Die 3. FIFA Futsal-Weltmeisterschaft fand vom 24. November bis zum 8. Dezember 1996 in Spanien statt. Die 16 teilnehmenden Mannschaften spielten in 40 Partien den dritten Futsal-Weltmeister unter der Schirmherrschaft der FIFA aus.

Die brasilianische Mannschaft konnte durch einen 6:4-Erfolg im Finale gegen Gastgeber Spanien ihren Titel erneut verteidigen. Das russische Team gewann im Spiel um Platz 3 mit 3:2 gegen den Landesnachbarn Ukraine. Der Brasilianer Manoel wurde mit 14 Treffern Torschützenkönig und zudem zum besten Spieler des Turniers ernannt.

Gastgeber und Austragungsorte mini|Austragungsorte der Futsal-WM 1996 Das Turnier wurde in vier Hallen in ebenso vielen spanischen Städten ausgetragen. Die Mannschaften einer Gruppe spielten jeweils nur in einer Stadt. Die Vorrundengruppen A und B wurden in Murcia ausgespielt, die Gruppen C und D in Segovia. Alle Spiele der Zwischenrunde fanden in Castellón statt. Die Halbfinal- und Finalspiele wurden schließlich in Barcelona im Palau Sant Jordi ausgetragen.

Im Palacio de Deportes de Murcia wurden zwölf Vorrundenspiele ausgetragen. Die 1994 erbaute Halle bot 7.500 Zuschauern Platz und galt nach ihrer Fertigstellung als eine der modernsten Multifunktionsarenen Europas. Im Pabellón Polideportivo Municipal Pedro Delgado in Segovia fanden zwölf Vorrundenspiele statt. Die 1991 erbaute Halle bot bis zu 2.500 Zuschauern Platz Im Pabellón Ciutat de Castelló fanden die zwölf Spiele der Zwischenrunde statt. Die Halle hatte eine Zuschauerkapazität von 4.375 Plätzen und wurde 1994 eröffnet. Der Palau Sant Jordi in Barcelona war Schauplatz der Finalspiele der dritten Futsal-Weltmeisterschaft. In der 1990 erbauten Halle konnten bis zu 15.500 Zuschauer die Spiele verfolgen. mini|links|Der Palau Sant Jordi, Austragungsort der Finalspiele

Qualifikation und Teilnehmer Um die 15 Endrundenplätze bewarben sich insgesamt 47 Verbände, vier Jahre zuvor meldeten nur 23 für die Qualifikation. Spanien als Gastgeber war automatisch qualifiziert. Erstmals gab es in allen sechs Konföderationen Qualifikationsspiele.

In Europa setzten sich Russland, Belgien, die Niederlande, Italien und die Ukraine unter 17 Interessenten durch. Die Qualifikationsturniere dienten gleichzeitig auch dazu, die Endrundenteilnehmer für die Futsal-Europameisterschaft 1996 zu bestimmen. Das in Spanien im Januar 1996 ausgetragene EM-Turnier gewann der Gastgeber gegen Russland.

In der südamerikanischen Qualifikation spielten sechs Nationalteams um drei Plätze. Neben dem amtierenden Weltmeister Brasilien setzten sich Uruguay und Argentinien durch. Paraguay verlor im Spiel um den dritten Qualifikationsplatz mit 1:2 gegen Argentinien.

Aus Nord- und Mittelamerika gab es um zwei Startplätze ebenfalls sechs Anmeldungen. Neben den Vereinigten Staaten, WM-Zweiter 1992, gelang es Kuba sich für das Turnier in Spanien zu qualifizieren.

Für Afrika stand nur ein Endrundenplatz zur Verfügung. In einem Qualifikationsturnier mit fünf Teilnehmern setzte sich Ägypten knapp vor Ghana durch.

Asien konnte drei Teilnehmer entsenden. Die Qualifikation wurde dazu in drei Regionen unterteilt. In der Gruppe Ostasien qualifizierte sich die Volksrepublik China, in der westasiatischen Gruppe gelang dem Iran souverän die Qualifikation, in Südostasien setzte sich Malaysia gegen Brunei und die Philippinen durch.

Der ozeanische Verband konnte einen Teilnehmer nominieren. Das im August 1996 auf Vanuatu abgehaltene Turnier wurde von der australischen Mannschaft dominiert, die sich mit 69:8 Toren und 18 Punkten aus sechs Partien gegen die drei Mitbewerber durchsetzte.

