mini|Vorgelagerter Turm der Burgruine Leonrod mini|Kapelle St. Georg

Leonrod ist ein Gemeindeteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Leonrod hat eine Fläche von 2,101 km². Die Gemarkung ist in 370 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 5679,11 m² haben.

Geografie Das Dorf liegt im Biberttal. Im Ort mündet der Kiengraben als rechter Zufluss der Bibert und der Hutweihergraben als Zufluss in den Hutweiher. Des Weiteren entspringt hier der Wiesengraben, der in Dietenhofen als rechter Zufluss in die Bibert mündet. Im Westen liegt das Bayreuther Holz, 0,5 km südlich liegt die Flur Koller, 0,75 km nördlich das Sandfeld.

Die Kreisstraße AN 24 führt an der Stolzmühle vorbei nach Ebersdorf (1,8 km nordwestlich) bzw. nach Dietenhofen (1,4 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Neudorf (1,4 km nördlich), nach Rüdern (1,2 km südlich) und nach Dietenhofen (1,4 km östlich).

Geschichte Leonrod (möglicherweise von althochdeutsch hleo, hlewes, Grabhügel ) wurde 1218 als „Lewenrode“ erstmals urkundlich erwähnt und war das Dorf bei der Ganerbenburg. Leonrod entwickelte sich aus drei ursprünglich eigenständigen Orten, die zu Leonrod zusammengewachsen sind. Das waren das nördlich der Bibert gelegene „Heylingsdorff“, „Heiligendorf“ oder „Seeligendorff“ sowie das südlich der Bibert gelegene „Moosdorf“. Heylingsdorff wurde um 1700 erstmals urkundlich erwähnt, allerdings tauchten im 18. Jahrhundert immer wieder Urkunden mit der Ortsbezeichnung Seeligendorf auf. In einer Urkunde von 1739 wurde von einer Ortskapelle berichtet. Moosdorf müsste sich dort befunden haben, wo heute das Gasthaus steht. Im Gasthaus wurde bis 1923 auch Bier gebraut.J. Kollar: Markt Dietenhofen, S. 164 ff.

Am südwestlichen Ortsrand steht die Ruine Leonrod, eine Ganerbenburg der Familie von Leonrod. Die im 13. Jahrhundert erbaute Wasserburg überstand den Dreißigjährigen Krieg unbeschadet und brannte im Jahr 1651 ab, als Gestrüpp im Burggraben verbrannt werden sollte.So J. Kollar: Markt Dietenhofen, S. 164. Nach H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 106, soll sie 1616 – also vor dem Dreißigjährigen Krieg – abgebrannt sein. Die Burg befindet sich im Besitz einer Erbengemeinschaft, die auf das seit 1951 ausgestorbene Geschlecht zurückgeht.

Leonrod unterstand ursprünglich zwei Halsgerichtsbarkeiten, der Teil südlich der Bibert gehörte nach Ansbach, der nördliche nach Markt Erlbach.J. Kollar: Markt Dietenhofen, S. 165.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Leonrod 25 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Dietenhofen. Grundherren waren das Kastenamt Dietenhofen (24 Anwesen: 1 Brauhaus, 1 Hof, 15 Güter, 7 Häuser) und das Rittergut Neudorf (Ruine Leonrod mit Jägerhaus).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 110.Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1801) wird der Ort folgendermaßen beschrieben: „Leonrod, ein im Ritterorte Altmühl gelegenes Dorf und Schloß, das Stammhaus der Grafen von Leonrod an der Biebert, oberhalb Dietenhofen, wohin auch die Einwohner pfarren, im Jurisdiktionsbezirke des Oberamtes Ansbach. Das Schloß ist verfallen.“ J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Band 3, Sp. 331. Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. Das Jägerhaus unterstand von 1797 bis 1806 dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.

Im Jahre 1810 kam Leonrod an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Dietenhofen und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Ebersdorf zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Leonrod.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim S. 223. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Ein Anwesen unterstand bis 1833 dem Patrimonialgericht Neudorf.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 202 f. Ab 1862 gehörte Leonrod zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt-Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Fürth, seit 1972: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,130 km².

Am 1. Juli 1969, also noch vor der Gebietsreform in Bayern, wurde Leonrod nach Dietenhofen eingemeindet.

Zwischen dem 17. August 1931 und dem 25. September 1971 verkehrte die Bibertbahn durch das Ortsgebiet, zum Winterfahrplan 1931/32 wurde ein Haltepunkt im Ort eingerichtet.

Baudenkmäler Burgruine Leonrod: Wasserburg, Hauptburg, vier Gebäude um einen Bergfried, 13.–16. Jahrhundert; Vorburg, ehemalige Kapelle St. Georg, kleiner Saalbau, um 1327. Haus Nr. 1: Jägerhaus, Walmdachhaus mit Fachwerkobergeschoss, 17./18. Jahrhundert Haus Nr. 19: Gasthaus Weinländer, zweigeschossiges, verputztes Mansarddachhaus, 18. Jahrhundert Haus Nr. 25: eingeschossiges Wohnstallhaus des 18. Jahrhunderts; 1820 umgebaut; Erdgeschoss teilweise Quader, ausgewechselt laut Inschrift „18 Johann Georg Schwart 20“; Scheune in konstruktivem Fachwerk, 18. Jahrhundert; im zweigeschossigen Giebel zwei bzw. eine rundbogige Ladeluke; an einem Pfeiler der Toreinfahrt Wappen und Inschrift „IMEM/1798“R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 100. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2005 2013Einwohner 146 177 175 189 175 156 148 151 143 143 131 128 116 104 123 122 121 118 126 175 177 169 178 174 202 187 190HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 27 29 30 29 31 27 25 29 32 49 Quelle auf: dietenhofen.de

Wappen

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Andreas (Dietenhofen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, seit den 1980er Jahren ist die Pfarrei St. Bonifatius (Dietenhofen) zuständig.

Wanderwege Durch Leonrod verlaufen die Fernwanderwege Deutschherrenweg und Zollernweg sowie der Bibertrundweg.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Dietenhofen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1218 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1969 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach