Lübbenau/Spreewald (bis zum 1. Januar 1998 Lübbenau),Änderung des Namens der Stadt Lübbenau. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 27. November 1997. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 8. Jahrgang, Nummer 51, 22. Dezember 1997, S. 1006.Im Amtsblatt für Brandenburg fand sich merkwürdigerweise eine zweite Bekanntmachung über die Änderung des Namens der Stadt Lübbenau vom 23. Januar 1998 (9. Jahrgang, Nr. 6, 17. Februar, S. 163). Hier wurde die Wirkung der Umbenennung auf den 1. Februar 1998 festgelegt. [],Nach ist eine Stadt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg, etwa 80 km südöstlich von Berlin. Aufgrund ihrer Lage am südöstlichen Rand des Biosphärenreservates Spreewald sowie ihres Stadttores wird die Stadt Lübbenau auch als Tor zum Spreewald bezeichnet.
Lübbenau zählt zur Niederlausitz, gehört zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden und ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg. Seit 1998 führt die Stadt das Prädikat Staatlich anerkannter Erholungsort. Für die umliegende Region übernimmt Lübbenau Aufgaben eines Mittelzentrums.
Geografie Geografische Lage mini|hochkant=1.2|Lage von Lübbenau im Spreewald Die Stadt Lübbenau liegt im nördlichen Teil des südbrandenburgischen Landkreises Oberspreewald-Lausitz etwa 35 Kilometer westlich von Cottbus und etwa 50 Kilometer nördlich der Kreisstadt Senftenberg. Im Nordosten grenzt Lübbenau an den Landkreis Spree-Neiße, im Westen und Norden an den Landkreis Dahme-Spreewald. Nachbarstädte und Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Lübben (Spreewald), Alt Zauche-Wußwerk und Straupitz (Spreewald) (alle im Landkreis Dahme-Spreewald), Burg (Spreewald) (im Landkreis Spree-Neiße), Vetschau/Spreewald und Calau (im Landkreis Oberspreewald-Lausitz) sowie Luckau (wiederum im Landkreis Dahme-Spreewald).
Lübbenau wird als Tor zum Spreewald bezeichnet. Der nordöstliche Teil des Stadtgebiets mit der Lübbenauer Altstadt, die Ortsteile Lehde und Leipe sowie Teile der Ortsteile Boblitz, Krimnitz, Ragow und Zerkwitz liegen im Biosphärenreservat Spreewald. Die Nordostgrenze der Stadt bildet das Große Fließ. Die Ortsteile Hindenberg und Lichtenau liegen im Naturpark Niederlausitzer Landrücken.
Flächennutzung Das Stadtgebiet von Lübbenau umfasst eine Fläche von 13.942 Hektar. Davon sind, Stand 2019, 1858 Hektar (13,3 %) Siedlungsfläche, 609 Hektar (4,4 %) Verkehrsfläche, 10.873 Hektar (78,0 %) Wiesen- und Ackerland sowie 602 Hektar (4,3 %) Gewässerfläche. Damit weist die Stadt höheren Anteil an Wasserfläche auf als das Land Brandenburg insgesamt (3,4 %).
Bei der Siedlungsfläche entfallen 281 Hektar (15,1 %) auf Wohnbauflächen, 509 Hektar (27,4 %) auf Industrie- und Gewerbeflächen, 251 Hektar (13,5 %) auf Sport-, Freizeit- und Erholungsanlagen und der Rest auf ehemalige Tagebauflächen, Flächen mit gemischter Nutzung und Friedhöfe. Bei den Verkehrsflächen entfallen 78,5 % auf Straßen, Wege und Plätze und 21,5 % auf Schienenverkehrsflächen. Vom Wiesen- und Ackerland werden 6628 Hektar landwirtschaftlich genutzt, 3172 Hektar sind mit Wald bewachsen.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung im Land Brandenburg. (PDF, 10 MB) Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam 2020, S. 15 ff.
Gewässer mini|Hauptspree südlich von Lehde mini|Die Spree in der Lübbenauer Altstadt Schon durch die Lage im Spreewald wird das Stadtgebiet von Lübbenau durch eine Vielzahl von Gewässern geprägt. Die Spree durchquert in Fließrichtung von Osten kommend zunächst den Ortsteil Leipe und danach die Stadt Lübbenau, wo sie den Großen Spreewaldhafen passiert. In Leipe und Lehde zweigen von ihr viele kleine Kanäle ab oder münden in diese. Zur Unterscheidung von diesen Fließen wird die Spree im Stadtbereich auch als Hauptspree bezeichnet. Erwähnenswerte Nebenarme sind unter anderem Lehder Fließ, Bürgerfließ sowie der Südumfluter südlich des Schlossbezirkes, der in Kaupen in die Spree mündet. Im äußersten Norden Lübbenaus an der Grenze zum Landkreis Dahme-Spreewald fließt die Malxe.
