Montignac-Lascaux (vor 2020 Montignac, , ) ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de l’Homme. Die Bewohner werden Montignacois und Montignacoises genannt.
Geografie
Montignac-Lascaux liegt etwa 37 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 20 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 58 Kilometer nordöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord noir, im gleichnamigen touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne beiderseits der Vézère und wird außerdem entwässert von den Flüsschen Laurence, Doiran und Ruisseau de Gauléjac sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Montignac-Lascaux liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist außerhalb des urbanen Gebiets eine recht bewaldete Hügellandschaft auf, die vom Tal der Vézère durchschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit Höhe im äußersten Nordwesten in der Nähe des Lieu-dit les Quatre Bornes an der Grenze zu den Nachbargemeinden Auriac-du-Périgord und Fanlac, der tiefste Punkt mit Höhe im äußersten Südosten beim Austritt der Vézère aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum mit der Pfarrkirche liegt am rechten Ufer der Vézère auf etwa Höhe, das Hôtel de ville am linken Ufer auf etwa gleicher Höhe.
Montignac-Lascaux wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
Klima Die Gemeinde Montignac-Lascaux besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima (Cfb-Klima nach Köppen und Geiger), das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Die Angaben von Temperatur, Niederschlag, Regentag und Luftfeuchtigkeit basieren auf Daten von 1991 bis 2021, Sonnenstunden auf Daten von 1999 bis 2019.
In Montignac fällt selbst im trockensten Monat Juli viel Regen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 12,8 °C. Der Niederschlag hier beträgt etwa 947 mm pro Jahr. Der Monat mit der höchsten relativen Luftfeuchtigkeit ist der Januar (83 %). Der Monat mit der niedrigsten relativen Luftfeuchtigkeit ist der Juli (63 %). Der Monat mit den meisten Regentagen ist der November (10 Tage).
Für die Zukunft können die für 2030, 2050 und 2100 nach verschiedenen Szenarien geschätzten Klimaparameter der Gemeinde auf einer speziellen Website eingesehen werden, die von Météo-France im November 2022 veröffentlicht wurde.
Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Montignac-Lascaux Naturrisiken manifestieren sich in Montignac-Lascaux als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Vézère Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1983, 1989, 1993, 1996, 1999, 2001, 2008, 2025 und 2026 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken. Ein Plan zur Vermeidung von Überschwemmungen im Tal der Vézère ist im Juli 2022 durch Erlass des Präfekten beschlossen worden.
Da das Gemeindegebiet in hohem Maße mit Wald bedeckt ist, besteht in einem größten Teil des Gemeindegebiets zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern. Die Wälder der Départements der ehemaligen Regionen Aquitanien und Poitou-Charentes gelten als besonders brandgefährdet. Für diese Gebiete wurde ein Département- oder départementsübergreifender Plan zum Schutz der Wälder vor Bränden entwickelt.
Wie die Risikokarte zeigt, ist das westliche Gemeindegebiet von einer starken, das östliche Gemeindegebiet von einer mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Seit dem 1. Oktober 2020 werden in Anwendung des Gesetzes über die Entwicklung von Wohnraum, Entwicklung und digitale Technologie verschiedene Beschränkungen für Verkäufer, Projektleiter oder Bauherren von Immobilien in einem als mittel- oder hochgefährdet eingestuften Gebiet auferlegt. Die Dürreperiode im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Montignac-Lascaux besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, sowie die Einwirkung von Erosion, Witterungsbedingungen und Wurzelsystemen auf felsige Hänge, die zur Ablösung von Steinen und Blöcken führt.
Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die das südöstliche Gemeindegebiet unterquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.
Ein weiteres technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. In Montignac-Lascaux ist dies für vier industrielle Standorte der Fall.
Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Monceaux la Virolle im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.
