Marc Zwiebler (* 13. März 1984 in Bonn-Bad Godesberg) ist ein deutscher Unternehmer, Sportfunktionär und ehemaliger Badmintonspieler.
Privates Zwiebler ist der Sohn der früheren Badmintonspieler Eva-Maria und Karl-Heinz Zwiebler. Er wuchs in Bonn-Beuel auf und lebt seit 2004 in Saarbrücken, um am dortigen Olympiastützpunkt zu trainieren. Er studierte ab 2008 Betriebswirtschaftslehre, zuerst an der HTW des Saarlandes in Saarbrücken,, Saarbrücker Zeitung am 18. Mai 2012. Abgerufen am 8. August 2012. später im Fernstudium an der IUBH in Bad Honnef.Presseservice „Modernes Lernen auf Hochschulniveau“, iubh-fernstudium.de. Abgerufen am 2. Mai 2015. Nach Ende des Studiums war er Mitbegründer einer Firma für Unternehmensberatung im Personalmanagement.https://www.general-anzeiger-bonn.de/sport/regional/marc-zwiebler-singapur-kenne-ich-besser-als-bonn_aid-43665331
Überblick Im Herreneinzel war Zwiebler zeitweise die deutsche Nummer 1 und Nummer 10 der Weltrangliste. In seiner bisherigen Karriere konnte er jeweils einmal die Europameisterschaft individual und mit der gemischten Nationalmannschaft gewinnen. Hinzu kommen neun deutsche Meisterschaften (Rekord), ein Grand-Prix-Titel, 14 Titel der europäischen Wettkampfserie Badminton Europe Circuit und ein internationaler Titel. 2011 erreichte er das Halbfinale bei den All England. Bei den Europameisterschaften 2012 in Karlskrona gewann er Gold mit 21:15, 21:13 über Lokalmatador Henri Hurskainen.Zwiebler erstmals Badminton-Europameister focus.de Zwei Jahre zuvor erreichte er neben dem Briten Rajiv Ouseph Bronze bei den Europameisterschaften 2010. 2013 wurde er Mannschafts-Europameister. Mit dem Achtelfinaleinzug bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking und der Finalteilnahme bei den Denmark Open 2009, einem Turnier der höchstrangigen Wettkampfserie BWF World Superseries, wurde Zwiebler zu Deutschlands erfolgreichstem Badmintonspieler aller Zeiten.
Karriere und Titel im Einzelnen Zwiebler entstammt einer Badmintonfamilie: Seine Eltern Eva-Maria und Karl-Heinz Zwiebler wurden mehrmalige Deutsche Meister im Einzel und Doppel. Die Erwin-Kranz-Halle, Heimstätte des Bundesligisten 1. BC Beuel, ist nach seinem Großvater mütterlicherseits benannt. Im Alter von sechs Jahren begann er beim 1. BC Beuel Badminton zu spielen. Schon bald galt er als das größte deutsche Talent: Er wurde 19 Mal Deutscher Jugend- und Junioren-Meister, 2003 wurde er Jugend-Europameister und gewann seinen ersten internationalen Titel bei den Senioren. In seinen jungen Jahren war Zwiebler neben dem Badmintonsport zudem ein sehr talentierter Fußballer. Er spielte beim SV Beuel 06 und wurde als Zehnjähriger vom 1. FC Köln umworben. Doch er entschied sich voll und ganz für den Badmintonsport.Marc Zwiebler deutet Abschied vom 1. BC Beuel an, general-anzeiger-bonn.de. Abgerufen am 2. Mai 2015.
