Ustād (, auch ; Plural bzw. ) ist ein Ehrentitel, der auf das mittelpersische Wort awestād zurückgeht. Im heutigen iranischen Persischen wird dieser Begriff ostād ausgesprochen oder auch zu ostā () bzw. ustā verkürzt. Daneben ist er in zahlreiche andere orientalische Sprachen exportiert worden, so in das Hindi (Devangari: उस्ताद / ustād), das Bengalische (ওস্তাদ / ostād), das Indonesische (ustadz) und das Türkische (usta).
Während im indo-persischen Sprachraum angesehene Musiker mit jahrzehntelanger (mindestens 30-jähriger) Erfahrung mit diesem TitelJean During, Zia Mirabdolbaghi, Dariush Safvat: The Art of Persian Music. Mage Publishers, Washington DC 1991, ISBN 0-934211-22-1, S. 17 und 29. geehrt werden, vergleichbar einem Maestro, sowie Künstler, Lehrer oder Handwerker, wird der Titel in Indonesien vor allem für islamische Religionslehrer verwendet.Vgl. Howard Federspiel: A Dictionary of Indonesian Islam. Athens, Ohio 1995. S. 279. In der Türkei ist bei den Nurcus Üstad die gängigste Bezeichnung für ihren religiösen Führer Said Nursî.Ursula Spuler: "Nurculuk" in Tilman Nagel (Hrsg.): Studien zum Minderheitenproblem im Islam. Bd. I. Selbstverlag des Orientalischen Seminars der Univ. Bonn, Bonn, 1973. S. 100–182. Hier S. 108. In Ägypten wie auch in Iran bezeichnet der Begriff Ustāḏ/Ostād heute auch einen Universitätsprofessor, im Maghreb dagegen einen gewöhnlichen Lehrer. In der modernen arabischen und persischen Umgangssprache wird der Begriff außerdem als Höflichkeitsanrede für gebildete Personen verwendet.
Literatur F. Sanagustin, W. Floor: Art. "Ustādh" in The Encyclopaedia of Islam. New Edition Bd. X, S. 925b-926b.
Weblinks John T. Platts: A Dictionary of Urdu, Classical Hindi, and English.
Einzelnachweise
Kategorie:Islamischer Titel