mini|Ortskarte des Katasters (1854) mini|hochkant=1.1|Pfarrgarten
Schöndorf (moselfränkisch: Schennerf) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat.
Geographische Lage Schöndorf liegt am nordwestlichen Rande des Osburger Hochwaldes, auf halber Höhe über dem Ruwertal. Westlich von Schöndorf fließt die Ruwer. Ihr fließen der Entergraben im Naturschutzgebiet Enterbachtal und der Rotegraben zu.
Zu Schöndorf gehören der Ortsteil und ehemalige Gutshof Lonzenburg mit dem Neuhof, der Ortsteil Pluwigerhammer, sowie die Wohnplätze Raulsmühle an der Ruwer und Schöndorferheide. Siehe auch die ehem. Schöndorfermühle.
Straßen In Schöndorf und Lonzenburg werden 24 verschiedene Straßennamen geführt. Sie lauten: Altenweg, Am Hügel, Am Reizenwald (Lonzenburg), Auf der Heide, Bahnhofstraße, Bergstraße, Blumenweg, Brunnenstraße, Feldstraße, Flurstraße, Grimoweg, Hauptstraße, Hofstraße (Lonzenburg), Im Bospert, Im Winkel, In der Ronnheck, Margaretenhof, Neustraße, Oberm Schulhaus, Raulsmühle (Lonzenburg), Ringstraße, St. Andreas Straße, Zum Entertal und Zur Insel.Straßentabellen auf kommwis.de
Trivia: eine Schöndorfer Straße gibt es in der Stadt Trier.
Geschichte Im Jahre 634 wurde im Grimo-Testament der Ort als „fidivis“ erwähnt.Hochwälder Geschichtsblätter Heft 11, Nov. 1999
Im Jahre 1228 wird durch Erzbischof Theoderich II. dem Stift St. Paulin die Zugehörigkeit der Kirche in Schöndorf bestätigt. Im Jahre 1839 wird im klassizistischen Stil die Kirche neu erbaut und 1907 mit einem wuchtigen, quadratischen Turm erweitert. Schöndorf ist zentraler Pfarrort für die umliegenden Gemeinden Bonerath, Hinzenburg, Holzerath und Ollmuth.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Schöndorf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 296 1835 434 1871 502 1905 483 1939 652 1950 716 Jahr Einwohner 1961 744 1970 757 1987 761 1997 789 2005 820
Politik Gemeinderat Der Ortsgemeinderat in Schöndorf besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG WGH Gesamt 2024 – 3 7 2 12 Sitze 2019 – 5 7 – 12 Sitze 2014 – 5 7 – 12 Sitze 2009 – 7 5 – 12 SitzeWahlband Kommunalwahl 2009 (wahlen.rlp.de) 2004 – 7 5 – 12 SitzeGemeinderatswahl 2004 Schöndorf (Internet Archive) 1999 2 7 3 – 12 Sitze
Ortsbürgermeister Sonja Ripplinger wurde am 11. Juli 2024 Ortsbürgermeisterin von Schöndorf. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war sie als einzige Bewerberin mit einem Stimmenanteil von 89,1 % für fünf Jahre gewählt worden.
Uwe Kirchartz (FWG) hatte das Amt seit 2014 inne und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister. Der Vorgänger von Kirchartz, Matthias Wick (CDU), hatte das Amt seit 2004 ausgeübt, war 2014 aber nicht erneut angetreten.
Wappen
Sehenswürdigkeiten mini|Kirche St. Andreas (2017) Die katholische Pfarrkirche St. Andreas ist als Kulturdenkmal eingestuft.Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Trier-Saarburg, Seite 34 (PDF; 1,64 MB) Der freistehende Saalbau im klassizistischen Stil wurde 1830/31 von Kommunalbaumeister Johann Baptist Bingler aus Trier errichtet; beachtenswert ist die eingezogene Apsis und die mehrschichtig durch Bogenblenden gegliederte Fassade. Der freistehende neuromanische Glockenturm wurde von Ernst Brand aus Trier im Jahre 1908 hinzugefügt. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht das Pfarrhaus (Hauptstraße) und der Kirchhof mit Priestergrabsteinen und dem Kriegerdenkmal.Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler – Rheinland-Pfalz, Saarland. Deutscher Kunstverlag, München 1984, ISBN 3-422-00382-7
Die Kirche wurde anstelle einer im Jahre 1833 wegen Baufälligkeit abgerissenen früheren Kirche gebaut. Die erste Kirche in Schöndorf wurde 981 in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Egbert erwähnt.
Südlich des Ortes befinden sich in der Nähe von Hinzenburg die Quarzitzüge Fischhuffelsen.
Wirtschaft und Verkehr Mehrere kleine und mittlere Unternehmen sind im Ort ansässig. Bis 2016 gab es auch Geschäftsstellen der Sparkasse Trier und der Volksbank Trier. Schöndorf liegt an der Landesstraße 146 und an den Kreisstraßen 56 und 62. Gemeindestraßen verbinden den Hauptort mit den Ortsteilen Lonzenburg und Neuhof. Ein Verbindungsradweg von gut einem Kilometer Länge führt von der Ortsmitte hinunter zum Pluwigerhammer, wo ein Anschluss an den Ruwer-Hochwald-Radweg besteht, der auf der Trasse der ehemaligen Hochwaldbahn gebaut worden war.
Im ÖPNV ist Schöndorf a. d. Ruwer durch die VRT-Buslinie 31 (Trier – Bonerath), betrieben durch die SWT Stadtwerke Trier Verkehrs-GmbH, angebunden.
Öffentliche Einrichtungen Die Freiwillige Feuerwehr wurde am 22. Juli 1928 gegründet. Sie hat heute 28 Aktive (Stand 2009). Seit dem 1. Juni 1990 gibt es auch eine Jugendfeuerwehr mit derzeit 15 Jugendlichen. Der Förderverein der Feuerwehr Schöndorf e. V. entstand 1996.
Öffentliche Einrichtungen in Schöndorf sind das Bürgerhaus, die Bücherei, das Andreashaus, die Enterbach-Grundschule, die Sporthalle, das Sportgelände, mehrere Spielplätze, der Jugendraum und seit 2017 auch der Bürgerbus Poarbus.
Personen mit Verbindung zu Schöndorf Josef Hasenöhrl (1915–1945), Europameister und Silbermedaillengewinner bei Olympia 1936: In Schöndorf gefallen.
Literatur Zum Dialekt des Ortes Schöndorf gibt es seit September 2003 ein Buch von Willi Körtels, das inzwischen 204 Seiten umfasst. Es informiert über die Redewendungen, die Sprichwörter, die Flurnamen, die Hausnamen und jiddische Ausdrücke. In einem Registerteil kann man die einzelnen Begriffe nachschlagen und ihre Bedeutung erkunden. In einem Grammatikteil wird die Deklination der Nomen und die Konjugation der Verben dargestellt. Außerdem sind einige ausgewählte Begriffe in Dialekt erklärt: Willi Körtels: Schöndorfer Dialekt. Schennerwer Platt, zusammengetragen und bearbeitet von Willi Körtels, [Oberemmel, Ernst-Hartmann-Straße 17]: W. Körtels, 2003, Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 357–358.
Weblinks
Ortsgemeinde Schöndorf
Einzelnachweise
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