Rothbach ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Kanton Reichshoffen im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie ist Mitglied der Communauté de communes du Pays de Niederbronn-les-Bains.
Geografie Das Dorf liegt am Rand des Gebiets der in Frankreich so genannten Nordvogesen im Tal des Rothbach und hat Anteil am Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord. Die Nachbargemeinden sind Offwiller, Bischholtz, Ingwiller und Lichtenberg.
Geschichte Mittelalter Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 826. Das Dorf Rothbach war ursprünglich Reichsgut.Eyer, S. 47f. 1280 kauften die Herren von Lichtenberg das Dorf von Eberhard von Ettendorf.Eyer, S. 57. Es gehörte zunächst zum Amt Buchsweiler der Herrschaft Lichtenberg. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde das Amt Buchsweiler um 1330 geteilt und das Amt Ingweiler ausgegliedert. Rothbach wurde dem Amt Ingweiler zugeschlagen. Anlass dafür kann die Landesteilung gewesen sein, die um 1330 zwischen Johann II. von Lichtenberg, aus der älteren Linie des Hauses, und Ludwig III. von Lichtenberg stattfand. Dabei fiel Rothbach in den Teil des Besitzes, der künftig von der älteren Linie verwaltet wurdeEyer, S. 78. oder an die mittlere Linie des HausesEyer, S. 79. – die Angaben sind hier widersprüchlich. 1480 verstarb mit Graf Jakob das letzte männliche Mitglied der Familie derer von Lichtenberg und dessen Erbe und die Herrschaft wurde geteilt. Das Amt Ingweiler gehörte zu dem Teil des Erbes, der an Zweibrücken-Bitsch fiel.Brumm, S. 11. Zweibrücken-Bitsch gliederte den Ort letztendlich in seine Herrschaft Oberbonn ein.
Neuzeit Von Zweibrücken-Bitsch gelangte die Herrschaft Oberbonn – und mit ihr Rothbach – 1551 als Mitgift anlässlich der Heirat der Amelie von Zweibrücken-Bitsch mit Philipp I. von Leiningen-Westerburg an diese Familie.Gutbub, S. 45. In Nachfolge der Leininger wurden die Landgrafen von Hessen-Homburg und zu einem geringeren Teil die schwedische Adelsfamilie der Freiherren von Sinclair im 17. Jahrhundert Herren der Herrschaft Oberbronn. Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch die Herrschaft Oberbronn und das Dorf Rothbach unter französische Oberhoheit. Der hessen-homburgische Teil ging in der Mitte des 18. Jahrhunderts an die Familie Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein über, der Sinclair’sche Anteil an die ebenfalls schwedisch stämmige Familie derer von Lewenhaupt.Waltz und Rudolph. Hohenlohe musste die Herrschaft 1793 an Frankreich abtreten und wurde dafür später mit Gebieten des säkularisierten Bistums Würzburg abgefunden.Oberbronn (Herrschaft). In: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 7., vollständig überarbeitete Auflage. C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54986-1, S. 481. In den Verwaltungsreformen in Folge der Französischen Revolution wurde die Herrschaft Oberbronn aufgelöst. Rothbach war nun französisch.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2017 Einwohner 396 412 420 441 472 510 494 468
Verkehr Der Talschaft entlang führt die Departementsstraße D 28, die in Ingwiller beginnt und Rothbach auch mit Offwiller verbindet. Verbindungen durch Nebenstraßen führen nach Reipertswiller und Bischholtz.
Wirtschaft mini|Untertageabbau von Vogesensandstein mini|Schrämmaschine mit Kettensäge Schon seit Jahrhunderten wird in Rothbach roter Vogesen-Sandstein abgebaut, der früher nicht nur als Baumaterial, sondern auch als Schleifstein für die Industrie zum Einsatz kam. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Abbau vorübergehend eingestellt, bis Charles Loegel 1964 die Grundlagen für die heute noch existierende Carrière Loegel Rothbach (Steinbruch Loegel Rothbach) schuf, in dem der Sandstein mit einem patentierten Wasserstrahl-Verfahren (Loegel-Düse) geschnitten wird. Seit 2012 wird der Sandstein nur noch unter Tage in fünfzig Meter tiefen Galerien abgebaut. Das erfolgt mit Schrämmaschinen, deren überdimensionale Kettensägen mit Schneidkörpern aus Hartmetall und synthetischen Diamanten bestückt sind.Peter Koblank: Der Steinbruch von Rothbach. Im Elsass wird roter Vogesensandstein unter Tage abgebaut. Abgerufen am 13. Dezember 2013.
Persönlichkeiten Friedrich Lienhard (1865–1929), deutscher Schriftsteller
Literatur Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 895–897.
Freddy Gutbub, Ernst Hallenberger: Rothbach – Histoire d’un village des Vosges du Nord / Geschichte eines Dorfes in den Nordvogesen. 1991, ISBN 2-9505842-0-9 (Bilingual: in französischer und deutscher Sprache) Peter Karl Weber: Lichtenberg. Eine elsässische Herrschaft auf dem Weg zum Territorialstaat. Soziale Kosten politischer Innovation. Heidelberg 1993.
Weblinks
Webpräsenz der Gemeinde Rothbach (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Grand Est Kategorie:Ersterwähnung 826 Kategorie:Weinbauort in Frankreich