Adobe Flash [] (vormals Macromedia Flash und Shockwave Flash, Dateiendung .swf) ist eine Software-Plattform und Dateiformat zur Programmierung und Darstellung multimedialer und interaktiver Inhalte. Die wichtigste Software zur Darstellung von Flash-Inhalten ist der Adobe Flash Player. Ende 2020 beendete Adobe den Vertrieb und die Aktualisierung des Flash Players.Adobe verabschiedet sich von Flash: 2020 ist Schluss. heise.de, 25. Juli 2017
Flash ermöglicht es, Vektorgrafiken, Rastergrafiken und Videoclips darzustellen, zu animieren und zu manipulieren. Es unterstützt das bidirektionale Streaming von Audio- und Videoinhalten und ab 2011 die Darstellung von 3D-Inhalten.
Einsatzgebiete Aufgrund seiner multimedialen Möglichkeiten wurde Flash häufig genutzt, um Video- oder Sounddateien auszuliefern. Da diese Formate meist größere Datenvolumen beanspruchten, wurden in Flash sogenannte Preloader eingesetzt, die einen Teil oder den ganzen Film zwischenspeichern konnten. Flash konnte Medieninhalte jedoch auch streamen, sodass Medien gleichzeitig geladen und abgespielt werden konnten. Um Videos oder Sounddateien über das Internet zu streamen, wurde das Real Time Messaging Protocol benutzt. Für hochauflösende Filme bot Flash ab Version 9.0 einen H.264-Codec an. Sounddateien konnten mit grundlegenden Funktionen bearbeitet oder über einen integrierten steuerbaren Equalizer wiedergegeben werden.
Internet Adobe Flash fand als Bestandteil von Websites Anwendung, zum Beispiel als Intro, Werbebanner, Menü, Spiel, als Videoplayer oder als Basis der Website selbst. Zur Wiedergabe der im SWF-Dateiformat veröffentlichten Inhalte wurde eine Software benötigt, die üblicherweise mit Hilfe einer Programmierschnittstelle (API) als Plug-in in den Webbrowser aufgenommen wurde. Je nach Plattform waren dazu meist mehrere Webbrowser-Plugins verfügbar, jedoch war der proprietäre und kostenlos verfügbare Adobe Flash Player als nahezu Standard das am weitesten verbreitete Webbrowser-Plugin und für fast alle verbreiteten Desktop-Betriebssysteme erhältlich.
Im August 2020 wurde Flash laut Umfragen nur noch von 2,5 % aller Websites verwendet.
Interaktive Inhalte (Adobe Integrated Runtime) Die Adobe Integrated Runtime (AIR) ermöglichte es, Flash zu „AIR“-Anwendungen mit integrierter Laufzeitumgebung zu bündeln, die wie Desktop-Programme installiert und ausgeführt wurden. AIR konkurrierte als plattformübergreifend verfügbare Laufzeitumgebung mit der Java Virtual Machine und mit klassischen Desktop-Anwendungen. Mit Adobe Integrated Runtime und Apache Flex rückte neben Produktion und Wiedergabe von Website-Inhalten auch die Entwicklung von Rich Internet Applications und Anwendungen im Desktop-Internet-Gemischtbetrieb in den Vordergrund.
Mit Version 4 wurde Adobe Flash um ActionScript und damit um eine Steuerungsmöglichkeit erweitert. Es erlaubte seitdem die Erstellung interaktiver Inhalte und die Programmierung browserbasierter Anwendungen. Diese Kombination ermöglichte interaktive Präsentationen, zum Beispiel Spiele oder Medien im Bereich des E-Learning und Kugelpanoramen.
Die zuvor treffende Bezeichnung „Flash-Film“ für eine SWF-Datei gab diese neuen Entwicklungen im Bereich Spiele oder Rich Internet Applications nicht mehr ausreichend wieder.
E-Learning Das Format erlaubte vielfältige Einsatzgebiete im Bereich des computergestützten Trainings, zum Beispiel die schematische Erläuterung eines Viertaktmotors. Flash wurde auch für multimediale Tutorials eingesetzt, bei denen Bildschirmaktivitäten aufgenommen wurden und anschließend mit Erläuterungen oder Untertiteln versehen werden konnten.
