__NOTOC__ hochkant=0.3|rahmenlos|rechts Liste der Baudenkmäler in Bamberg: Gesamtanlage: Ensemble Altstadt Bamberg

Bergstadt: Bürgerliche Bergstadt • Domberg • Immunitäten der Bergstadt: Stephansberg • Kaulberg, Matern und Sutte • Jakobsberg und Altenburg • Michaelsberg und Abtsberg

Inselstadt: Innere Inselstadt • Erweiterungen der Inselstadt

Theuerstadt: Untere Gärtnerei • Obere Gärtnerei • Wunderburg

Eingemeindete Orte: Bruckertshof • Bug • Bughof • Gaustadt • Kramersfeld • Wildensorg

Aufteilung Wegen der großen Anzahl von Baudenkmälern wurde die Denkmalliste in Teillisten gemäß der Aufteilung des Großinventars Die Kunstdenkmäler von Bayern: Bamberg untergliedert. StadtregionListeBild eines SakralbausBild eines Profanbaus Bergstadt Bürgerliche Bergstadt 200pxObere PfarreAnsicht von Westen, Oktober 2015 200pxSchwalbenmühle in der RegnitzAnsicht von Norden, 2015 Bergstadt Domberg 200pxBamberger DomAnsicht von der Altenburger Straße, 2015 200pxAlte HofhaltungAnsicht von Westen, 2015 Bergstadt Immunität St. Stephan 200pxKirche St. StephanAnsicht von Westen, 2015 200pxDr. Remeis SternwarteAnsicht von Westen, 2015 Bergstadt Immunität Kaulberg mit Matern und Sutte 200pxKarmeliterklosterAnsicht von Südwesten, 2015 200pxWohnhaus Laurenziplatz 15Ansicht von Westen, 2015 Bergstadt Immunität St. Jakob mit Altenburg 200pxKirche Sankt JakobAnsicht von Norden, im Hintergrund die Altenburg, 2015 200pxAufseesianumAnsicht von Norden, 2015 Bergstadt Immunität Michaelsberg mit Abtsberg 200pxKloster MichelsbergAnsicht von der Altenburg, 2014 200pxVilla RemeisAnsicht von Norden, 2015 Inselstadt Innere Inselstadt 200pxStadtpfarrkirche St. MartinAnsicht vom Michaelsberg, 2015 200pxAltes RathausAnsicht von Süden, 2015 Inselstadt Erweiterungen der Inselstadt, nördliche und südliche Stadterweiterungen 100pxMarter am westlichen Ende der Weide2015 200pxEhemalige Oberpostdirektion am WilhelmsplatzAnsicht von Südwesten, 2015 Theuerstadt Untere Gärtnerei und nordöstliche Stadterweiterung 200pxSebastianskapelle, von Süden, 2015 200pxLiebfrauensiechhaus, von Nordwesten, 2015 Theuerstadt Obere Gärtnerei und östliche Stadterweiterung 200pxErlöserkirche, Ansicht von Süden, 2013 200pxSteinweg 9, 2015 Theuerstadt Wunderburg und südöstliche Stadterweiterung 100pxKirche Maria Hilf, 2017 100pxUlanendenkmal, 2017 Eingemeindete Orte Eingemeindete Orte 200pxGaustadt, Kapelle St. Sebastian, 2015 200pxBughof, 2015

Ensemble Altstadt Bamberg Bambergs Gesamtstruktur ist die einer frühmittelalterlichen Großstadt: Weitausgreifend, ältere Siedlungskerne ebenso wie jüngere Ausbauten integrierend, einer symbolischen Ordnung – der Kreuzesform – unterworfen oder wenigstens so interpretiert. Diese Form übergreift die drei Stadtregionen, in die sich Bamberg den landschaftlichen und diesen folgend den geschichtlichen Gegebenheiten entsprechend gliedert: Die Bergstadt, die Inselstadt und schließlich im Osten die Gärtnerstadt. Mit den Flussübergängen, der eine schon bald durch den Sitz des Stadtregiments akzentuiert, der andere seit den barocken Brückenbauten immer wieder Gegenstand städtebaulicher Gestaltungsüberlegungen, verknoten sich die Strukturen der drei Stadtregionen.

Schicksalhaft für das Gesamtgefüge war die Stiftung des Bistums Bamberg durch den Deutschen König Heinrich II. 1007, vorbereitet spätestens seit 1004. Da dies keineswegs nur als kirchenpolitische, sondern als reichspolitische Tat zu sehen war, konnte der Gedanke naheliegen, dass mit der Stadt ein neues Rom zu gründen war. Mit dem Domstift, St. Michael und St. Stephan wurde die Querachse des Systems festgelegt, das 1058 mit St. Gangolf und 1071 mit St. Jakob zum Kreuz vervollständigt werden konnte. Dies erlaubte nunmehr, die disparaten Siedlungskerne Bambergs als Stadt zusammenzusehen. Das zukünftige Schicksal Bambergs als offene Stadt war damit vorausbestimmt.

