Moldovenești (früher Varfalău; , ) ist eine Gemeinde im Kreis Cluj in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Name Die Siedlung trug ursprünglich den ungarischen Namen Várfalva, von dem die rumänische Form Varfalău abgewandelt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Dorf nach dem hier geborenen Ioan Micu Moldovan benannt.

Lage Moldovenești liegt im Westen Siebenbürgens am nordöstlichen Rand des Trascău-Gebirges etwa an der Stelle, an der der Fluss Arieș das Gebirge verlässt. Die nächstgelegene größere Stadt ist Turda (etwa 15 km nordöstlich).

Geschichte Der Ort und die nahegelegene ehemalige Burg Castrum Torda wurden 1075 erstmals urkundlich erwähnt. Damit soll Moldovenești die älteste bezeugte Siedlung in Siebenbürgen sein.Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.

Die Burg entstand an der Stelle einer römischen Wehranlage, die u. a. den Transport des im Apuseni-Gebirge (Alburnus Maior) gewonnenen Goldes im Tal des Arieș zu überwachen hatte.

Um das Jahr 1285 wurde der Ort von Tataren zerstört, anschließend jedoch wieder aufgebaut.

In der Nähe von Moldovenești wurden 57 Gräber aus der Arpadenzeit entdeckt.

Bevölkerung Der Ort im engeren Sinne hatte 2002 1242 Einwohner. Etwa 2500 weitere Bewohner der Gemeinde leben in den eingemeindeten Dörfern. In Moldovenești selbst bezeichneten sich 2002 73 % der Bürger als Ungarn; die übrigen sind Rumänen und Roma.Volkszählung 1850–2002, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (ungarisch; PDF; 1 MB).

Städtepartnerschaften Moldovenești pflegt Partnerschaften mit den ungarischen Ortschaften Sárkeresztes, Csókakő, Farmos, Balatonakali und Kisbágyon.

Verkehr Moldovenești liegt wenige hundert Meter abseits der Nationalstraße 75 von Turda nach Ștei.

Die von Turda nach Abrud führende Kleinbahn wurde Ende der 1990er Jahre stillgelegt. Seitdem liegt der nächste Bahnhof ca. 20 km entfernt an der Bahnstrecke Cluj Napoca–Războieni.

Sehenswürdigkeiten Neben der erwähnten Burg (von der nur noch geringe Reste sichtbar sind) ist die heute unitarische Kirche erwähnenswert, die um 1300 erbaut wurde.

Das eingemeindete Dorf Pietroasa ist Ausgangspunkt zum hohen Berg „Piatra Secuiului“ oder auch „Colții Trascăului“ genannt () – eine Erhebungen im Trascău-Gebirge.

Persönlichkeiten

Ioan Micu Moldovan (1833–1915), Historiker, Theologe und Volkskundler (rumänisch; PDF; 192 kB) Márton Pálffi (1873–1936), ungarisch-siebenbürgischer Übersetzer, Hochschullehrer und Schriftsteller

Weblinks

Moldovenești bei ghidulprimariilor.ro

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1075