Friesenhausen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Aidhausen im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern.

Geschichte Im Jahre 824 schenkte ein gewisser Frieso zusammen mit Cunibraht der Reichsabtei Fulda drei Joch Feld in der heutigen Gemarkung Friesenhausen. Frieso könnte daher auch der Namensgeber des Ortes sein, denn Friesenhausen bedeutet die Behausung (Häuser) des Frieso. Die Urkunde vom 18. oder 19. Juli 824 bezieht sich zweifelsfrei auf den am Fuße des Haßbergs gelegenen Ort, denn die Lage des geschenkten Grundbesitzes wird mit „Frisenhus […] in pago Grapfeld“,„Ego in dei nomine Frieso trado ad sanctum Bonifatium in elemosinam meam et Cunibrahti tria iugera in uilla, quae dicitur Frisenhus, quae est constructa in pago Grapfeld ea ratione ut a die praesente eius dominationi perpetualiter subiaceant. actum in monasterio Fulda […].“ Übertragung nach Dronke, Nr. 450. also Friesenhausen im Grabfeldgau, näher bezeichnet. Damals zählte man die direkt an der Südseite des Haßbergs gelegenen Orte noch zum Grabfeldgau. Diese Präzisierung ist deshalb so wichtig, weil erst in jüngster Zeit eine andere fuldische Urkunde aus dem Jahre 816 fälschlich auf das hier behandelte Friesenhausen, Kreis Haßberge, bezogen wurde.Jene Urkunde von 816 bezieht sich jedoch auf das namensgleiche Friesenhausen (Gemeinde Dipperz) bei Fulda. Wenn in fuldischen Urkunden bei „Friesenhausen“ kein Zusatz steht, ist das unweit des Klosters gelegene Dorf gemeint. Die Urkunde von 816 ist lange bekannt und wird in der Fachwissenschaft von jeher nur mit Friesenhausen bei Dipperz in Verbindung gebracht. Dennoch veranstaltete man, von vermeintlichen Fachleuten angeleitet, 2016 eine 1200-Jahrfeier, die erst für 2024 angestanden wäre.

Bis zum Jahre 1290, in dem ein Goteboldus von Friesenhausen in einer Schenkungsurkunde erwähnt wird, ist keine weitere zuverlässige schriftliche Quelle aus der Frühzeit bekannt. Erst im 14. Jahrhundert lassen sich dann mehrere Zeugnisse ausmachen, die unter anderem die Gebrüder Karl und Aplo von Heldritt nennen. Um 1317 und nochmals 1322 wurden die Brüder Herbord und Fritzo von Abersfeld dort mit Zehnt belehnt. In jenem Jahrhundert werden auch die Herren von Bibra, das Hochstift Würzburg und Dietz, Truchseß von Wetzhausen erwähnt. Karl Zollner von Rottenstein (Rotenstein) war 1355, Kunz, Hans und Otto Zollner waren 1400 dort begüterte Lehensträger. Die meisten von ihnen dürften nicht dort gewohnt haben, sondern bezogen dort nur Einkünfte. Dagegen wird 1407 Kunz Zollner „der Junge“ ausdrücklich als „von Rotenstein zu Friesenhausen“ bezeichnet, woraus abgeleitet werden kann, dass zu dieser Zeit bereits ein befestigter Hof oder eine Burg im Ort bestand. Die älteste sichere Inschrift am heutigen Schloss datiert zweifelsfrei auf 1593(!). Wenngleich offenkundig auch ältere Bauteile integriert sind, fand 1593 eine Überformung im Renaissancestil statt. Bauherren waren unter anderem die Herren von Steinau, genannt Steinrück, die schon seit 1398 in Friesenhausen begütert waren, als ein Karl von Steinau die Hälfte des Ortes kaufte. Ein Junker Zobel sowie die Familie der Marschalk von Ostheim sind für 1620 bezeugt. Ein Allianzwappen Ostheim-Steinau befand sich noch um 1912 im Schloss.Laut Kunstdenkmäler, S. 50, (vgl. Literaturliste) soll sich am Wappen die Jahreszahl 1563 befunden haben. Entweder handelt es sich um einen Zahlendreher des sicheren 1593 oder die Zahl 1563 steht nur mit der Eheschließung in Verbindung. Das steinerne Wappen ist nicht mehr vorhanden. Eine Datierung der noch sichtbaren Renaissance-Bauteile auf 1563 ist nicht möglich, denn die Formen sind bereits vorbarock und entsprechen der Stilstufe um 1600. Es gab spätestens seit dem Ausgang des Mittelalters zwei Adelssitze in Friesenhausen, beide von Wassergräben umgeben, wie dies bei Herrenhäusern in der Ebene üblich war. Von dem zweiten ist nur noch eine Grundrisszeichnung einer kleinen Burg mit mächtigem Rundturm und kleinerem Eckturm inmitten eines Sees überliefert, dazu die Information, dass diese zuletzt als „truchseßisch“ bezeichnet und im Jahre 1741 abgebrochen wurde.