Barrierefreiheit Flash bot Möglichkeiten, barrierefreie Inhalte zu erstellen. Ab der Version MX 2004 wurde die Kompatibilität zu textbasierten Browsern stark verbessert. Auch Optionen für eine bessere Suchmaschinenindizierung waren vorhanden, etabliert hatte sich jedoch die Variante, Textinhalte aus einer XML-Datei zu laden und diese den Webcrawlern der Suchmaschinen außerhalb von Flash zur Verfügung zu stellen. Grafiken und Animationen wurden von Flash nicht textbasiert oder barrierefrei ausgegeben; gewöhnlich wurde hier eine sorgfältig bearbeitete Vertonung eingesetzt.
Eine 64-Bit-Version wurde im November 2008 für Linux als Alpha-Version veröffentlicht, die jedoch noch nicht alle Features unterstützte. Im Februar 2009 wurde diese Version erneuert. Mit der Version 11.0 des Flash Players wurde erstmals eine finale native 64-Bit-Version für alle Betriebssysteme veröffentlicht.
Der Zugriff auf Flash-Inhalte mit Hilfe von Bildschirmleseprogrammen war nur unter Windows möglich.
Spiele Die Formate wurden im Internet auch zur Verbreitung von Flash-basierten Browsergames benutzt. Diese Computerspiele hatten sich mit mehreren Millionen Usern etabliert. Bis zur Einführung der Version 11 waren diese Spiele hauptsächlich im 2D-Bereich angesiedelt und reizten die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten mit Sound, Raster- und Vektorgrafiken, und den Eingabemöglichkeiten über Tastatur und Maus, seltener auch Mikrofone und Webcam aus.
Seit der Einführung der Version 11 des Flash Players integrierte die Plattform die Stage3D-API (Codename „Molehill“), mit der sich dreidimensionale Inhalte in Flash darstellen ließen. 3D-Präsentationen wurden hardwarebeschleunigt über DirectX (Windows) oder OpenGL (Linux), oder in Software ausgeführt. Flash-Spielen im Vollbildmodus standen nur ein sehr eingeschränkter Funktionsumfang der Tastatur zur Verfügung, die lediglich die Pfeiltasten und die Leertaste umfassten. Diese Beschränkung hatte Adobe Flash aus Sicherheitsgründen eingeführt. Die Stage3D-API stand ebenfalls in Konkurrenz zu dem offenen Standard WebGL.
Mit der Version 11.8 wurde die Stage3D-API um Touchscreenfunktionen erweitert, sodass sich 3D-Browsergames auch auf Handys oder Tablets spielen ließen.Release Notes Adobe Flash Release notes (englisch)
SWF-Dateiformat Das Kürzel SWF stand ursprünglich für Shockwave Flash und wurde später zu Small Web Format umbenannt, um Verwechslungen mit Shockwave zu vermeiden.Autor des Flash 2 Handbuches Unter dem Namen Shockwave vermarktete der damalige Hersteller Macromedia nicht nur Flash, sondern auch eine um 3D-Funktionen, eine objektorientierte Sprache und um andere Features erweiterte Variante, die mit Adobe Director produziert werden konnte. Während das „Shockwave“-Format von Anfang an für eine rechenintensive Nutzung konzipiert war, sollte mit dem Webbrowserplugin Flash ein Präsentationsformat geschaffen werden, das der Universalität des Internets in Bezug auf Hardwareausstattung und Bandbreite entsprach.
Das proprietäre SWF-Format war das Format, in dem jedes Flash-basierte Projekt ausgeliefert wurde, und enthielt die fertige Produktion in komprimierter, binärer Form. Die Spezifikation dieses Formates wurde von Adobe veröffentlicht, ist jedoch kein offener Standard. SWF-Daten waren auch Teile von AIR-Anwendungen, die auf dem Betriebssystem ausgeführt wurden, und das Ausgabeformat für Projekte in Apache Flex.
Integrierbare Formate Bis zuletzt stützte sich das SWF-Format auf selbstbeschriebene Vektorgrafiken und Animationen, konnte schließlich jedoch auch die gebräuchlichsten Rastergrafik-Bildformate wie JPG oder PNG und Videoformate wie MOV, AVI oder MPEG integrieren. Ebenfalls verwendet wurden Audioformate wie WAV oder MP3. Der Einsatz von Flash als Basis für Media Player im Internet ging von Adobes entwickeltem Flash-Video-Format aus und ermöglichte die qualitativ höherwertige Übertragung von Videoclips in Flash und später auch die Übertragung in High Definition durch den H.264-Standard. Die Video-Erweiterung von HTML5 wurde geschaffen, um Videos im World Wide Web auf einen offenen, frei zugänglichen Standard zu stützen, und konkurriert mit Adobe Flash als eingesetzte Plattform für das Abspielen von Videoclips.
