mini|hochkant|Johann (Hans) Kaspar von Bothmer (1717). Motiv: John Faber senior – National Portrait Gallery. Johann Kaspar Graf von Bothmer, auch Johann Caspar von Bothmer, Hans Caspar von Bothmer (* 31. März 1656 in Lauenbrück; † 6. Februar 1732 in London) war ein kurhannoverscher und britischer Diplomat und Minister.

Leben Herkunft Johann Kaspar von Bothmer stammte aus der niedersächsischen Adelsfamilie Bothmer, einem niederen Landadelsgeschlecht. Seine Eltern waren Freiherr Julius August von Bothmer (1620–1703) und dessen Ehefrau Margarethe Eleonore, geborene von Petersdorff (1638–1729). Sie war eine Tochter des Geheimen Rats und Oberhauptmann zu Harburg Hans von Petersdorff und der Eleonore von Thun. Sein Vater war braunschweigischer Geheimer Rat, Hofrichter in Celle sowie Landdrost von Lauenburg.

Karriere Bothmer wurde 1682 an den Hof des braunschweig-lüneburgischen Teilfürstentums Calenberg in Hannover gerufen und war Hofjunker der Prinzessin Sophie Dorothea.F. Burmeister, C. Mark: Schloss Bothmer in Mecklenburg: Entstehung, Wandel und Vision. S. 31. Ab 1683 war er Diplomat in hannoverschen Diensten, zuerst auf Missionen in Dänemark und Frankreich. Von 1685 bis 1690 vertrat er den hannoverschen Hof als Gesandter in Berlin, von 1690 bis 1696 in Wien und von 1696 bis 1698 sowie von 1700 bis 1701 in Den Haag. Daneben war er immer wieder auf Sondermissionen zwischen diesen Städten sowie in Paris.Malte-Ludolf Babin: Gottfried Wilhelm Leibniz. Sämtliche Schriften und Briefe, Allgemeiner politischer und historischer Briefwechsel. Reihe 1. Walter de Gruyter, Berlin 2013, S. 783. 1696 wurde er gemeinsam mit seinen Brüdern und seinem Vater zum Reichsfreiherren ernannt, 1713 zum Reichsgrafen erhoben. Ab 1711 war er nur mehr in London tätig. Dort sorgte Bothmer maßgeblich dafür, dass der hannoversche Kurfürst Georg Ludwig im Jahr 1714 in Personalunion als Georg I. König von Großbritannien wurde.

Bothmer blieb bis zu seinem Tod 1732 in London und war der wichtigste Berater des Königs, so war er Erster Minister für die deutschen Angelegenheiten. Seinen Dienstsitz hatte er seit 1720 in Westminster in der Downing Street 10 und leitete die Deutsche Kanzlei.

Nun in den höheren Adel aufgestiegen und mit den damit verbundenen finanziellen MöglichkeitenF. Burmeister, C. Mark: Schloss Bothmer in Mecklenburg: Entstehung, Wandel und Vision. S. 32. ließ er von 1726 bis 1732 durch Johann Friedrich Künnecke das Schloss Bothmer als Familiensitz für sich, Frau und Tochter im Klützer Winkel erbauen. Dessen Fertigstellung erlebte er nicht mehr. Zudem erwarb Bothmer in der Region bis 1731 zehn Güter, unter anderem Elmenhorst, Brook und Christinenfeld.

Familie Bothmer heiratete am 17. Juni 1684 in Hannover Sophie Ehrengard von der Asseburg (1668–1688), die Tochter des Christoph Christian von der Asseburg (1639–1675) und der Gertrud von Alvensleben (1640–1691). Das Paar hatte folgende Kinder:

Ernst August (1685–1687) Sophie Charlotte (1688–1695)

Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 28. Dezember 1696 Gisela Erdmuthe von Hoym (* 23. Juni 1669; † 17. Januar 1741). Das Paar hatte eine Tochter:

Sophie Charlotte (* 21. Oktober 1697; † 14. September 1748) ⚭ Graf Heinrich II, von Reuß zu Ober-Greiz (* 4. Februar 1696; † 17. November 1722) ⚭ Graf Georg Wilhelm von Erbach-Erbach (* 19. Juli 1686; † 31. Mai 1757) Über seine Tochter Sophie Charlotte ist Graf von Bothmer Vorfahre diverser Königshäuser Europas. So der Niederlande über Emma von Waldeck und Pyrmont, von Schweden und Dänemark über Gustav VI. Adolf, Norwegen und Belgien über Carl von Schweden sowie Spanien über Christina von Österreich.

Des Weiteren hatte Graf Bothmer damals noch als Freiherr 1712 an Kindesstatt angenommen den Schatzrat zu Bennemühlen Georg Friedrich von Bothmer (1707–1783),Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1902. Dritter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1901, S. 166–167. dessen Kinder so den Freiherrentitel trugen konnten, u. a. Freiherr Ferdinand von Bothmer.

Literatur Silke Kreibich: Hans Caspar von Bothmer. In: Biographisches Lexikon für Mecklenburg. Band 7, Rostock 2013, S. 41–45.

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Einzelnachweise

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