Mit dem Jahr 1404 tritt durch die Nennung in einem Lehnsbuch die Pfarrei Friesenhausen als bereits bestehend in das Licht der Geschichte, ihr Gründungsdatum ist jedoch unbekannt. Mutterpfarrei dürfte Hofheim gewesen sein. Kurze Zeit später, anlässlich der Gründung einer (Rosen-)Kranzbruderschaft zu Hofheim am Martinstag des Jahres 1407, wurde auch ein Pfarrer Heinricus aus Friesenhausen als Mitbruder genannt. Beinahe so alt ist die später evangelisch gewordene, noch heute bestehende gotische Pfarrkirche St. Georg, die am Türsturz des Turmaufgangs die Jahreszahl „1510“ und in einem Schlussstein des Chorgewölbes die Datierung „1521“ zeigt. Zwei weitere Schlusssteine des netzgewölbten Fünfachtelchors sind mit den Wappen der Zollner von Rottenstein und der Truchseß von Wetzhausen geschmückt, woraus deren führende Stellung zu jener Zeit im Ort geschlossen werden kann. Diese Familien dürften gegen 1550 auch die Reformation in Friesenhausen eingeführt haben. Es gab immer Katholiken in Friesenhausen, denn die Benediktinerabtei Theres am Main hielt lange zwei Höfe in ihrem Besitz, deren Hausgenossen als Thereser Untertanen zum katholischen Bekenntnis verpflichtet waren. Einige interessante Epitaphien sowie eine schmucke neugotische Orgel verleihen dem später nach lutherischer Gewohnheit mit Emporen umgebenen Kirchenraum ein stimmungsvolles Ambiente. Leider wurde im Zuge einer neugotischen Baumaßnahme 1862Die Turmerhöhung erfolgte zweifelsfrei 1862, nicht 1861., die eine westliche Blendfassade und eine Turmaufstockung auf etwa 35 m mit sich brachte, ein spätgotischer Flügelaltar veräußert, von dem nur eine fotografische Aufnahme erhalten blieb.Er gelangte nach Würzburg, wo er 1945 wohl verbrannt ist. Ein Foto zeigt den geöffneten Schrein, in dem sich zentral eine bemerkenswerte Pietà befand, flankiert von Anna-Selbdritt und St. Barbara, alle vollplastisch. Während die Pietà stilistisch und von den Proportionen her zum Schrein gehören könnte, dürfte zumindest die Anna-Selbdritt, die zu groß erscheint, nachträglich in den Schrein gestellt worden sein. Die Flügelinnenseiten schmückten ein Heiliger mit gekrümmtem Stab (St. Jacobus maior?) und ein Bischof mit Kirchenmodell (St. Wolfgang?). Beide als Dreiviertelrelief. Zur Ausstattung gehört heute noch ein sechseckiger Taufstein aus der Zeit um 1600, gestiftet von den Marschalk von Ostheim, deren Wappen er auch trägt.

War die lutherische Lehre seit etwa der Mitte des 16. Jahrhunderts, den Ortsherrschaften entsprechend, das beinahe ausschließliche Bekenntnis im Ort, änderte sich dies mit den Herrschaftsverhältnissen am Ende des 17. Jahrhunderts erheblich: 1692 kaufte der Würzburger Fürstbischof Johann Gottfried II. von Guttenberg (reg. 1684–1698) ein Renaissance-Wasserschloss, von dem Teile noch im heutigen Schlossbau erhalten sind, aus der Hand des Georg Sigmund Marschalk von Ostheim als Privatbesitz. Anschließend erwarb er 1696 von Johann Gottlieb Zobel von Giebelstadt auch die heute nicht mehr vorhandene mittelalterliche Wasserburg. Eine weitere Ausweitung seines Einflusses in Friesenhausen machte Guttenbergs unerwarteter Tod 1698 zunichte. Schon 1699 veräußerten die Erben dessen Besitz an den Stiftspropst zu Neumünster, gleichzeitig Domherr zu Würzburg und zu Bamberg, der später in Würzburg sogar zum Dompropst aufsteigen sollte, Johann Philipp Fuchs von Dornheim (1646–1727). Wie bereits Guttenberg forcierte auch er die Ansiedlung von Katholiken, vor allem als Bedienstete im Schloss, beziehungsweise als Arbeitskräfte auf seinem Gutshof, dazu einige Handwerker im Gutsbezirk. So weist eine Zählung im Jahre 1699 schon 25 katholische Haushalte auf, 28 lutherische und 2 jüdische.Diözesanarchiv Würzburg, Dekanatsakten Ebern, Visitationsprotokoll 1699, fol. 7. In einem „Turmzimmer“ des alten Schlosses, gemeint ist wohl die abgegangene Seeburg, wurde eine katholische Kapelle eingerichtet, die Seelsorge übernahm der Kaplan von Hofheim.