Etymologie und Geschichte Der Name der Ortschaft erschien erstmals im 11. Jahrhundert in einer latinisierten Form im Zusammenhang mit ihrer Burg in Castellum Montiniacum, auch 1072 in der Schreibweise Montinac, anschließend Montinhac im 13. Jahrhundert. Die moderne Form entwickelte sich latinisiert im 14. Jahrhundert mit Montignacum (1382). Der Ursprung des Namens ist ein gallorömischer Personenname, Montanius, gefolgt vom Suffix -acum, gebildet vom lateinischen mons (). Die Gemeinde trug im 19. Jahrhundert den Namen Montignac-le-Comte, der an ihren Status im Mittelalter erinnert. Der Beiname Lascaux wurde per Dekret vom 26. Februar 2020 angefügt, ein Name mit Geschichte an einem weltbekannten Ort.
Es gibt keinen früheren Beleg für den Namen der Höhle von Lascaux. Die Autoren Tanet und Hordé schlagen deshalb folgende Hypothesen vor. Las steht im Okzitanischen für den Artikel im Femininum Plural. Das zweite Element würde das okzitanische cau sein, hervorgegangen aus einem gallorömischen Wort °calmis präkeltischen Ursprungs, das eine unbewohnte Hochebene, ein Heideland bezeichnet. Es gibt im okzitanischen Sprachraum Formen mit ch- des gleichen Ursprungs wie Lachau, La Chaud, Lachaux. Außerdem gibt es im Okzitanischen das Wort caus (), hervorgegangen aus dem lateinischen calx, calcis, genau genommen mit der Bedeutung „Stein“. Lascaux bezeichnete gemäß der ersten Hypothese ursprünglich eine für den Anbau ungeeignete Heidelandschaft, gemäß der zweiten Hypothese ein steiniges Kalksteingelände. Beide stimmen mit der Beschaffenheit des Ortes überein.
Der Name des Weilers Brenac, der einst von Mauern umgeben war, erschien im 13. Jahrhundert erstmalig in den Schriften in den Schreibweisen Brenas und Brenac (1251), in latinisierter Form als Brenaco im Jahr 1481. Brenac stammt ebenfalls von einem gallorömischen Personennamen, gefolgt vom Suffix -acum, Bernus, germanischen Ursprungs, bei dem die Buchstabenkombination -er- zu -re- wurde.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 234–237
Bedeutende archäologische Funde (Höhle von Lascaux, prähistorische Fundstätte La Balutie beim Weiler Régourdou) belegen eine menschliche Besiedlung dieses Gebiets bereits in der Altsteinzeit. Die Fundstätte La Balutie belegt dabei die Ansiedlung während des Moustérien (120.000 - 40.000 v. Chr.), also während des Auftretens des Neandertalers, und vor Lascaux.
Neuere archäologische Ausgrabungen haben zudem die wohl erste Siedlung in diesem Gebiet zutage gefördert. Am Lieu-dit Le Chambon entstand im zweiten Jahrhundert v. Chr. eine isolierte Siedlung in der Ebene. Sie war durch Gräben strukturiert, und einige der aus Holz und Lehm errichteten Häuser waren auf erhöhten Plattformen erbaut. In einer zweiten Phase, zwischen 120 und 50 v. Chr., verlagerten die gallischen Bewohner diesen Siedlungsplatz etwas weiter nach Norden an den Lieu-dit Le Buy-Olivoux und gründeten dort eine neue Ortschaft, die aus Pfostenbauten bestand. Gegen Ende der Eisenzeit entwickelte sich Le Buy-Olivoux zu einem dynamischen Handels- und Umschlagplatz, der in die großen Handelsrouten eingebunden war. Wie andere Fundstätten im Tal zeugt auch dieser Ort von der Etablierung einer Geldwirtschaft, deren Dynamik eng mit dem Vertrieb italienischen Weins in Amphoren verknüpft war, insbesondere über die Vézère, die sich zu einer bedeutenden Wirtschaftsader entwickelte. Der so in Gang gesetzte Handel nahm nach dem Gallischen Krieg, also ab der Mitte des ersten Jahrhunderts, weiter an Umfang zu.