Für Ägypten, Kuba, Malaysia, die Ukraine und Uruguay war es die erste Teilnahme an einer FIFA Futsal-Weltmeisterschaftsendrunde.

mini|300px|Platzierungen der Teilnehmer 6 aus Europa20px Belgien20px Italien20px Niederlande 20px Russland   20px Spanien 20px Ukraine 3 aus Südamerika 20px Argentinien 20px Brasilien 20px Uruguay 3 aus Asien 20px China 20px Iran 20px Malaysia 2 aus Nord- und Mittelamerika 20px Kuba 20px USA 1 aus Afrika 20px Ägypten 1 aus Ozeanien 20px Australien

Modus Es war die erste Futsal-WM, bei der für einen Sieg 3 Punkte vergeben wurden. Ansonsten blieb der Modus im Vergleich zu den vorhergehenden Weltmeisterschaften unverändert. Die 16 Mannschaften spielten zunächst in vier Vorrundengruppen mit je vier Mannschaften. Innerhalb jeder Gruppe spielte jede Mannschaft gegen jede andere Mannschaft. Die beiden Gruppenbesten jeder Gruppe qualifizierten sich für die zweite Gruppenphase, in der die acht Mannschaften erneut in zwei Vierergruppen (je zwei Vorrundensieger und zwei Vorrundenzweite pro Gruppe) verteilt wurden und nochmals gegen jede Mannschaft ein Spiel austrugen. Die beiden Besten jeder Gruppe qualifizierten sich für das Halbfinale, das im K.-o.-System stattfand. Bei Punktegleichstand während der Gruppenphase entschied das Torverhältnis über die Platzierung.

Vorrunde Gruppe A (in Murcia) Rang Land Tore Punkte 1 20px Spanien 18:3 9 2 20px Ukraine 22:9 6 3 20px Ägypten 13:19 3 4 20px Australien 4:26 0

So, 24. November 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Spanien – Ägypten 7:2 (4:0) Australien – Ukraine 2:11 (0:3) Di, 26. November 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Ägypten – Australien 8:2 (2:1) Ukraine – Spanien 1:4 (0:4) Do, 28. November 1996, 12:00 Uhr & 20:00 Uhr Ägypten – Ukraine 3:10 (1:5) Spanien – Australien 7:0 (2:0)

In der Gruppe A dominierten die beiden europäischen Mannschaften. Ägypten und Australien waren ohne Chance und schieden nach der Vorrunde aus. Gastgeber Spanien konnte erwartungsgemäß den Gruppensieg einfahren, die Ukraine rückte bei der erstmaligen Teilnahme in die Zwischenrunde vor.

Gruppe B (in Murcia) Rang Land Tore Punkte 1 20px Niederlande 13:6 7 2 20px Russland 15:5 5 3 20px Argentinien 7:9 4 4 20px Volksrepublik China 3:18 0

Mo, 25. November 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr VR China – Argentinien 1:2 (0:0) Russland – Niederlande 2:2 (1:0) Mi, 27. November 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Argentinien – Russland 2:2 (2:2) Niederlande – VR China 5:1 (3:0) Do, 28. November 1996, 12:00 Uhr & 20:00 Uhr Russland – VR China 11:1 (4:1) Niederlande – Argentinien 6:3 (4:1)

In Gruppe B gelang der argentinischen Mannschaft beinahe die Überraschung. Durch das Unentschieden gegen Russland stand man kurz vor dem Einzug in die zweite Runde. Erst die Niederlage gegen die Niederlande sorgte für das Aus. Letztlich qualifizierten sich die beiden europäischen Teams aus den Niederlanden und Russland. Die chinesische Mannschaft musste wie schon vier Jahre zuvor ohne Punktgewinn abreisen.

Gruppe C (in Segovia) Rang Land Tore Punkte 1 20px Italien 16:5 7 2 20px Uruguay 7:3 7 3 20px USA 12:7 3 4 20px Malaysia 4:24 0

So, 24. November 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr USA – Uruguay 0:1 (0:1) Malaysia – Italien 1:10 (1:4) Di, 26. November 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Italien – USA 4:2 (3:2) Uruguay – Malaysia 4:1 (3:1) Do, 28. November 1996, 10:00 Uhr & 12:00 Uhr Uruguay – Italien 2:2 (1:0) USA – Malaysia 10:2 (5:1)

In Gruppe C überraschte Uruguay die etablierten Teams aus Italien und den Vereinigten Staaten. Durch den Sieg im Auftaktspiel gegen die USA, den WM-Zweiten von 1992, war der Weg für Uruguay in die Zwischenrunde frei. Im letzten Gruppenspiel konnte man auch gegen die stärker eingeschätzten Italiener punkten und landete nur wegen des schlechteren Torverhältnisses auf Rang 2. Malaysia konnte auf diesem Niveau nicht mithalten und schied ohne Punkt aus.