Im südlichen Stadtgebiet liegen vor allem Seen, die durch die Flutung und Rekultivierung der Restlöcher der früheren Braunkohletagebaue entstanden sind. Diese sind (von Westen nach Osten) der Lichtenauer See, der Schönfelder See und der Bischdorfer See, wobei ersterer größtenteils auf dem Gebiet des Calauer Ortsteils Zinnitz liegt und letzterer größtenteils zum Vetschauer Ortsteil Koßwig gehört. Der Schönfelder See wird durch die Dobra entwässert, die bei Boblitz in den Südumfluter mündet. Weitere Seen, die unter anderem durch die Flutung ehemaliger Kiesgruben entstanden sind, sind der Hindenberger See im Ortsteil Hindenberg und der Redlitzer See im Ortsteil Groß Klessow.
Klima In der Stadt Lübbenau/Spreewald herrscht gemäßigtes Klima, beeinflusst vom Kontinentalklima im Osten und vom atlantischen Seeklima im Westen. Die Niederschlagsmenge ist vergleichsweise hoch, trockene Monate gibt es nicht. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag in Lübbenau/Spreewald liegt bei 555 mm. Trockenster Monat ist der Februar mit einer Niederschlagsmenge von 32 mm, der meiste Niederschlag fällt durchschnittlich im Juni mit 66 mm.
Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 9,3 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlichen 18,9 °C. Im Januar, dem kältesten Monat, beträgt die Durchschnittstemperatur −0,8 °C.
Stadtgliederung Die Stadt Lübbenau besteht aus folgenden Ortsteilen, bewohnten Gemeindeteilen und Wohnplätzen (sorbische Bezeichnungen in Klammern, die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 19. Februar 2025):Ortsteile. Stadt Lübbenau/Spreewald, abgerufen am 15. April 2026.
Bischdorf (Wótšowc); 205 Einwohner Boblitz (Bobolce); 722 Einwohner Groß Beuchow (Buchow) mit dem Gemeindeteil Klein Beuchow (Buchojc); 436 Einwohner Groß Klessow (Klěšow) mit dem Gemeindeteil Klein Klessow (Klěšojc) und dem Wohnplatz Redlitz (Rědłojce); 319 Einwohner Groß Lübbenau (Lubń) mit dem Wohnplatz Scheddis (Pśedejs); 230 Einwohner Hindenberg (Želnjojce); 133 Einwohner Klein Radden (Radyńc) mit dem Gemeindeteil Groß Radden (Radyń); 227 Einwohner Kittlitz (Dłopje) mit den Gemeindeteilen Eisdorf (Stańšojce), Lichtenau (Lichtnow) und Schönfeld (Tłukom); 374 Einwohner Krimnitz (Kśimnice); 197 Einwohner Lehde (Lědy) mit dem Wohnplatz Dolzke (Dolck); 143 Einwohner Leipe (Lipje) mit den Wohnplätzen Dubkowmühle (Dubkowy Młyn), Eiche (Duby), Konzaks Horst (Kóńcakojc Wótšow) und Polenzschänke (Póleńcowa Kjarcma); 102 Einwohner Ragow (Rogow); 572 Einwohner Zerkwitz (Cerkwica); 605 Einwohner
Zum ortsteilfreien Kerngebiet der Stadt Lübbenau gehören die Wohnplätze Kaupen (Kupy), Neustadt (Nowe Město), Stennewitz (Sćenojce), Stottoff (Štotup) und Wotschofska (Wótšowska).
In der Gemarkung von Zerkwitz ist zudem die ehemalige Gemeinde Kleeden (Kłodna) enthalten, die am 1. Januar 1926 eingemeindet wurde und inzwischen nicht mehr als Wohnplatz ausgewiesen wird. Der frühere zu Groß Lübbenau gehörende Wohnplatz Berg (Gora) wurde im Juni 2014 aus dem brandenburgischen Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis gestrichen.Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis des Landes Brandenburg. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB); abgerufen am 27. Juni 2020. Des Weiteren liegen die Ortsfluren der durch den Braunkohlebergbau devastierten Siedlungen Boschwitz, Kückebusch, Schönfeld,Der Ort Schönfeld wurde am 1. Mai 1974 nach Kittlitz eingemeindet und devastiert. Das heutige Schönfeld hieß ursprünglich „Hänchen“, wurde 1928 nach Schönfeld eingemeindet und später umbenannt. Seese und Vorberg im Stadtgebiet.
