Die Straubing Tigers () sind ein Eishockeyclub aus Straubing, der in der Deutschen Eishockey Liga spielt. Organisiert wird die Mannschaft von der Straubing Tigers GmbH, in die die Profiabteilung des Stammvereins EHC Straubing im Jahr 2002 ausgelagert wurde.

Die bislang größten Erfolge des Clubs, dessen Mannschaften ihre Heimspiele im 5635 Zuschauer fassenden Eisstadion am Pulverturm austragen, waren nach dem Aufstieg in die DEL im Jahr 2006 das Erreichen des Playoff-Halbfinales in der Saison 2011/12 und 2023/24, die Teilnahmen an der Champions Hockey League samt Erreichen des Achtelfinals im Jahr 2022 und 2024 sowie das Erreichen des Finales im Spengler Cup 2024. Die Vereinsfarben der Straubing Tigers sind blau und weiß.

Geschichte Die Anfänge: Bann Straubing und TSV 1861 Straubing (1941 bis 1966) Max Pielmaier gilt als Begründer des Eishockeys in Straubing. Der damals 14-Jährige organisierte 1941 zusammen mit seinen zwei Jahre älteren Freunden Max Pellkofer und Harry Poiger eine Jugendmannschaft. Die Gründe dafür waren vermutlich das Buch Jagd hinter dem Puck. Eishockey – herzhaft und humorvoll von Gustav Jaenecke und der Wunsch Frauen wie die norwegische Eiskunstläuferin Sonja Henie zu erobern.Willi Lüdeking: Der Stolz einer Stadt – Eishockey in Straubing. Straubing 2008 Das erste offizielle Eishockeyspiel in der Straubinger Geschichte wurde am 1. Februar 1942 bestritten, als die Straubinger Mannschaft in Hof zur Gebietsmeisterschaft antrat. Das Spiel gegen die Gebietsmannschaft ging mit 1:0 verloren. Nach der ersten Niederlage folgten weitere vier Pleiten, das schlechteste Ergebnis gab es mit einer 9:0-Niederlage am 22. Februar 1942 in Rosenheim. Der erste Torerfolg wurde am 1. Januar 1943 im Spiel gegen den SC Weßling verbucht. Bei der 2:4-Niederlage erzielten Röhrl, der insgesamt dreimal für Straubing spielte, und Max Pellkofer die Tore. Als nächster Straubinger Spieler trug sich Harry Poiger in die Torschützenliste ein, er traf beim 8:1 in Landshut am 10. Januar 1943. Das Rückspiel gegen Landshut am 31. Januar 1943, das die Mannschaft mit 2:0 verlor, war das letzte Spiel während des Zweiten Weltkriegs, das Bann Straubing bestritt, da mittlerweile auch Jugendliche zum Wehrdienst eingezogen wurden.

Nach Kriegsende beschlossen die ehemaligen Spieler von Bann Straubing sich dem TSV 1861 Straubing anzuschließen. Die Organisation von 1941 bis 1943 war unter dem Dach der Hitlerjugend geschehen. Beim TSV wurde im Winter 1946 eine Eishockeyabteilung gegründet, deren erster Abteilungsleiter Max Pielmaier wurde. In der Saison 1947/48 trat der TSV Straubing erstmals in der Natureis-Kreisklasse an, Spielort war wie bei den Spielen während des Kriegs der Eisweiher am Stadtrand nahe dem Pulverturm. Nach zwei Siegen, 1:0 beim EV München und 2:0 gegen den SV Donaustauf, stieg die Straubinger Mannschaft in die Landesliga auf. Die Spieler der Meistermannschaft waren Torhüter Hans Ebenburger, Harry Poiger und Fritz Brandl in der Verteidigung, Antoni Emmerich, Max Pielmaier, Werner Jansen, Max Pellkofer, Günther Scheuring, Dof Hidas und Schoula im Sturm.tigershockey.de: Geschichte der Straubing Tigers bis 1981 Der erste Star in der Geschichte des Eishockeys in Straubing war Antoni Emmerich, der bereits als 14-Jähriger in der rumänischen Eishockeynationalmannschaft spielte.

Saison Liga Klasse Vorrunde Play-offs 1947/48 BKK I I Meister Aufstieg 1948/49 BLL I I Abstieg49/50-57/58 BKK I I I 1958/59 BKL I V 1959/60 BKL I V Meister Aufstieg 1960/61 BLL I I I 61/62-62/63 BLL I V 1963/64 BLL I V Abstieg 1964/65 BKL V Meister Aufstieg 1965/66 BLL I V

Die Saison 1948/49 war weniger erfolgreich, die Mannschaft stieg in die Kreisklasse ab. In der Saison 1959/60 gelang dem TSV Straubing nach der gewonnenen Meisterschaft in der Kreisklasse Ost der Aufstieg in die Landesliga. Zunächst wurde die Klasse gehalten, 1964 folgte der Wiederabstieg. Durch die erneute Meisterschaft 1965 folgte der sofortige Wiederaufstieg in die Landesliga.

