Das Trossschiff Glücksburg war von 1968 bis 2001 ein Versorgungsschiff der Deutschen Marine. Es wurde nach der Stadt Glücksburg an der Flensburger Förde benannt.
Das Schiff Der Versorger Glücksburg war der vierte von insgesamt acht Versorgern der Lüneburg-Klasse. Als Teil des Bauprogramms Klasse 701 wurde das Schiff gebaut und am 9. Juli 1968 mit der Schiffskennung A 1414 und dem internationalen Rufzeichen DSFQ in Dienst gestellt. Die Glücksburg unterstand dem 1. Versorgungsgeschwader in Kiel, wurde jedoch im Stützpunkt Olpenitz an der Ostsee stationiert. Mitte des Jahres 1975 folgte ein Unterstellungswechsel zum 2. Versorgungsgeschwader im Stützpunkt Wilhelmshaven.
Vom August 1976 bis April 1977 wurde die Glücksburg aufgrund von gestiegenen Versorgungsanforderungen der Flotte um 10 m verlängert und fortan als Einheit der Klasse 701 C geführt. Im Jahr 1981 erhielt die Glücksburg aufgrund umfangreicher Neuorganisation der internationalen Rufzeichen der NATO das neue Rufzeichen DRKD zugeordnet. Mitte des Jahres 1995 fand die Umstrukturierung vom Boot zum Schiff statt, wodurch auch der Posten des 1. Offiziers an Bord eingerichtet wurde.
Am 1. April 1997 folgte die Unterstellung zum Trossgeschwader der Zerstörerflottille in Wilhelmshaven. Hier blieb sie bis zu ihrer Außerdienststellung stationiert. Am 1. Juli 2001 wurde die Glücksburg aus der Fahrbereitschaft genommen und mit mehr als 300.000 Seemeilen am 1. November 2001 außer Dienst gestellt.
Bis zur Verkaufsentscheidung im Mai 2002 an Ägypten lag die Glücksburg im Marinearsenal in Wilhelmshaven. Bis Anfang 2003 wurden aufwändige Umrüstungen, Überholungen und Instandsetzungen am Schiff durchgeführt.
Gemeinsam mit dem Munitionstransporter Halaib (ex Odenwald) verließ die Glücksburg im April 2003, nun unter ägyptischer Flagge, mit einer neuen Besatzung und unter ihrem neuen Namen Shalatein Wilhelmshaven in Richtung Mittelmeer.
Transportkapazität 1.200 m³ Kraftstoff, 200 m³ Frischwasser, 400 t Munition, 1.000 t Versorgungsgüter
Das Wappen mini|hochkant|Das Wappen der Glücksburg entspricht dem Wappen der Stadt Glücksburg Das Wappen, das die Glücksburg schmückte, ist das Wappen der schleswig-holsteinischen Patenstadt Glücksburg. Es zeigt einen goldenen Schild mit einem roten aufrecht gestellten Rost mit 16 quadratischen Feldern, dessen Griff nach unten zeigt. Der Rost ist glühend. Genannt wird das Wappen „Der Rost des Laurentius“. Das einfache, ausdrucksvolle Wappenbild bezieht sich auf ein 1210 gegründete Zisterzienserkloster, dessen Schutzheiliger der heilige Laurentius war.
Die Schwesterschiffe A 1411 Lüneburg (1965–1994) A 1412 Coburg (1965–1991) A 1413 Freiburg (1966–2003) A 1415 Saarburg (1966–1994) A 1416 Nienburg (1966–1998) A 1417 Offenburg (1966–1993) A 1418 Meersburg (1966–2004)
Die Besatzung Die übliche Besatzung des Schiffs bestand aus 99 Soldaten, davon: 7 Offiziere 11 Portepee-Unteroffiziere 26 Unteroffiziere 55 Mannschaftsdienstgrade
Die Kommandanten In den 35 Dienstjahren der Glücksburg taten 17 Kommandanten ihren Dienst an Bord. Nr. Name Dienstgrad Zeitraum1 Rudi-Ortwin Dannenberg Korvettenkapitän 09.07.1968 – 03.04.19692 Johannes Dohrn Korvettenkapitän 04.04.1969 – 31.03.19713 Karl-Friedrich Fendler Korvettenkapitän 15.04.1971 – 22.10.19734 Dieter Kraft Korvettenkapitän 21.10.1973 – 24.06.19755 Peter Witt Korvettenkapitän 25.06.1975 – 30.09.19756 Friedrich-Karl Teichmann Fregattenkapitän 01.10.1975 – 30.09.19787 Hans-Wilhelm Krökell Kapitänleutnant, Korvettenkapitän 01.10.1978 – 27.08.19818 Gerhard Müller Kapitänleutnant, Korvettenkapitän 27.08.1981 – 31.03.19879 Werner Escherlor Korvettenkapitän 01.04.1987 – 29.06.199010 Jörg- E. Richter Korvettenkapitän 29.06.1990 – 31.10.199111 Rolf Gerriets Kapitänleutnant (in Vertretung) 01.11.1991 – 08.11.199112 Ingo Ullrich Kapitänleutnant (in Vertretung) 09.11.1991 – 28.11.199113 Bernd Telschow Kapitänleutnant, Korvettenkapitän 29.11.1991 – 04.10.199414 Torsten Eickriede Kapitänleutnant, Korvettenkapitän 04.10.1994 – 18.12.199715 Peter Ehring Fregattenkapitän 18.12.1997 – 02.12.199816 Karsten Logemann Kapitänleutnant, Korvettenkapitän 02.12.1998 – 05.01.200017 Wolfgang Telschow Kapitänleutnant, Korvettenkapitän 05.01.2000 – 01.11.2001
Die ehemalige Besatzung Im Jahr 2002 entstand ein Internetauftritt ehemaliger Besatzungsmitglieder der Glücksburg: A1414.net.Website der Ehemaligen Besatzungsmitglieder der Glücksburg (a1414.net) Diese Gruppe formierte sich 2007 zur „Bordgemeinschaft Troßschiff Glücksburg“. Die Bordgemeinschaft versucht das Andenken und die Geschichte des Schiffs zu bewahren und jährlich ein Treffen auszurichten.
Literatur Siegfried Breyer, Gerhard Koop: Die Schiffe und Fahrzeuge der deutschen Bundesmarine 1956–1976. Bernard&Graefe, München 1978. ISBN 3-7637-5155-6.
Weblinks Internetauftritt der Bordgemeinschaft Troßschiff Glücksburg Deutsches Marinemuseum Offizieller Internetauftritt der Deutschen Marine
Fußnoten
Kategorie:Lüneburg-Klasse Kategorie:Militärschiff (Flensburger Schiffbau-Gesellschaft)