) Der Straßenbahnbetrieb wurde zwischen dem 30. November 1958 (Linie 3) und dem 29. Mai 1960 (Haster Mühle – Schölerberg) in drei Schritten eingestellt.
Oberleitungsbus
Osnabrück hatte ab Ende 1949 bis Mitte 1968 ein O-Bus-Netz mit zuletzt drei Hauptlinien und einer Streckenlänge von etwa 26 km. Die ersten rund zehn Betriebsjahre ergänzten O-Busse das Straßenbahnnetz. Startpunkt war der Rißmüllerplatz, Ziel Eversburg und Atter. Sie ersetzten dort die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg bestehenden Kraftomnibuslinien. 1958 beschloss die Stadt, alle Straßenbahnlinien einzustellen und durch Oberleitungs- oder auch Dieselbusse zu ersetzen. In den beiden Folgejahren wurde das O-Bus-Netz daraufhin erheblich erweitert. Nur die Straßenbahn in Richtung Haste wurde durch Kraftomnibusse ersetzt. Die letzte Netzerweiterung nach Schinkel-Ost erfolgte erst zwei Jahre vor der Einstellung des O-Bus-Betriebes. Eingesetzt wurden zuletzt etwa 30 Fahrzeuge, ein Teil von ihnen waren Anderthalbdecker. Der O-Bus-Verkehr in Osnabrück endete im Jahr 1968.
Omnibus Nachdem die Pläne für eine Pferdebahn mehrfach gescheitert waren, bot der Fuhrunternehmer Rahe ab Weihnachten 1888 regelmäßige Fahrten mit dem Pferdeomnibus zwischen Johannistor und Hofhaus an. Nur ein Vierteljahr später eröffnete er auch eine zweite Linie, die vom Rathaus zu beiden Bahnhöfen führte. Allerdings führten der schlechte Zustand der Straßen und häufige Wartezeiten an den Bahnübergängen dazu, dass die Verbindungen kaum attraktiver als ein Fußmarsch waren. Schon 1899 wurden diese Fahrten daher wieder eingestellt, auch die fünf Jahre vorher eingeführte Verbindung zum neuen Hauptbahnhof am Kreuzungspunkt der beiden Fernbahnstrecken hatte sich als unwirtschaftlich erwiesen.
Die erste Diesel-Omnibuslinie in Osnabrück wurde am 12. Oktober 1924 eröffnet: die Osnabrücker Omnibusgesellschaft befuhr mit ihren Bussen eine Ringlinie vom Neumarkt durch den Stadtteil Schinkel und wieder zurück. Diese Linie konnte die Verkehrsströme jedoch nicht bewältigen und wurde nach nur zwei Jahren von der Straßenbahn ersetzt. Die Busse wurden von 1926 an auf der Linie vom Rißmüllerplatz nach Eversburg eingesetzt.
Am 1. Januar 1929 übernahmen die Stadtwerke die Gesellschaft und betrieben ab diesem Zeitpunkt damit erstmals eigenen Busverkehr. Ein Jahr später folgte die Linie vom Hauptbahnhof/Rosenplatz nach Voxtrup. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden einige neue Fahrzeuge angeschafft, 1941 standen 18 Busse und drei Anhänger im Dienst der Stadtwerke. Durch die Auswirkungen des Krieges wurde jedoch auch das städtische Busnetz schwer in Mitleidenschaft gezogen, erst Anfang des Jahres 1946 konnte der Linienverkehr wieder aufgenommen werden. Zunächst wurden die Vorkriegsstrecken wieder in Betrieb genommen, aber bald darauf auch weitere Strecken neu eröffnet. Lediglich die Linie 5 (Rißmüllerplatz-Eversburg/Atter) wurde von 1949 bis 1968 nicht mit Omnibussen befahren oder eine Straßenbahn in die Innenstadt vorgesehen.
Im Jahr 1956 beschafften die Stadtwerke den ersten Anderthalbdecker-Omnibus. Nachdem zuvor auf den stärker frequentierten Strecken Busse mit Anhängern unterwegs waren, konnte nun mit einem kürzeren Fahrzeug eine größere Anzahl Fahrgäste transportiert werden. Aus diesem Grund wurden in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Großraumbusse dieser Bauart beschafft, die in den 1960er Jahren das Straßenbild in Osnabrück prägten. Mit dem Aufkommen der VÖV-Standardlinienbusse um 1970 und gleichzeitigen Verlängerungen der Haltestellen wurden die Anderthalbdecker aber wiederum durch Gelenkbusse ersetzt.
In den 1990er Jahren war das Liniennetz auf eine ganz besondere Art geordnet: Linien in Richtung A→B trugen gerade, in umgekehrter Richtung ungerade Nummern (z. B. 31, 33, 41 und in Gegenrichtung 32, 34, 42). Dadurch bestand nicht nur an einem Treffpunkt – wie bei einigen modernen Stadtbussystemen heute, wenn ein sternförmiger Betrieb mit zentralem Endpunkt besteht –, sondern an allen Haltestellen eine klare Richtungszuordnung aller Linien.
1996 wurde die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück gegründet. Ziel war eine Integration des Regionalbusverkehrs in das Stadtnetz. Das dafür entwickelte „Osnabrücker Modell“ erlangte große Beachtung und hat bis heute Vorbildfunktion. Ab 1998 erfolgte die Neugestaltung des Liniennetzes. Das bestehende Richtungssystem wurde ersetzt, Regionalbusse erhielten gleiche Bezeichnungen wie die Stadtbuslinien, jedoch mit im Uhrzeigersinn vorangestellter Hunderternummer (300→Melle, 400→Bad Rothenfelde etc.). Es wurde ein für Stadt- und Umland geltender durchgehender Taktfahrplan („City-Takt“ und „Regio-Takt“) eingeführt. Nicht einbezogen war und ist dabei mit einer Ausnahme der Schienenverkehr.
Nachdem in den 1970er Jahren erstmals mehr als 20 Mio. Fahrgäste befördert wurden, ist diese Zahl mittlerweile (Stand 2018) auf über 36 Mio. gestiegen. Um den Verkehr auf den 24 Linien zu bewältigen, wurden im Jahr 2018 151 Busse durch die Stadtwerke eingesetzt.
Es gab in den 1970er Jahren Elstermanns Fahrpläne für die Stadt Osnabrück und die Umgebung. Darin wurden die Stadtbuslinien in Osnabrück veröffentlicht, wobei es immer eine einstellige Grundnummer gab, zu der dann ein- und zweistellige Liniennummern gehörten.