Im Frühjahr 2005 wurde Zwiebler erstmals Deutscher Meister im Herreneinzel, dabei schlug er im Finale den seit 2000 jährlich triumphierenden Björn Joppien aus Langenfeld in drei Sätzen. Wenige Monate später plagten ihn Schmerzen im Rücken, er dachte an einen gewöhnlichen Muskelkater, bis sich die Schmerzen drastisch verschlimmert hatten und er kurz vor Weihnachten 2005 nicht mehr spielen konnte. Die Diagnose lautete Bandscheibenvorfall. Seine Karriere war gefährdet und somit rückte sein Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking in weite Ferne. Nach einer Operation Ende 2006 und sechs Monaten Reha- und Aufbautraining mit insgesamt anderthalbjähriger Abstinenz startete er die Aufholjagd nach der Olympiaqualifikation. Nach der Zwangspause war er in der Weltrangliste gar nicht mehr aufgeführt, doch innerhalb von acht Monaten kämpfte er sich unter anderem mit sechs BE-Circuit-Titeln auf Platz 27 der Weltrangliste und ermöglichte sich damit die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Dafür wurde er Anfang 2008 vom WDR zum „Comebacker des Jahres“ ernannt., marc-zwiebler.de.
Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking schlug Zwiebler in der ersten Runde Scott Evans aus Irland und in der zweiten Runde Andrew Smith aus England jeweils in drei Sätzen. Als erster deutscher Spieler überhaupt zog er dort ins Achtelfinale ein, verlor dann aber gegen Lee Hyun-il aus Südkorea in zwei Sätzen., sporthilfe.de.
Bei den Denmark Open 2009 bezwang Zwiebler, der selbst ungesetzt war, den an Position vier gesetzten Wong Choong Hann aus Malaysia in der ersten Runde in drei Sätzen. Es folgte ein Sieg über dessen ungesetzten Landsmann Muhammad Hafiz Hashim in drei Sätzen, bevor er im Achtelfinale gegen den an Position acht gesetzten Chen Long aus China deutlich in zwei Sätzen gewann. Im Halbfinale siegte er schließlich über den diesjährigen WM-Dritten und Vizeweltmeister von 2007 Sony Dwi Kuncoro aus Indonesien in drei Sätzen. Im Finale war dessen Landsmann Simon Santoso dann allerdings zu stark für Zwiebler und er verlor in zwei Sätzen., marc-zwiebler.de.
Bei den prestigeträchtigen All England 2011 schlug Zwiebler im Achtelfinale den amtierenden Weltmeister Chen Jin aus China in zwei Sätzen, scheiterte aber im Halbfinale am Olympiasieger von Peking 2008 Lin Dan aus China in drei Sätzen.
Im Juli 2011 gewann Zwiebler die Canada Open und damit seinen ersten Grand-Prix-Titel, dabei schlug er im Finale den Olympiasieger von Athen 2004 und Weltmeister von 2005 Taufik Hidayat aus Indonesien in zwei Sätzen, den er bereits zehn Tage zuvor im Viertelfinale der US Open schlagen konnte.
2012 gewann er mit der deutschen Herrennationalmannschaft die Silbermedaille bei der Mannschafts-Europameisterschaft. Im selben Jahr feierte er seinen bis dahin größten Erfolg, als er bei den Individual-Europameisterschaften im schwedischen Karlskrona ohne Satzverlust die Goldmedaille gewann.
Bei den Olympischen Spielen 2012 in London schlug Zwiebler in der Gruppenphase jeweils den zu dieser Zeit an Weltranglistenposition 209 geführten Mohamed Ajfan Rasheed von den Malediven und den ukrainischen Meister Dmytro Zavadsky. Mit der Niederlage gegen den Chinesen Chen Jin schied er wie vor vier Jahren in Peking im Achtelfinale aus.
Im russischen Ramenskoje gewann Zwiebler zusammen mit der gemischten Nationalmannschaft mit einem Finalsieg über Dänemark mit 3:0 die Mannschafts-Europameisterschaft 2013. Nachdem im Jahre 2012 die deutsche Damennationalmannschaft erstmals Gold holte, wurde in der über 40-jährigen Geschichte des Turniers erstmals eine deutsche gemischte Auswahl Mannschafts-Europameister.Mixed-EM: Historischer Triumph für deutsches Badminton-Team, spiegel.de.
