Die Burdschiyya-Dynastie (, auch Burdschi-Mamluken, abgeleitet von ) stellte von 1382 bis 1517 die Sultane der tscherkessischen Mamluken in Ägypten. Die Burdschiyya-Dynastie in Ägypten war im Gegensatz zur turkstämmigen Bahri-Dynastie dadurch gekennzeichnet, dass die Mamlukensultane vor allem von Tscherkessen aus dem Kaukasusgebiet gestellt wurden und die Mamlukenemire erheblichen Einfluss auf die Regierung hatten.

Geschichte Mit der Regierung von Barquq (1382–1399) endete die lange Friedensperiode des Reichs, als Timur Lenk Persien und den Irak eroberte und auch Syrien angriff. Da unter Faradsch (1399–1412) das Bündnis mit den Osmanen aufgegeben worden war, konnte Timur in Syrien Aleppo, Hama, Homs und Damaskus erobern und plündern, bevor er die Osmanen in Anatolien angriff.

Zwar kam es zu keiner Invasion Timurs in Ägypten, doch war die Wirtschaft des Reichs schwer zerrüttet. So mussten Anleihen zur Finanzierung des Heeres aufgenommen und die Währung abgewertet werden. Dazu kamen Missernten, Hungersnöte, Pestepidemien und Beduineneinfälle. Auch durch den Rückgang der Bevölkerung und die Verödung ganzer Landstriche wurde die Wirtschaftskraft stark geschwächt. Hinzu kamen noch Machtkämpfe zwischen den türkischen und tscherkessischen Mamluken.

Der wirtschaftlichen Krise versuchte Barsbay (1422–1438) durch die Bildung von Staatsmonopolen beim Gewürzhandel und der Zuckerproduktion gegenzusteuern. Allerdings verstärkten diese, ebenso wie Sondersteuern und Konfiskationen die wirtschaftliche Krise. Dennoch war das Mamlukenreich noch stark genug, um 1425 Zypern zu erobern.

Unter Sultan Qait Bay (1468–1496) kam es noch einmal zu einem kulturellen Aufschwung und zu einer regen Bautätigkeit in Kairo. Allerdings machte sich die osmanische Bedrohung zunehmend bemerkbar. Zwar konnte im ersten Krieg mit den Osmanen (1485–1490) Kilikien behauptet werden, doch verweigerten die Mamluken in der Folgezeit die Ausrüstung mit „unstandesgemäßen“ Feuerwaffen. So konnten die Osmanen unter Selim I. 1516/1517 die technologisch unterlegenen Mamluken bei Aleppo und Kairo besiegen und das Mamlukenreich erobern. (Siehe: Osmanenherrschaft in Ägypten und Ibn Zunbul)

Herrscher Barquq (1382–1389 und 1390–1399) Faradsch (1399–1405) abgesetzt al-Mansur Abd al-Aziz (1405) abgesetzt Faradsch (1405–1412) wiedereingesetzt al-Mustain (1412) abgesetzt al-Mu'aiyad Schaich (1412–1421) al-Muzaffar Ahmad II. (1421) abgesetzt az-Zahir Tatar (1421) as-Salih Muhammad III. (1421–1422) Barsbay (1422–1438) al-Aziz Yusuf (1438) abgesetzt Dschaqmaq (1438–1453) al-Mansur Uthman (1453) abgesetzt al-Aschraf Sayf ad-Din Inal (1453–1461) al-Mu'ayyad Ahmad III. (1461) abgesetzt Chuschqadam (1461–1467) az-Zahir Bilbay (1467) abgesetzt Timurbugha (1467–1468) Qait Bay (1468–1496) an-Nasir Muhammad IV. (1496–1498) ermordet az-Zahir Qansuh I. (1498–1500) abgesetzt al-Aschraf Dschanbalat (1500–1501) abgesetzt al-Adil Tuman Bay I. (1501) abgesetzt al-Aschraf Qansuh II. al-Ghuri (1501–1516) al-Aschraf Tuman Bay II. (1516–1517) hingerichtet

Literatur

Ulrich Haarmann (Hrsg.): Geschichte der arabischen Welt. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-47486-1.

Kategorie:Dynastie Kategorie:Geschichte (Ägypten)