Für einen Domherren, der auch das Amt des Domscholasters in Würzburg innehatte, also für das Schulwesen im Bistum Verantwortung trug, zudem war er ein naher Verwandter des regierenden Fürstbischofs Johann Philipp II. von Greiffenclau, war eine standesgemäße Schlosskapelle wohl auch eine Frage des Prestiges. So ließ er von 1713 bis 1715 vom Hofarchitekten Greiffenclaus, dem Hochfürstlich Würzburgischen Stadt- und Landbaumeister Joseph Greissing, in direktem axialem Bezug auf sein kurz zuvor erweitertes Schloss eine prächtige Kirche mit dem Patrozinium Mariae Himmelfahrt errichten. Ursprünglich Privatkapelle, wurde diese erst 1885 zur Pfarrkirche erhoben. Sie ist die erste barocke Einturmfassadenkirche Mainfrankens und erlangte maßgeblichen Einfluss auf die barocke Sakralarchitektur Frankens und weit darüber hinaus. Besonders auch durch Joseph Greissings Amtsnachfolger Balthasar Neumann und dessen zahlreiche Schüler verbreitete sich dieses Fassadenmodell im Laufe des 18. Jahrhunderts bis an den Rhein und an die Mosel.In dieser Traditionslinie steht nicht zuletzt St. Paulin in Trier, an deren Errichtung neben Neumann auch Johann Georg Seitz aus Wiesentheid sowie dessen Sohn Johannes, ein Meisterschüler Neumanns, beteiligt waren. So elegant proportioniert wie das Äußere, so gediegen ist die Innenausstattung, die durchweg von Würzburger Hofkünstlern geschaffen wurde. Mit edlen schwarzen Stuckmarmorsäulen und reichlich Goldstaffierung versehene Altäre zeigen den Stil Balthasar Esterbauers und verraten zudem den Einfluss Kilian Stauffers, von dem auch der festlich pompöse Stuck in Laubwerksformen stammen könnte. Hofmaler Georg Franz Mika signierte 1714 eines seiner drei Altarblätter, von denen eine vorzügliche Himmelfahrt Mariens nach Rubens den Hochaltar schmückt, an den Seitenaltären der Jesuit Franz Xaver bei der Heidentaufe sowie der Kapuzinerpatron Antonius von Padua mit dem Jesuskind zu finden ist. Absolut außergewöhnlich sind die drei Antependien dazu, die, vom Hofschreiner Servatius Arendt gefertigt, den vollständigen Namen des Bauherrn Johann Philipp Fuchs von Dornheim als kunstvoll ineinander verschlungene, geschnitzte und vergoldete Buchstaben präsentieren. Eine erst gegen 1735 von Hoforgelbaumeister Johann Philipp Seuffert gelieferte Orgel, stilistisch eingepasst, stifteten die Erben des Bauherrn, was auch das angebrachte Allianzwappen Dalberg-Zobel zeigt.

Als Johann Philipp Fuchs von Dornheim 1727 verstarb, fielen seine Güter zu Friesenhausen an seinen Neffen Hugo Philipp Eckenbert (auch Erkambert oder Eckbert), Kämmerer zu Worms, Freiherr zu Dalberg. Ganz im Sinne seines verstorbenen Onkels rief dieser 1731 Kapuziner nach Friesenhausen und ließ ihnen bis 1732 neben der Schlosskirche ein kleines Kloster errichten, ein sogenanntes Kapuzinerhospiz, das bis 1807 offiziell mit Ordensmännern besetzt war. Deren letzter legte 1807 seinen Habit ab, lebte und wirkte hier jedoch weiterhin als Weltpriester bis 1823. Mit Unterbrechungen wohnten anschließend verschiedene Seelsorger, erst als Kuraten, ab 1885 dann mit dem Titel „Pfarrer“, darin. Als letzter im Ort lebender katholische Seelsorger zog Josef Hörnig, Pfarrer von 1940 bis 1963, dann Ruhestandsgeistlicher, Ende der 1970er Jahre aus. Heute wird das schlichte Barockgebäude teils von der Pfarrei genutzt, teils von Mietern bewohnt.