Bau des Stadions und Aufstieg in die 2. Bundesliga (1967 bis 1979) Nachdem der Verein 1960 erstmals einen Antrag zur finanziellen Unterstützung für ein Kunsteisstadion gestellt hatte, wurde 1967 mit dem Bau begonnen. Nach drei Monaten Bauzeit, es war eine offene Eisfläche mit Tribünen errichtet worden, wurde das Eisstadion am Pulverturm am 18. November 1967 mit einem Spiel gegen Preussen Berlin eingeweiht. In der Saison 1968/69 startete der TSV Straubing in der Kunsteis-Bayernliga und erreichte den zweiten Platz.

1969 kam der tschechoslowakische Nationalspieler Zdeněk Haber als Spielertrainer von Škoda Pilsen nach Straubing. Unter seiner Führung stieg die Mannschaft nach der Saison 1969/70 in die Regionalliga, damals die dritthöchste deutsche Spielklasse, auf. Nachdem die Arbeitserlaubnis von Haber nicht verlängert worden war, kehrte er nach einem Jahr in die Tschechoslowakei zurück. Sein Nachfolger wurde der Tschechoslowake Jiří Wabnegger. Wabnegger fungierte in der Saison 1970/71 ebenfalls als Spielertrainer, als weitere Neuzugänge kamen Bohumil Kratochvíl aus Hof, sowie Rupert Kreitmeier und Manfred Weigl aus Landshut. Am Ende der Hauptrunde belegte die Mannschaft als Neuling den ersten Platz und bestritt die Aufstiegsrunde gegen Vereine wie die Düsseldorfer EG 1b, Hamburger SV, VERC Lauterbach, EHC Stuttgart und EV Regensburg. Der TSV erreichte den zweiten Platz der Aufstiegsrunde und stieg dadurch erstmals in die Oberliga auf. In der zweithöchsten deutschen Liga wurde die Klasse im Folgejahr gehalten und in der Saison 1971/72 der elfte Platz belegt. Nach der Saison 1972/73 folgte der Abstieg in die Drittklassigkeit, nach dem Erreichen des zehnten Platzes. Grund dafür war, dass durch die Einführung der 2. Bundesliga die Plätze eins bis neun zum Verbleib in der zweithöchsten Klasse berechtigen. Saison Liga Klasse Vorrunde Play-offs 1966/67 BLL I V 1967/68 BLL I V BYL neu ↑ 1968/69 BYL I V 2. Platz Vizemeister 1969/70 BYL I V Aufsteiger ↑ 1970/71 RL/Süd I I I Meister RL-Vizemeister↑ 1971/72 OL I I 11. Platz – 1972/73 OL I I 10. Platz – 1973/74 OL/Süd I I I Vizemeister 3. Quali-2. BL 1974/75 OL/Süd I I I Vizemeister Meister ↑ 1975/76 2. BL I I 10. Platz – 1976/77 2. BL I I 7. Platz 1. Quali-2. BL 1977/78 2. BL I I 7. Platz 1. Quali-2. BL 1978/79 2. BL I I 4. Platz – ↑ ↓ Auf-/Abstieg

Für die Saison 1973/74 wurde der sofortige Wiederaufstieg als Ziel gesetzt. Erstmals spielten mit dem Schweden Bo Carlquist und dem Finnen Esa Ranne zwei Skandinavier in Straubing, weitere Neuzugänge waren der Landshuter Wolfgang Dylla und die beiden Regensburger Karel Dadek und Max Lang. Nach dem zweiten Platz in der Hauptrunde reichte es zum dritten Rang in der Aufstiegsrunde, woraufhin der Verein in der Oberliga verblieb. Zur Saison 1974/75 verstärkten die Kanadier Lei Hartvikson und Terry Robitaille den TSV, aus dem eigenen Nachwuchs kamen Günther und Peter Lupzig zur Mannschaft. In der Hauptrunde belegte der TSV erneut den zweiten Platz, die Aufstiegsrunde war in zwei Gruppen mit je vier Mannschaften gegliedert. Nach dem Gruppensieg traf das Team in den Entscheidungsspielen auf den EV Regensburg, besiegte diesen mit 4:3 und 4:2 und stieg dadurch in die 2. Bundesliga auf.

