Unter der Bezeichnung Residenzen des Königshauses Savoyen wurden 1997 Schlösser und weitere Repräsentationsbauwerke des Hauses Savoyen in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Das serielle Welterbe umfasst 22 Residenzen, davon elf im historischen Zentrum von Turin und elf weitere Schlösser und Villen in der umgebenden Region Piemont im Norden Italiens.
Geschichte Ausgangspunkt des Residenzsystems war die Entscheidung des Herzogs Emanuel Philibert von Savoyen, Turin im Jahr 1563 zur Hauptstadt des Herzogtums zu machen und mit einem langfristigen Bauprogramm die Macht und den Anspruch der Dynastie architektonisch zu inszenieren. Die Planung und Ausführung der Residenzen zog sich vom späten 16. bis ins 18. Jahrhundert und wurde von den jeweils regierenden Herzögen und Königen des Hauses Savoyen systematisch weitergeführt.
Für Entwurf, Erweiterung und Ausstattung der Residenzen waren über mehrere Generationen hinweg vor allem die Hofarchitekten Filippo Juvarra und Benedetto Alfieri sowie der Hofmaler Claudio Francesco Beaumont verantwortlich, deren Arbeiten wesentlich zur stilistischen Einheitlichkeit und künstlerischen Qualität des Ensembles beitrugen.
Seit den 1990er Jahren wurden zahlreiche Residenzen umfangreich restauriert und schrittweise als Museen und Ausstellungsorte für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, darunter insbesondere die Reggia di Venaria Reale, Castello di Racconigi und Villa della Regina.
Residenzsystem Die UNESCO und die italienische Denkmalpflege unterscheiden innerhalb des seriellen Gutes zwischen einer Zona di Comando im Zentrum von Turin, in der die Residenzen und Amtsbauten des Hofes die politischen, administrativen und kulturellen Funktionen bündelten, und der sogenannten Corona di Delizie, einem Kranz von Lust‑ und Jagdschlössern im Umland, die der Repräsentation, dem höfischen Vergnügen und der Jagd dienten. Die Anordnung der außerstädtischen Residenzen folgt einem radialsymmetrischen Plan mit der Stadt Turin als zentralem politischen und symbolischen Mittelpunkt. Welterbestatus Das Welterbekomitee nahm die Residenzen 1997 in seiner 21. Sitzung (Neapel, 1.–6. Dezember 1997) auf Grundlage der Kriterien (i), (ii), (iv) und (v) in die Liste auf. Nach der Begründung der UNESCO stellen sie ein nahezu vollständiges Panorama der europäischen Monumentalarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts dar und veranschaulichen in Stil, Dimensionen und Raumdisposition in herausragender Weise die damals vorherrschende Doktrin der absoluten Monarchie.
Im Jahr 2010 wurde der Eintrag durch eine geringfügige Grenzänderung erweitert, mit der unter anderem die Flächenangaben und Pufferzonen einzelner Komponenten, etwa von Castello del Valentino und Villa della Regina, präzisiert wurden. Bestandteile Im Einzelnen besteht die Welterbestätte aus 14 seriellen Komponenten. Diese umfassen insgesamt 22 Residenzen und Hofbauten. Ein Teil der Turiner Bauten ist dabei in der Komponente Zona di Comando zusammengefasst.
Nr. Bauwerk Ort Beschreibung Bild Turin (Zona di Comando) 823-001A Palazzo Reale Turin() 100px Palazzo Chiablese Turin() 100px Armeria Reale Turin() 100px Biblioteca Reale Turin() 100px Palazzo della Prefettura Turin() ehemalige Segreterie di Stato 100px Archivio di Stato di Torino Turin() ehemals Archivi di Corte 100px Accademia Reale Turin() ehemalige Militärakademie 100px Cavallerizza Reale Turin() ehemalige Reitschule 100px Regia Zecca Turin() königliche Münze, heute Polizeidirektion Teatro Regio di Torino Turin() Fassade 100px Turin (Einzelkomponenten) 823-001B Palazzo Madama Turin() 100px 823-001C Palazzo Carignano Turin() 100px 823bis-002 Castello del Valentino Turin() 100px 823bis-003 Villa della Regina Turin() 100px Corona di Delizie (Außerhalb Turins) 823-006 Palazzina di Stupinigi Nichelino() 100px 823-008 Castello della Mandria Venaria Reale() 100px 823bis-004 Castello di Moncalieri Moncalieri() 100px 823bis-005 Castello di Rivoli Rivoli() 100px 823bis-007 Reggia di Venaria Reale Venaria Reale() 100px 823bis-009 Castello di Agliè Agliè() 100px 823bis-010 Castello di Racconigi Racconigi() 100px 823bis-011 Castello di Govone Govone() 100px 823bis-012 Castello di Pollenzo Pollenzo() 100px
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