Erzeugung von Flash-Anwendungen Zahlreiche Programme konnten SWF-Dateien erzeugen.
Die mit dem Autorenwerkzeug Adobe Flash erstellten Quelldateien (FLA-Dateien) wurden in SWF-Dateien kompiliert (übersetzt) und dabei auf Wunsch komprimiert, um anschließend auf einen Webserver abgelegt zu werden. Die kompilierten SWF-Dateien wurden beim Endbenutzer im Webbrowser geladen und durch den Flash Player angezeigt. Sie konnten in dieser Form nicht mehr einfach verändert werden.
Der Adobe Flash Builder und die quelloffene Alternative FlashDevelop erzeugten mit Hilfe des Flex-SDK SWF-Dateien für Anwendungen, die zu einem überwiegenden Teil programmiert wurden. FlashDevelop beherrschte auch die Kompilierung von Haxe-Projekten. Der Flash Builder bot die Erstellung von Flash-, Flex- und AIR-Anwendungen an, die ausschließlich mit ActionScript programmiert wurden, und bot zusätzlich einen GUI-Designer für Flex- und AIR-Anwendungen.
SWF-Dateien konnten auch durch die Prototypsoftware Flash Catalyst erzeugt werden.
Flash Player
91px|mini|links|Logo des Flash Players Der Flash Player war eine ursprünglich von Macromedia entwickelte und von Adobe übernommene Softwarekomponente. Mit der Entwicklungsumgebung Adobe Flash erzeugte SWF-Dateien wurden mit dem Flash Player in Browsern und auf Betriebssystemen in einer separat ausführbaren Programmdatei dargestellt, dem Projektor. Browser banden den Flash Player als Add-on ein, z. B. beim Internet Explorer durch ActiveX. Der Flash Player selbst war jedoch separat auf dem Betriebssystem installiert. Der unter Windows allein ausführbare Flash Player war wiederum in der Lage, aus geöffneten SWF-Dateien ausführbare Dateien zu erstellen, die als Projektordatei ohne zusätzliche Installation des Flash Players auf dem Betriebssystem lauffähig waren.
Unter Windows handelte es sich bei den verschiedenen Browsern um die gleiche Komponentendatei. Flash unterlag generell nicht den für Browser üblichen Abweichungen in den Standards und wurde auf allen Systemen gleich dargestellt, sofern die Hardwarekonfiguration dies nicht z. B. durch eine geringe Farbtiefe des Monitors beschränkte. Sofern die verwendeten Schriftarten es zuließen, konnten sie beim Authoring des Flashfilms zusätzlich eingebettet werden, sodass auch die Textdarstellung nicht von den Schriftarten abhängig war, die auf dem Endsystem installiert waren. Für Entwickler gab es eine spezielle Version des Flash Players, der sich unterbrechen ließ, um SWF-Inhalte debuggen zu können.
Zur Darstellung von Flash-Inhalten auf mobilen Geräten (Tablets, Mobiltelefone usw.) gab es den Flash Lite-Player. Dieser Player verursachte eine geringere Prozessorlast, reduzierte die Inhalte aber auch auf wesentliche Bestandteile.
Skalierung Ohne besondere Programmierung passt sich der im Flash Player wiedergegebene Film der gegebenen Größe an. Inhalte wurden im relativen Verhältnis zur Auflösung des Films mitskaliert, wodurch bei der Darstellung von Bitmaps Qualitätseinbußen sichtbar werden konnten. Das Seitenverhältnis der Bühne wurde stets beibehalten. Ein Flash-Film konnte jedoch auch so programmiert werden, dass sich die Inhalte im Film ohne Skalierung auf der größeren Fläche neu verteilen. Flex-Anwendungen, die im Flash Player ausgeführt wurden, skalierten Komponenten mit einer relativen Höhen- und Breitenangabe im Verhältnis zur Auflösung des Flash Players. Ein weiteres Feature war das neunteilige Segmentraster, das die proportionierte Skalierung von Bitmaps ermöglicht.
Die Skalierung von Flash-Filmen hatte neue Bedeutung erhalten, seitdem Flash-Filme die Möglichkeit zur Vollbilddarstellung, also der Wiedergabe über den gesamten Bildschirm, boten.
Layouttreue und fest definierter Funktionsumfang