Geschichte Ortsname mini|Willkommensschild am östlichen Ortseingang Der Name „Lübbenau“ stammt aus der niedersorbischen Sprache und kann von dem Personennamen Lubin, einer Kurzform von Lubomir abgeleitet werden, was wiederum „der Friedliebende“ bedeutet.Arnošt Muka: Serbski zemjepisny słowničk. Nakł. Maćica Serbska, Budyšin 1927, S. 100 (Online). Bezogen auf die Stadt kann der Ortsname als „Ort/Stadt des Friedliebenden“ gedeutet werden. Das im Unterspreewald gelegene Dorf Neu Lübbenau wurde nach der Stadt benannt.
Zum Zeitpunkt der Ersterwähnung der Burg im Jahr 1301 lautete der Ortsname Lubbenowe, bei der Ersterwähnung der Stadt vierzehn Jahre später Lubenaw. In den Kirchenartikeln des Bistums Meißen, die nur noch als Kopie aus dem Jahr 1495 erhalten sind, wird der Ortsname Lobenaw genannt. 1557 lautete der deutsche Ortsname Lübenaw. Im Schmettauschen Kartenwerk von 1767/87 taucht dann die heutige Bezeichnung Lübbenau auf. Der sorbische Ortsname lautete 1761 Lůbnow und 1843 Lubnjow.Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. Domowina-Verlag, 1975, S. 75.
Gründung und frühe Neuzeit mini|Torhaus und Spreewaldmuseum vor der Einfahrt in die historische Altstadt Durch die Lage in einem eiszeitlichen Talsandsporn wurde das Gebiet um Lübbenau bereits früh besiedelt. Dies beweisen archäologische Funde aus der Spätmittelsteinzeit und der Jungsteinzeit. Im 10. Jahrhundert soll sich der Markgraf Gero in der Region aufgehalten und von dem Ort Besitz ergriffen haben.Paul Fahlisch: Einwirkungen der weltgeschichtlichen Ereignisse auf Lübbenau. In: Geschichte der Spreewaldstadt Lübbenau. Lübbenau 1928, S. 4. Um 950 wurde bei einer Bärenjagd an der Stelle der heutigen Stadt Lübbenau eine aus wenigen Blockhäusern bestehende Fischersiedlung entdeckt, die nur über Wasserwege zu erreichen war. Lübbenau erscheint erstmals 3. August 1301 als Burg (castrum) Lubbenowe,Lothar Riemer: Spreewald und Tourismus. In: Geschichte der Spreewaldstadt Lübbenau – 20. Jahrhundert. Stadt Lübbenau/Spreewald, Lübbenau 2000, S. 170. am 29. September 1315 bezeichnet Lubenaw die Burg mit dem Flecken (castrum cum opido). Die Anlage einer Siedlung im südlichen Spreewald wurde durch die Lage an der Spree und somit eine gute Handelsverbindung nach Lübben und Cottbus begünstigt. Jedoch war Lübbenau aufgrund seiner Lage von der Außenwelt nahezu abgeschottet, da es keine sonstigen Verkehrswege nach Lübbenau gab. Nach Luckau und Calau führten zwei Landstraßen, die jedoch häufig überschwemmt und nicht nutzbar waren.Paul Fahlisch: Lage und allmählicher Ausbau Lübbenaus. In: Geschichte der Spreewaldstadt Lübbenau. Lübbenau 1928, S. 88. Zum Zeitpunkt der Ersterwähnung gehörte Lübbenau zur Mark Brandenburg. Dabei unterstand Lübbenau als Mediatstadt unmittelbar der Standesherrschaft Lübbenau.Rudolf Lehmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz. Band 1: Die Kreise Luckau, Lübben und Calau. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-8305-4297-1, S. 321–326.
Ab 1364 gehörte Lübbenau zu den Ländern der Böhmischen Krone. Von mindestens 1427 an waren die Herren von Köckritz Besitzer der Herrschaft Lübbenau. 1429 wurde das damals noch kleine Dorf von Hussiten überfallen. Zur selben Zeit entstanden Gebietsstreitigkeiten zwischen Lübbenau und der Nachbarstadt Lübben. Beide Städte hatten sich zur Erweiterung ihres Gebietes mit umliegenden Dörfern zusammengeschlossen, es kam zu mehreren Kämpfen, bei denen die Stadt Lübbenau ihr Gebiet nach Nordwesten hin ausbreiten konnte. 1448 wurde die Niederlausitz an den Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg verpfändet, wodurch Lübbenau wieder brandenburgisch wurde. Daraufhin kam es zu kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Brandenburg und Böhmen, sodass Lübbenau mit der gesamten Niederlausitz nach dem Frieden von Guben im Jahr 1462 wieder böhmisch wurde.