Gruppe D (in Segovia) Rang Land Tore Punkte 1 20px Brasilien 31:5 9 2 20px Belgien 13:10 6 3 20px Iran 12:14 3 4 20px Kuba 4:31 0

Mo, 25. November 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Iran – Kuba 7:1 (3:0) Brasilien – Belgien 5:2 (3:1) Mi, 27. November 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Belgien – Iran 5:2 (0:0) Kuba – Brasilien 0:18 (0:7) Do, 28. November 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Brasilien – Iran 8:3 (2:1) Belgien – Kuba 6:3 (2:2)

Titelverteidiger Brasilien setzte sich in Gruppe D erwartungsgemäß an die Tabellenspitze. Belgien konnte sich im Kampf um Platz 2 überraschend deutlich gegen den WM-Vierten von 1992 durchsetzten und löste ebenfalls das Ticket für die Zwischenrunde. Kubas 0:18-Niederlage war die höchste Niederlage bis dato in der Geschichte der Futsal-Weltmeisterschaft und zugleich das torreichste Spiel. Vier Jahre später gewann Brasilien gegen Gastgeber Guatemala mit 29:2 und übertraf diese Werte nochmals deutlich.

Zwischenrunde Gruppe E (in Castellón) Rang Land Tore Punkte 1 20px Spanien 8:2 9 2 20px Russland 9:4 6 3 20px Italien 5:8 3 4 20px Belgien 4:12 0

So, 1. Dezember 1996, 10:00 Uhr & 12:00 Uhr Italien – Belgien 4:1 (1:1) Spanien – Russland 2:0 (1:0) Mo, 2. Dezember 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Russland – Italien 3:0 (1:0) Belgien – Spanien 1:2 (1:0) Mi, 4. Dezember 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Russland – Belgien 6:2 (2:1) Spanien – Italien 4:1 (2:1)

In Gruppe E fanden sich nur europäische Mannschaften. Europameister Spanien gelang es dabei ebenso wie Vizeeuropameister Russland sich für das Halbfinale zu qualifizieren. Belgien und Italien, bei der im Januar 1996 ausgetragenen EM die Dritt- und Viertplatzierten, konnten sich erneut nicht gegen Spanien und Russland behaupten.

Gruppe F (in Castellón) Rang Land Tore Punkte 1 20px Brasilien 12:5 7 2 20px Ukraine 11:9 5 3 20px Uruguay 10:14 3 4 20px Niederlande 9:14 1

Sa, 30. November 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Niederlande – Ukraine 4:4 (3:2) Brasilien – Uruguay 5:2 (3:1) So, 1. Dezember 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Uruguay – Niederlande 5:4 (0:1) Ukraine – Brasilien 2:2 (1:1) Di, 3. Dezember 1996, 18:00 Uhr & 20:00 Uhr Ukraine – Uruguay 5:3 (3:2) Niederlande – Brasilien 1:5 (0:2)

In Gruppe F setzte sich Titelfavorit Brasilien erwartungsgemäß durch. Der Ukraine gelang bei der ersten Teilnahme der Einzug in das Halbfinale und als einziger Mannschaft des Turniers ein Punktgewinn gegen Brasilien. Uruguay überraschte auch in der Zwischenrunde und konnte gegen die Niederlande gewinnen. Im entscheidenden Spiel gegen die Ukraine unterlag man knapp mit 3:5. Die Niederlande enttäuschte in der Zwischenrunde und schied wie bereits vier Jahre zuvor in der zweiten Runde aus.

Finalrunde Halbfinale 6. Dezember 1996 Barcelona 20px Brasilien – 20px Russland 6:2 (2:0) 6. Dezember 1996 Barcelona 20px Spanien – 20px Ukraine 4:1 (2:0)

Im Halbfinale der 3. Futsal-WM kam es zu zwei einseitigen Partien. Die Favoriten Brasilien und Spanien setzten sich jeweils klar und ohne größere Probleme gegen Russland und die Ukraine durch.

Spiel um Platz 3 8. Dezember 1996 Barcelona 20px Russland – 20px Ukraine 3:2 (1:1)

Das Spiel um Platz 3 konnte die russische Mannschaft knapp gewinnen. Die Ukraine konnte zwei Mal die Führung der Russen egalisieren, das Siegtor zugunsten Russlands fiel vier Minuten vor Spielende.

Finale 8. Dezember 1996 Barcelona 20px Brasilien – 20px Spanien 6:4 (3:1)

Im Finale standen sich mit dem zweimaligen Weltmeister Brasilien und dem amtierenden Europameister und Gastgeber Spanien die beiden Turnierfavoriten gegenüber. Vor 15.500 Zuschauern im Palau Sant Jordi konnte sich die brasilianische Mannschaft in einem knappen Finale mit 6:4 durchsetzen. Spanien geriet bereits früh mit zwei Toren in Rückstand, kämpfte sich aber viermal auf einen Treffer heran und gab nie auf. Letztlich gab das etwas größere Einzelkönnen der brasilianischen Akteure den Ausschlag gegenüber den kompakt auftretenden Spanier. Für Brasilien war es der dritte Titel und blieb damit FIFA-Futsal-Weltmeister.

Beste Torschützen Rang Spieler Tore 1 14 2 10 10 4 8 8 8 8 8 7 7 10 6 6 6 6

Auszeichnungen