Im Juni 2013 verbuchte Zwiebler durch den Finaleinzug bei den Indonesia Open 9.350 Punkte und damit die meisten Weltranglistenpunkte seiner Karriere für sich. Zum Vergleich der Gewinn der Olympischen Spiele oder der Gewinn der Individual-Weltmeisterschaft bringt 12.000 Punkte für die Weltrangliste. Sein gewonnenes Preisgeld betrug 26.600 US-Dollar.
Zwiebler wurde in den Jahren 2008 bis 2013 in der vom Deutschen Badminton-Verband und dem Fachmagazin „Badminton Sport“ ausgeschriebenen Wahl zum „Spieler des Jahres“ gekürt., badzine.de., badzine.de., badminton.de.
Für seine sportlichen Leistungen erhielt er am 3. November 2017 das Silberne Lorbeerblatt.Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern vom 3. November 2017 Er ist Präsidiumsmitglied von Athleten Deutschland. Zudem ist er Aufsichtsrat der Stiftung Deutsche Sporthilfe.
Erfolge Herreneinzel miniatur|Zwiebler 2011 bei den US Open in Orange, Kalifornien Resultat Jahr Ort / Turnier Gegner Ergebnis 30px|Olympische Ringe Olympische Spiele 9./16. 2008 Peking Lee Hyun-il 13:21, 11:21 9./16. 2012 London Chen Jin 21:19, 12:21, 9:21 14./26. 2016 Rio de Janeiro Scott Evans 21:9, 17:21, 7:21Weltmeisterschaften 9./16. 2010 Paris Peter Gade 14:21, 15:21 9./16. 2013 Guangzhou Tommy Sugiarto 19:21, 14:21 17./32. 2009 Hyderabad Ken’ichi Tago 15:21, 10:21 17./32. 2011 London Pablo Abián 17:21, 21:7, 22:24 17./32. 2014 Kopenhagen Chen Long 11:21, 10:21 17./32. 2015 Jakarta Lee Chong Wei 14:21, 21:17, 8:21 33./64. 2005 Anaheim Nguyễn Tiến Minh 13:15, 16:17EuropameisterschaftenGold 2012 Karlskrona Henri Hurskainen 21:15, 21:13Bronze 2010 Manchester Peter Gade 21:18, 12:21, 17:21Bronze 2016 La Roche-sur-Yon Viktor Axelsen 10:21, 21:23 17./32. 2008 Herning Dieter Domke 15:21, 13:21 17./32. 2014 Kasan Vladimir Ivanov 14:21, 22:24 33./64. 2004 Genf Eric Pang 12:15, 3:15Deutsche MeisterschaftenGold 2005 Bielefeld Björn Joppien 15:6, 10:15, 15:13Gold 2008 Bielefeld Björn Joppien 21:19, 21:14Gold 2009 Bielefeld Björn Joppien 22:20, 22:20Gold 2010 Bielefeld Dieter Domke 21:11, 21:13Gold 2011 Bielefeld Lukas Schmidt 21:18, 21:12Gold 2012 Bielefeld Dieter Domke 21:12, 21:23, 21:15Gold 2013 Bielefeld Lukas Schmidt 21:14, 21:10Gold 2015 Bielefeld Fabian Roth 21:13, 23:21Gold 2016 Bielefeld Dieter Domke 21:18, 21:16Bronze 2003 Bielefeld Björn Joppien 7:15, 2:15Internationale Turniere1. 