Al-Mahalla al-Kubra, ägyptisch-arabisch El Mahalla El Kobra (), ist eine ägyptische Stadt am östlichen Arm des Nils im Gouvernement al-Gharbiyya. Mit etwa 522.799 Einwohnern gehört sie zu den größten Städten im Nildelta und des Landes. Neben der Landwirtschaft ist die Textilindustrie der wichtigste Wirtschaftszweig. Al-Mahalla al-Kubra ist Heimat des Fußballklubs Ghazl El-Mehalla, welcher 1973 die ägyptische Meisterschaft gewinnen konnte.

In al-Mahalla al-Kubra steht die größte Fabrikanlage Ägyptens, die „Spinnerei und Weberei Misr“. Im Januar 1975 marschierte die Armee ein, um Arbeiterproteste gegen die steigenden Lebenskosten und die Infitah-Politik zu beenden. Das Land hatte unter Druck des Internationalen Währungsfonds Lebensmittelsubventionen gekürzt. Die Brot-Proteste flammten 1977 unter dem Ruf „Ya batal al-ubûr, fen al-futûr?!“ („Oh, Held der Überfahrt [Sadat], wo ist das Frühstück?!“) im ganzen Land neu auf. Aus den Streiks im April 2008 entwickelte sich die solidarische Jugendbewegung des 6. April, die ein wichtiges Element der späteren Revolution in Ägypten 2011 wurde.

Südwestlich von Al-Mahalla al-Kubra befindet sich ein Sendemast zur Verbreitung von UKW-Hörfunk- und Fernsehprogrammen, mit 323 Metern die höchste von Menschen errichtete Konstruktion in Ägypten.

Bevölkerungsentwicklung Volkszählung 1976 292.853 Volkszählung 1986 358.844 Volkszählung 1996 395.402 Volkszählung 2006 442.884 Volkszählung 2017 522.799

Persönlichkeiten Ibn Zunbul († 1574/75 oder 1653), Chronist und Geomantiker Muhammad Badi’e (* 1943), 8. Vorsitzender der Muslimbruderschaft Saber Eid (1959–2025), Fußballspieler Wael Gomaa (* 1975), Fußballspieler Reham abd-el Ghafur (* 1978), Schauspielerin Mohamed Elneny (* 1992), Fußballspieler

Einzelnachweise

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