Die drei charakterisierten Stadtregionen Bambergs, die schon im 11. Jahrhundert ein lockeres und weiträumiges Stadtgebilde formten, sind im Laufe der Zeit zu einer dichteren Einheit zusammengewachsen, ohne dabei ihre geschichtliche und anschauliche Eigenart zu verlieren, zumal weder Kriegseinbußen, noch neuere Flächenabbrüche die Sichtbarkeit des historisch Gewordenen wesentlich verunklären. Die Altstadt von Bamberg wurde vor diesem Hintergrund von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt; außerdem ist sie unter der Aktennummer E-4-61-000-1 in der bayerischen Denkmalliste eingetragen.

Bergstadt Die Bergstadt ist topographisch gekennzeichnet durch die zur Regnitz hin abfallenden Ausläufer des Steigerwaldes mit tief eingeschnittenen Tälern. Hier waren die natürlichen Voraussetzungen für die Anlage der Burg gegeben, die dort spätestens seit dem 9. Jahrhundert anzunehmen ist. Durch die Bistumsgründung sollte sie zum geistlichen Zentrum nicht nur der Stadt werden. Noch heute prägen die Stifte, an den Endpunkten der Bergrücken über dem Fluss thronend und weit in das Tal wirkend, den Charakter der Bergstadt. Sie bilden innerhalb der hochmittelalterlichen Siedlungslandschaft selbständige und zum Teil befestigte Mittelpunkte, die in den Grenzen ihrer Immunitätsbezirke eine eigene Hoheit besaßen und im städtischen Leben Sondereinheiten blieben. Auch in der heutigen Struktur der Bergstadt ist die Bebauung innerhalb der Immunitätsbereiche, etwa auf dem Domberg, dem Jakobsberg und auf dem Stephansberg rund um die Stiftskirchen klar ablesbar. Bei den Chorherrenstiften St. Stephan und St. Jakob dürfte die Aufgabe der Vita Communis im 12. Jahrhundert den Kranz der Stiftskurien veranlasst haben, der die Stiftskirchen und Konventbauten bis heute umgibt; den Füßen des Domstiftes und des Stiftes St. Stephan legte sich zudem ein eigenes Vikarieviertel an. Aufgrund ihrer rechtlichen Selbständigkeit wuchsen dem Stift ferner eigene Vorstädte zu, was besonders bei St. Stephan (Oberer Stephansberg) und St. Jakob, aber auch beim Domstift mit St. Theodor, Sutte und Matern, deutlich wird. Die bürgerliche Bebauung in Flussnähe zunächst gedrängt, folgt stadtauswärts den Bergrücken und zerlegt sich schließlich in einzelne Arme, um die Hänge und Täler ehemals dem Weinbau (Häckersiedlung) zu überlassen; eine Siedlungsstruktur, die der Kaulberg noch in charakteristischer Weise bewahrt hat.

Zu Füßen des Domberges liegt das auf dem Grund einer frühmittelalterlichen Händlersiedlung zur Herrenstadt herausgebildete großbürgerliche Viertel, das durch die Sitze der alten Familien und des alteingesessenen, im Hof und Domkapitel verbundenen Adels in seiner spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bausubstanz eine Barockisierung erfahren hat. Der im Norden in die Bürgerstadt „Im Sand“ übergehende Stadtteil hatte durch das ehemalige Stadttor bei der Elisabethkirche – zwischen Oberer und Unterer Sandstraße – einen städtebaulichen Abschluss erhalten. Von der Mauer umschlossen war noch ein kleinmaßstäblicher Handwerkerbereich, der schon mit dem Namen Sandbad seine Situation und Geschichte andeutet. Im Süden schloss sich diese Herrenstadt – mit dem jüdischen Ghetto – eng ab. Sie legte sich damit der talabsteigenden Straße quer, die von Westen, über den Kaulberg und wohl auch durch den Bereich des der frühmittelalterlichen Burg zugehörigen Wirtschaftshofs zum Flussübergang führte, wodurch Engpässe entstanden, die bis heute trotz bedauerlicher Eingriffe seit dem 18. Jahrhundert von geschichtlicher Signifikanz geblieben sind. Außerhalb des ehemaligen Nordtores hat die kleinbürgerliche Sandvorstadt in ihrer ursprünglichen Struktur durch einen Brand während des Dreißigjährigen Krieges und durch die anschließende großflächige Gestaltung im ehemaligen Krankenhausbereich (heute Hotel) eine deutliche Modifikation erfahren.

