Die Rostschwanzdrossel (Turdus naumanni), auch Naumanndrossel, ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF Der Artzusatz naumanni bezieht sich auf den deutschen Ornithologen Johann Andreas Naumann.J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Der Vogel ist 23–25 cm groß und wiegt 63–81 g. Merkmale sind der auffallende Überaugenstreif, gegen dunkle Kopfkappe und Ohrdecken abgesetzt, die Flecken auf der Brust, die ein bis auf die Flanken reichendes Brustband bilden, gegen weiße Unterseite abgesetzt, sowie ein kastanienbrauner Flügelspiegel. Das Männchen ist an der Oberseite graubraun blass olivfarben überhaucht, der Überaugenstreif ist blass rotbraun bis gelbbraun. Die Schulterfedern tragen rotbraune Spitzen ebenso wie die mittleren Flügeldecken. Der Schwanz ist blass rotbraun. Die Unterseite ist orange bis rotbraun, der schmale Kinnstreif ist dunkel gefleckt, der Übergang Brust zu Unterseite weißlich geschuppt. Der Schnabel ist dunkel mit gelblichem Unterschnabel, die Beine sind gelblich braun. Weibchen zeigen keinen Flügelspiegel, einen brauneren Schwanz und eine gelbbraune Kehle mit deutlicherem Kinnstreif. Jungvögel sind kräftig gelbbraun gestrichelt am Mantel und den Schulterfedern, an der Unterseite haben sie schwarze Flecken, der Flügelspiegel ist kaum sichtbar.

Gegenüber der Rostflügeldrossel (Turdus eunomus) ist der Vogel heller gefärbt mit etwas orangefarbenen Flanken. Brust und Unterseite der Rostflügeldrossel sind dunkel geschuppt und an den äußeren Schwanzfedern fehlt die deutlich rotorange Färbung. Der Gesang ist ähnlich. Auch unterscheiden sich die Lebensräume im nördlichen bzw. südlichen Sibirien. Die Rostflügeldrossel kommt im Sommer in der Regel weiter nördlich und in höheren Lagen vor. mini|Eier der Rostschwanzdrossel, Sammlung Museum von Toulouse

Geografische Variation Die Art wurde früher, je nach Autor, als konspezifisch mit der Rostflügeldrossel (Turdus eunomus) angesehenC. Abhinav, Jainy Kuriakose, Simon Delany, Clive Denby, Peter Clement, Joydev Pathak, Digvijay Singh Rathore, Padma Gyalpo & Rajesh Panwar (2022) Status of Naumann’s Thrush Turdus naumanni and its hybrids with Dusky Thrush T. naumanni x T. eunomus in India In: Indian Birds vol. 18 no. 4. oder die Rostflügeldrossel (Turdus eunomus , 1831)Coenraad Jacob Temminck (1831), Tafel 514 & Text. wurde als Unterart der Rostschwanzdrossel geführt. Heute gilt die Art als monotypisch. IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 In einer Studie von 2024 vertreten allerdings An et al., auf Grund morphologischer und genetischer Untersuchungen über Mitochondrium und Mikrosatelliten, die Ansicht, dass es sich bei der Rostflügeldrossel um eine nördlich Unterart der Rostschwanzdrossel handelt.Boyang An, Danyang Yin, Songlin Huang, Nassoro Mohamed, Bo Li (2024): Taxonomy of Naumann’s and dusky, red-throated and black-throated thrush complexes (Aves: Turdidae) using morphological and molecular characteristics. In: Animal Biology 74, S. 213 bis 236. doi:10.1163/15707563-bja10135

Es wurden Hybride mit der Rotkehldrossel (Turdus ruficollis) Turdus ruficollis x naumanni , mit der Schwarzkehldrossel (Turdus atrogularis) Turdus atrogularis x naumanni und mit der Rostflügeldrossel (Turdus eunomus) Turdus eunomus x naumanni nachgewiesen.

Stimme Der Gesang des Männchens besteht aus kurzen Strophen mit längeren Pausen dazwischen, mit einem Pfeifen beginnend und zunehmend in raues Rasseln. Ihr Ruf „quapos“ wird oft mit dem der Wacholderdrossel verwechselt, ihr Gesang ähnelt dem der Rotdrossel (Turdus iliacus).

Verbreitung Die Art brütet in Sibirien vom Jenissei östlich bis zum Lenabecken, das Überwinterungsgebiet reicht vom äußersten Südosten Russlands über Nordkorea und Ostchina bis zum Jangtsekiang und Taiwan, selten auch Japan.N. Collar: Naumann's Thrush (Turdus naumanni), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, and E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus naumanni Als Irrgast ist die Art auch in Europa anzutreffen.Boyan P. Milchev, Zlatozar N. Boev (2014): First Record of the Naumann’s Thrush (Turdus naumanni Temminck, 1820, sensu lato) in Bulgaria. In: Acta Zoologica Bulgarica 66 (4), S. 559–561. (Online)

Lebensraum und Lebensweise Der Lebensraum umfasst Weiden mit einzelnen Bäumen, auch Kulturland und Gärten, Tundra und baumbestandene Steppe, dicht mit Weiden und Pappeln bewachsene Ufer, buschiges Flachland mit Birken und Erlen.R. Grimmett, T. Inskipp: Birds of Northern India. Helm Field Guides, 2017, ISBN 978-0-7136-5167-6

Die Art ist ein Zugvogel, das Brutgebiet wird zwischen September und November verlassen. Die Vögel kehren ab April bis Anfang Juni zurück. Die Brutzeit liegt zwischen Mai und Juni.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Insektenlarven, im Herbst auch aus Beerenobst.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise

Kategorie:Drosseln