Die internationale Deutsche Schule Brüssel (Abkürzung iDSB) ist eine Deutsche Auslandsschule in Wezembeek-Oppem nahe Brüssel. Sie wurde 1803 (also noch vor der Staatsgründung Belgiens 1830) ins Leben gerufen.

Auf einem Gelände im Brüsseler Vorort Wezembeek-Oppem lernen rund 600 Schülerinnen und Schüler. Ein Team aus rund 80 Pädagogen, Erziehern und Verwaltungsmitarbeitern arbeitet an der iDSB. Träger der Privatschule und der angeschlossenen Bilingualen Vorschule ist der Deutsche Schulverein Brüssel vzw.

Bildungsangebot Das Bildungsangebot umfasst eine bilinguale Vorschule, eine Grundschule, einen Real- und Fachoberschulzweig sowie ein Gymnasium. 2003 hat die iDSB als erste deutsche Auslandsschule eine Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung eingerichtet, die ab Schuljahr 2014/2015 um den Fachbereich Sozialwesen erweitert wurde. Es werden alle deutschen Schulabschlüsse bis zum Abitur und dem deutschen internationalen Abitur vergeben. Alle Zeugnisse und Abschlüsse der Internationalen Deutschen Schule Brüssel sind von der Kultusministerkonferenz anerkannt und inländischen Testaten gleichgestellt.

In der Bilingualen Vorschule erwerben Kinder ab drei Jahren bereits früh Kenntnisse und Kompetenzen, um ihnen den Übergang in die Grundschule zu ermöglichen. In altersgemischten Gruppen kümmert sich ein zweisprachiges Erzieherinnenteam auf Deutsch-Englisch oder Deutsch-Französisch um die Kleinsten. Bilinguale Vorschule und Grundschule orientieren sich pädagogisch am Thüringer Bildungsplan für Kinder bis zehn Jahre.

Hauptunterrichtssprache ist Deutsch. Der Fremdsprachenunterricht umfasst die Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Latein und Italienisch. In der Mittel- und Oberstufe werden Geschichte und Physik bilingual (Deutsch-Englisch) angeboten.

Schulleben In den Klassen sind durchschnittlich 20 Schülerinnen und Schüler. Neben den Klassenräumen zählen ein Pausenhof, zwei Sporthallen, eine Bibliothek, die Schulmensa und das Bistro zur Infrastruktur der Schule. Dem Einblick in mögliche Lebenswelten dienen berufsorientierende Praktika, die jährliche Berufsbörse, Exkursionen und Studienfahrten und die Besuche außerschulischer Partner im Unterricht. Die Ganztagsbetreuung wurde in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Ein breites DaZ/DaF-Angebot (Deutsch als Zweit- bzw. Fremdsprache) soll auch nicht deutschen Schülern eine schnelle Integration ermöglichen.

Geschichte 1803–1879: Erste Deutsche Schule Brüssel 1803: Gründung 1860: mehr als 300 Schüler 1879: Schließung wegen Wegfalls städtischer Subventionen 1892–1944: Zweite Deutsche Schule Brüssel 1892: Feierliche Eröffnung 1910: Besuch der deutschen Kaiserin Auguste Viktoria 1918: Letzte Reifeprüfung 1929: Wiederaufnahme des Schulbetriebs 1944: Ausgabe der letzten Zeugnisse, anschließend Auflösung der Schule 1951: Dritte Deutsche Schule Brüssel 1951: Neugründung der Schule und Beginn des Schulbetriebs 1969: Neubau; 1970 Umzug in das neue Gebäude in der Lange Eikstraat 71 in Wezembeek-Oppem 2002: Neuer Schulzweig: die Fachoberschule 2005: Umbenennung in Internationale Deutsche Schule Brüssel 2005: Start des bilingualen Kindergartens 2005: Start des bilingualen Geschichts- und Physik-Unterrichts im Gymnasium 2007: räumliche Erweiterung der Schule durch Aufstellen von Pavillons 2008: Ausstattung der Schule mit Smartboards 2008: Verleihung des Gütesiegels „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ durch die Bund-Länder-Inspektion (BLI) 2011: Erste Vergabe des Deutschen Internationalen Abiturs (DIAP) 2012: Einführung von Tablets für alle Lehrkräfte 2014: Erneute Verleihung des Gütesiegels „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ durch die Bund-Länder-Inspektion (BLI) 2015: Beginn des jährlichen „Jugend Musiziert“-Wettbewerbs 2015: Beginn der Teilnahme am Wettbewerb „Model United Nations“ 2017: Austragung des Landeswettbewerbs „Jugend Musiziert“ für die Region Nord-Ost-Europa 2023: Zum dritten Mal wurde das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ durch die Bund-Länder-Inspektion (BLI) verliehen

Auszeichnungen In den Jahren 2008, 2014 und 2023 wurde die iDSB durch die Bund-Länder-Inspektion als „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ ausgezeichnet. Das Zertifikat wurde am 21. Juni 2023 offiziell durch den deutschen Botschafter Martin Kotthaus überreicht.

Mit dem Projekt „Symposion 2006“ konnte der Schülerwettbewerb der DIHK „Schüler bauen weltweit Brücken“ gewonnen werden. Das Preisgeld von 40.000 Euro floss hauptsächlich in Unterrichtsmaterialien für die naturwissenschaftlichen Fächer.

Der Schulgebäudekomplex Das heutige Hauptgebäude der Schule wurde 1967 von dem deutschen Architekten Karl Otto im Auftrag der Bundesbaudirektion Auslandsabteilung entworfen. Die 1970 eingeweihten Bauten bestehen aus standardisierten Konstruktionselementen, dem „System Brockhouse“, das viele Variationsmöglichkeiten beim Gebäudebau ermöglichte.

Das Nebengebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist dem unteren Alter vorbehalten und ist durch einen Zebrastreifen mit dem Hauptgebäude verbunden.

Bekannte Persönlichkeiten Schulleiter Lothar Wittmann (1933–2017), deutscher Diplomat und Politiker (CDU), Schulleiter von 1978 bis 1985

Schüler Sophie Tassignon (* 1980), belgische Improvisationsmusikerin und Songwriterin Fabian Thylmann (* 1978), deutscher Unternehmer und Investor Christine von Brühl (* 1962), deutsche Autorin und Journalistin

Siehe auch Liste deutschsprachiger Schulen im Ausland

Weblinks

Internationale Deutsche Schule Brüssel

Einzelnachweise

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