Die Heilig-Geist-Kirche ist eine römisch-katholische Kirche im nördlichen Stadtgebiet von Ellwangen, die zur Seelsorgeeinheit 1 der Stadt gehört. Das unter dem Patrozinium des Heiligen Geistes stehende Gotteshaus entstand 1975 als Fertigteilbau nach Plänen des Architekten Wilhelm Frank (Herrenberg).

Geschichte Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden im Norden von Ellwangen durch den Zuzug von Heimatvertriebenen ausgedehnte Siedlungsgebiete. Die überwiegend katholischen Christen wurden ursprünglich der allerdings räumlich sehr weit entfernten Kirchengemeinde St. Vitus in der Stadtmitte von Ellwangen zugeordnet. Schnell entstand der Wunsch nach einer eigenen Kirche, um so auch älteren Menschen den regelmäßigen Besuch ermöglichen zu können. Zwischenzeitlich wurden auch Gottesdienste in den Kindergärten der Siedlungsgebiete abgehalten.

Das Dekanat Ellwangen fasste schließlich im Jahr 1973 den Beschluss, eine Kirche zu bauen. Innerhalb kürzester Zeit wurde in Fertigbauweise ein Kirchengebäude erstellt und konnte schließlich am 25. Oktober 1975 von Weihbischof Anton Herre aus Rottenburg auf den Namen Heilig-Geist-Kirche geweiht werden. Ein knappes Jahr verging, bis auch das Gemeindehaus der neu entstandenen Kirchengemeinde Heilig Geist fertiggestellt war. 1983 kam auch noch ein Pfarrhaus dazu. 2012 wurde die Kirche im Inneren renoviert.

Architektur und Ausstattung Die Heilig-Geist-Kirche entstand als letzte von insgesamt 26 Fertigteil-Kirchen des Architekten Wilhelm Frank. Der Prototyp war 1964 in Dußlingen (St. Paulus) errichtet worden. Das Bischöfliche Ordinariat erhielt die Rechte an den Plänen; Frank erhielt eine Pauschalsumme pro Kirche. Der Entwurf war so überzeugend, dass er auch vom Erzbistum Freiburg aufgegriffen wurde (Heilige Familie in Lörrach-Stetten). Charakteristisch für die Kirchen vom Typ Frank ist das tief heruntergezogene Dach. Dieses erinnert an ein Zeltdach und soll auf das transportable Heiligtum der Israeliten beim Auszug aus Ägypten hinweisen. Der Begriff des wandernden Gottesvolk stammt ursprünglich von Augustinus von Hippo und wurde im Rahmen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) wieder aufgegriffen. So heißt es beispielsweise in dem Lehrdokument Lumen gentium, dass das Gottesvolk „zwischen den Verfolgungen der Welt“ und den „Tröstungen Gottes auf ihrem Pilgerweg“ dahinschreite und dabei Kreuz, Tod, Auferstehung und Sieg des Herrn Jesus verkündet.

Das von außen sehr schlicht und ohne Turm erbaute Sakralgebäude beeindruckt in seinem Inneren besonders durch die von Künstlerpfarrer Sieger Köder gestalteten Glasfenster. Auf ihnen sind alt- und neutestamentliche sowie kirchengeschichtliche Szenen dargestellt, die das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirchen- und der Heilsgeschichte thematisieren.

Orgel Die Orgel wurde 2000 von der Giengener Orgelmanufaktur Gebr. Link erbaut. Sie besitzt 19 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Die Disposition der Orgel lautet:Orgelbeschreibung auf Organ index, abgerufen am 8. März 2024.

I Hauptwerk C–1. Prinzipal 8′2. Oktave 8′3. Spitzflöte 4′4. Superoktave 2′5. Mixtur IV ′6. Trompete 8′ II Schwellwerk C–7. Rohrflöte 8′8. Vox coelestis 8′9. Praestant 4′10. Flöte 4′11. Nazard ′12. Doublette 2′13. Terz ′14. Larigot ′15. Oboe 8′ Tremulant Pedal C–16. Subbass 16′17. Gedecktbass 8′18. Oktave 4′19. Trompetbass 8′

Siehe auch

Liste von römisch-katholischen Fertigteil-Kirchen in Baden-Württemberg

Literatur

Ulrike Plate: Gottesdienst im Baukasten. Kirchen aus Fertigteilen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Band 2, 2013.

Weblinks

Seelsorgeeinheit Ellwangen, Kunst und Geschichte

Einzelnachweise

Ellwangen Kategorie:Kirchengebäude in Ellwangen (Jagst) Ellwangen Kategorie:Erbaut 1975 Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Bauwerk aus Beton Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Fertigteilbau