2003 French Open Joachim Fischer Nielsen15:3, 8:15, 15:123./4.2004 Dutch Open Kenneth Jonassen9:15, 7:152.2004 Norwegian International Björn Joppien4:15, 5:153./4.2004 Iceland International Bobby Milroy13:15, 15:2, 11:153./4.2004 Le Volant d’Or de Toulouse Kasper Ødum15:11, 2:15, 13:152.2004 Scottish International Arvind Bhat8:15, 7:153./4.2005 Portuguese International Arif Rasidi12:15, 0:153./4.2005 Bitburger Open Kasper Ødum15:13, 3:15, 4:151.2007 Belgian International Wu Yunyong21:16, 14:21, 21:193./4.2007 Bitburger Open Lee Tsuen Seng10:21, 23:21, 15:211.2007 Norwegian International Kasper Ødum21:15, 11:21, 23:211.2007 Welsh International Irwansyah21:16, 21:132.2007 Irish International Peter Mikkelsen19:21, 18:211.2007 Hellas International Raju Rai21:14, 21:161.2008 Swedish International Stockholm Jan Ø. Jørgensen21:13, 23:211.2008 Polish International Ville Lång21:15, 21:131.2008 Badminton Europe Circuit Finals Ville Lång21:14, 19:21, 21:192.2009 Finnish International Peter Mikkelsen14:21, 21:16, 20:221.2009 Belgian International Christian Lind Thomsen21:13, 16:21, 21:152.2009 Denmark Open Simon Santoso14:21, 6:212.2009 Norwegian International Hans-Kristian Vittinghus21:15, 18:21, 19:211.2009 Scottish Open Peter Mikkelsen21:15, 15:21, 21:161.2010 Belgian International Eric Pang21:15, 21:173./4.2011 All England Lin Dan9:21, 21:16, 11:213./4.2011 Morocco International Joachim Persson12:21, 15:213./4.2011 US Open Nguyễn Tiến Minh22:20, 13:21, 18:211.2011 Canada Open Taufik Hidayat21:13, 25:233./4.2011 Bitburger Open Hans-Kristian Vittinghus21:17, 17:21, 16:212.2012 Bitburger Open Chou Tien-chen19:21, 12:212.2013 Indonesia Open Lee Chong Wei15:21, 14:212.2013 Bitburger Open Chou Tien-chen21:13, 18:21, 15:213./4.2014 German Open Hans-Kristian Vittinghus16:21, 13:212.2014 Belgian International Hans-Kristian Vittinghus8:11, 11:10, 9:11, 9:111.2014 Czech International Joachim Persson21:13, 21:181.2014 Bulgarian International Scott Evans21:15, 21:83./4.2014 China Open Srikanth Kidambi11:21, 7:13 Aufgabe3./4.2015http://bwfcontent.tournamentsoftware.com/sport/draw.aspx?id=76625781-4100-42A2-AEB9-212D44C17A08&draw=10 Indonesia Open Jan Ø. Jørgensen17:21, 5:11 Aufgabe3./4.2015http://bwfcontent.tournamentsoftware.com/sport/draw.aspx?id=D44D9F8D-9646-49A5-BF0E-C98068AF6E65&draw=4 Canada Open Ng Ka Long17:21, 15:211.2015http://bwfcontent.tournamentsoftware.com/sport/draw.aspx?id=4E2EB606-95C8-4086-8091-17ED6D5225A4&draw=2 Prague Open Zvonimir Đurkinjak26:24, 21:113./4.2015http://bwfcontent.tournamentsoftware.com/sport/draw.aspx?id=7424B11B-7C9E-450D-84D5-48D8A5105EF5&draw=2 Bitburger Open Wong Wing Ki21:18, 12:21, 11:212.2015http://bwfcontent.tournamentsoftware.com/sport/draw.aspx?id=705DF65F-FCA1-4EC7-ACEE-12892B77B4EB&draw=2 Italian International Brice Leverdez17:21, 21:14, 24:261.2015http://bwfcontent.tournamentsoftware.com/sport/draw.aspx?id=76A31CD2-FE09-4E4C-BC34-50BE766CD16A&draw=2 Turkey International Harsheel Dani21:8, 15:21, 21:72.2016 Swiss Open H. S. Prannoy18:21, 15:21