Inselstadt Ist der Umriss des Berggebietes ein unregelmäßiger und gleichsam offener, so ist die Inselstadt durch die beiden Hauptarme der Regnitz eingeschlossen. Ihr Kern, einst von Mauern umgürtet, weist mit seinen beiden großen Marktstraßen, wohl ebenfalls einen älteren Siedlungsplatz einbeziehend, eine typisch hochmittelalterliche Stadtstruktur auf. Die beiden Marktanlagen der Inselstadt, die Lange Straße und der Grüne Markt, letzterer unmittelbar mit einem Flussübergang verbunden, streiten um die Priorität; spätestens im 12. Jahrhundert bestanden sie nebeneinander. In jüngerer Zeit war die Konkurrenzfähigkeit der Langen Straße durch die Tatsache beeinträchtigt, dass zwischen Stadttor und Regnitz ein zweites Gewässer zu überwinden war, wo nur zeitweise ein Flussübergang vorhanden gewesen ist; dieser hat 1335 als Lange Brücke, später nur noch als Langer Steg bzw. Wunderburger Steg bestanden, ein Gebilde, das bei Hochwasser abgebrochen werden musste. Auch der heutige Verlauf der Königsstraße zeigt, dass die Entwicklung vom Konkurrenzanliegen der Langen Straße keine Notiz genommen hat. Erst das 19. Jahrhundert sollte hier eine Änderung bringen. Grüner Markt und Lange Straße prägen zusammen mit der Kapuzinerstraße, Austraße und Keßlerstraße die Grundgestalt der Kernstadt, gleich den Fingern einer Hand zu den beiden Rathausbrücken zusammenlaufend. Diese fünf Straßen gliedern im Wesentlichen die hochmittelalterliche mauerumgürtete Inselstadt, die zunächst den Bereich um Alt-St.- Martin, die Frauenstraße und die äußere Kapuzinerstraße ausschloss. Erst im Spätmittelalter erfuhr dieser Bereich eine Einbeziehung in die äußere Mauerumgürtung, gekennzeichnet durch die Errichtung des Neuen Tores vor Alt-St.-Martin 1334. Die spätmittelalterliche Ummauerung der Inselstadt schlägt sich noch heute in der Bebauung des Vorderen und Hinteren Grabens und der Kleberstraße sowie im Verlauf der Promenade nieder. Dort sind die Häuser auf die teilweise noch erhaltene alte Stadtmauer aufgesetzt oder folgen doch wenigstens deren Verlauf. Auch der ehemalige Stadtgraben ist noch gut erkennbar, oft als Garten genutzt, teilweise aber auch überbaut (Kleberstraße ungerade Nummern 1–53 mit Holzmarkt 4, 6 und 8; Markusplatz 2 und 4, Markusstraße ungerade Nummern 1–21).

Dem Kern der Inselstadt liegt im Süden das Zinkenwörth an als eigener, bis ins 18. Jahrhundert auch kommunalrechtlich eigenständiger Bereich. Zwar im 15. Jahrhundert verkehrs- und wehrtechnisch schlecht und recht mit der Kernstadt verbunden und im späten 19. Jahrhundert an das System der Stadterweiterung angeschlossen, ist ihm viel stadtstrukturelle Selbständigkeit verblieben. Nach Norden und Süden hat erst das 19. und 20. Jahrhundert die Inselstadt erweitert; im Norden in bescheidener, flächenmäßig begrenzter Form, im Süden zunächst in lockerer, großbürgerlicher Villenbebauung, dann in Fortführung der Langen Straße mit verdichteten Boulevards und Nebenzentren (Schönleinsplatz – Wilhelmsplatz) von teilweise großstädtischem Anspruch. Somit ermöglichte das 19. Jahrhundert mit der Willy-Lessing-Straße und der Luitpoldstraße die Anbindung der Inselstadt an den Bahnhof im Osten und mit der 1889/90 errichteten Marienbrücke den vom Verlauf der Langen Straße geforderten zusätzlichen Flussübergang im Südosten. Im frühen 19. Jahrhundert ist auch der ehemalige Auwald südlich der Inselstadt zwischen den beiden Regnitzarmen zum Volksgarten umgestaltet worden. Unmittelbar vor der Stadt gelegen, reicht der Theresienhain und der Luisenhaun bis gegen den Ortsteil Bug.

Gärtnerstadt