Nach einem unbefriedigenden Start in die Saison 1975/76 beendete Trainer Rudi Wagner seine Karriere, für ihn kam der ehemalige tschechoslowakische Nationalspieler Jiří Hanzl vom SC Riessersee. Mit sechs Siegen in 36 Spielen wurde der letzte Platz belegt. Der Verein verblieb in der 2. Bundesliga, da diese in der nachfolgenden Spielzeit auf zwölf Mannschaften aufgestockt wurde. In der darauffolgenden Saison 1976/77 gelang der siebte Platz in der Hauptrunde. Die Aufstiegsrunde verpasste der TSV knapp, in der Abstiegsrunde wurde der Klassenerhalt sichergestellt. Als Ziel für die Saison 1977/78 wurde das Erreichen der Aufstiegsrunde ausgegeben. Die Mannschaft bestand zum größten Teil aus etablierten Spielern, zu nennen sind vor allem Torhüter Hans Hutterer, der kanadische Verteidiger Paul Dixon und Stürmer Jiří Wabnegger. Vor der Saison neu hinzugekommen war der ehemalige Nationalspieler Michael Mauer. Das gesteckte Saisonziel Aufstiegsrunde wurde wiederum verpasst, in der Abstiegsrunde belegte Straubing erneut den ersten Platz.

In der Saison 1978/79 stand eine völlig neue Straubinger Mannschaft auf dem Eis. Jiří Wabnegger beendete seine Karriere, auch nicht mehr zur Verfügung standen Paul Dixon, Klaus Huber, Bill Horton, Michael Mauer, Gerhard Seiberl und Bernd Setzer. Jiří Hanzl gab das Traineramt ab, als Nachfolger kam Rudi Hejtmanek vom EV Landshut. Neue Spieler waren Bob Laycock, Craig Stewart und Win Winofsky, die aus Kanada nach Straubing kamen, aus Landshut wechselten Michael Eibl, Christian Vogl sowie der Rückkehrer Wolfgang Dylla an den Pulverturm. Zusätzlich stießen vielversprechende Nachwuchsspieler zu der Mannschaft, unter ihnen Torhüter Peter Zankl. Die Saison verlief erfolgreich, der TSV Straubing wurde Tabellenvierter hinter dem Duisburger SC, dem ERC Freiburg und dem EHC 70 München. Erfolgreichster Spieler war mit 62 Punkten (41 Tore, 21 Assists) der neue Publikumsliebling Bob Laycock.

„TSV Laycock“ und Gründung des EHC Straubing (1979 bis 1982) In der folgenden Saison kam Bobs jüngerer Bruder Robin Laycock zum TSV. Die Laycock-Brüder verstanden sich auf dem Eis und bildeten ein schlagkräftiges Sturmduo. In der Saison 1979/80 war der TSV im heimischen Stadion kaum zu bezwingen und die Mannschaft stand nach der Hälfte der Spiele auf einem Aufstiegsplatz. Die Saison schloss der TSV Straubing auf dem vierten Platz ab, nachdem zu Beginn der Rückrunde mehrere Spiele verloren gingen. Der Höhepunkt der Saison war wohl der 3:1-Sieg im Derby gegen den bis dahin ungeschlagenen Deggendorfer SC am 12. Oktober 1979 vor 6.500 Zuschauern im Straubinger Eisstadion. Die Laycock-Brüder erzielten dabei alle drei Tore. Topscorer der Saison war Robin Laycock mit 142 Punkten (89 Tore, 53 Assists) vor seinem Bruder Bob Laycock mit 139 Punkten (69 Tore, 70 Assists). Die Konkurrenz nannte den Straubinger Verein wegen der überragenden kanadischen Brüder nur mehr „TSV Laycock“. Saison Liga Vorrunde Play-offs 1979/80 2. BL 4. Platz – 1980/81 2. BL 4. Platz – 1981/82 2. BL/Süd 6. Platz 3. Quali-2. BL 1982/83 2. BL 7. Platz Konkurs und Abstieg Die Laycock-Brüder spielten auch in der Saison 1980/81 für den TSV Straubing, trotz mehrerer Angebote von Bundesliga-Vereinen. Vladimír Čechura trat die Nachfolge von Rudi Hejtmanek an der Bande des TSV an, nach fünf Abgängen kamen Werner Hännl aus Regensburg, Stefan Reiter aus Bad Tölz und Achim Sipmeier aus der eigenen Jugend zur Mannschaft. Trainer Čechura war glücklos in Straubing, nach der Vorrunde stand der TSV auf dem siebten Tabellenplatz. Daraufhin wurde Čechura im Dezember 1980 entlassen, sein Amt übernahm Paul Dixon, der von 1976 bis 1979 selbst für den TSV auf dem Eis gestanden hatte. Unter seiner Führung erreichte das Team in der Rückrunde eine Bilanz von 27:3 Punkten und belegte am Saisonende zum dritten Mal in Folge den vierten Platz der 2. Bundesliga. Die besten Scorer des TSV waren abermals die Laycock-Brüder, sie standen auch in der Ligastatistik ganz oben. Robin erreichte 138 Punkte (83 Tore, 55 Assists), Bob gelangen 136 Punkte (61 Tore, 75 Assists). Nach der Saison wechselten die Laycocks zum EV Landshut in die Bundesliga, mit dem sie 1983 auch die deutsche Meisterschaft gewannen.