Monpazier (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Einwohner werden Monpaziérois und Monpaziéroises genannt.

Von der Vereinigung Les plus beaux villages de France wurde Monpazier zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs erklärt.Monpazier auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)

Die Gemeinde erhielt 2025 die Auszeichnung „Drei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Ortschaften verliehen wird.

Geografie

Monpazier liegt etwa 58 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 35 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 37 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac am südöstlichen Rand des Départements in der Landschaft des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Garonne und wird entwässert von Dropt, der es im Süden begrenzt, und von zwei kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Monpazier liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das relativ kleine Gebiet von Monpazier erstreckt sich über eine baumlose Hügellandschaft, die durch das Tal des Dropt begrenzt wird und deren Erhebungen nach Norden hin zunehmen und Höhen von über erreichen. Der topografisch höchste Punkt liegt mit im äußersten Norden in der Nähe zu den Grenzen zu den Nachbargemeinden Marsalès und Capdrot. Der tiefste Punkt befindet sich mit im äußersten Südwesten beim Austritt des Dropt aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum von Monpazier mit dem zentralen Platz befindet sich auf etwa Höhe.

Rund 57 % der Fläche der Gemeinde sind bebaute Zonen, rund 43 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland, genutzt (Stand: 2018).

Umgeben wird Monpazier von den drei Nachbargemeinden:

Klima Die klimatischen Bedingungen in Monpazier werden als warm und gemäßigt eingestuft. In Monpazier kommt es das ganze Jahr über zu erheblichen Niederschlägen. Selbst im trockensten Monat Juli fallen noch große Niederschlagsmengen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Monpazier beträgt 13,1 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,3 °C, die höchste im Juli mit 21,4 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 867 mm.

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Monpazier Naturrisiken manifestieren sich in Monpazier als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang des Dropt Dürren Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1990, 1999 und 2003 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Obwohl das Gemeindegebiet kaum mit Wald bedeckt ist, besteht im größten Teil des Gemeindegebiets zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, ist über die Hälfte des Gemeindegebiets von einer mittleren, im Norden von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Monpazier besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.

Ein technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 250 Meter vom Zentrum entfernt sind. Es handelt sich im Falle von Monpazier um ein früheres Lager für brennbare Flüssigkeiten und zur Verteilung von Benzin, das von einzelnen Wohnhäusern umgeben ist. Nach einem Vorfall vom 22. November 2005 beschloss der Betreiber, den Betrieb endgültig einzustellen.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes, der im 19. Jahrhundert noch als Montpazier geschrieben wurde, erschien erstmals am Ende des 13. Jahrhunderts in einer latinisierten Form in Castrum () Montis Pazerii. Er setzt sich aus mont, hervorgegangen aus dem lateinischen mons, montis, und aus pazier zusammen. Letzteres bezeichnete einen Beamten für die Aufrechterhaltung der Ordnung, vielleicht einen Personennamen aus dem Mittelalter. Pazier leitet sich von patz ab, das aus dem lateinischen pax () stammt.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 227–228

Die Gemeinde Monpazier liegt in einer weitläufigen ländlichen Gegend zwischen den Tälern der Dordogne und des Lot, einer Region, deren frühe Besiedlungsgeschichte bislang nur unzureichend erforscht ist. Gelegentliche Funde im Umland belegen eine menschliche Präsenz in diesem Gebiet seit prähistorischer Zeit, während Überreste aus benachbarten Gemeinden Aufschluss über die Landnutzung und die Siedlungsstrukturen der Antike geben. Im Frühmittelalter befand sich dieser Abschnitt des Dropt-Tals an der Peripherie jener Pfarrnetzwerke, die von den Bischöfen von Périgueux und Agen im Zuge ihrer frühen Christianisierungsbemühungen errichtet worden waren.

Obwohl im Hochmittelalter mächtige lokale Kräfte, allen voran das Adelsgeschlecht von Biron, an Bedeutung gewannen, behielt das Tal seinen Charakter als „Schnittstellenregion“ an der Grenze bedeutender Herrschaftsgebiete bei. Infolgedessen beäugten sich die Könige von Frankreich und England von ihren jeweiligen Territorien aus misstrauisch und strebten danach, ihre direkte Kontrolle über die Region auszuweiten, insbesondere durch die Gründung von Bastiden (Planstädten) wie Monpazier.

Die Bastide Monpazier entstand, ebenso wie andere Orte in der Umgebung, sowohl aus dieser Rivalität heraus als auch aus dem Bestreben, Wirtschaftskraft und Vitalität einer Region zu stärken, der es an struktureller Organisation mangelte und deren Bevölkerung weit verstreut lebte. Die neue Stadt wurde 1284 auf Initiative von Eduard I., König von England und Herzog von Aquitanien, sowie Pierre de Gontaud, dem Seigneur von Biron, auf dessen Grundbesitz gegründet, konkret auf dem Gut La Boursie, das seinerzeit zur Pfarrei Notre-Dame de Capdrot gehörte. Bertrand de Panissals wurde beauftragt, die Stadtentwicklung festzulegen: Straßenverlauf, Grundstücksgröße und -lage usw. Die neue Stadt wurde rasch von einem Verteidigungssystem – Mauern, Tortürmen und einem Graben – umgeben. Die Rechte und Einkünfte aus dieser neuen Bastide wurden systematisch zwischen den Gründern aufgeteilt, die das Potenzial für wirtschaftliches Wachstum gezielt nutzen wollten. Bereits 1289 erhielt Monpazier dank Landschenkungen von Aymeric de Biron ein festgelegtes Verwaltungsgebiet, den sogenannten détroit, das die Pfarreien Capdrot, Marsalès, Lavalade, Gaugeac und Saint-Cassien umfasste. Die Bastide wurde von einem Bayle (Vogt) namens Bertrand de Panissals verwaltet, jenem „Initiator“, der ursprünglich vom Seneschall des Königs und Herzogs, Jean I. de Grailly, zur Zeit der Stadtgründung ausgewählt worden war, während die Einwohner durch ein Gremium von Konsuln vertreten wurden, deren Namen überliefert sind: Pierre de la Faye, Etienne de Mansac, Gilbert de Sarlat, Guillaume du Puy und Arnaud del Camps. Obwohl die den Einwohnern gewährte Freiheitsurkunde, eine Art frühes Regelwerk für Straf-, Rechts-, Verwaltungs- und Steuerangelegenheiten des Gemeindelebens, nicht erhalten geblieben ist, wurde ihre Geltung im Spätmittelalter mehrfach von den Königen Ludwig XI. (1462) und Karl VIII. (1484) bestätigt. Die Bastide hatte einen schwierigen Start. Eduard I. stellte dies bei einem Besuch am 6. November 1286 mit Missfallen fest. Bevor er drei Jahre später nach England zurückkehrte, versuchte er, die Besiedlung zu beschleunigen, indem er Geldstrafen für jene Einwohner androhte, die trotz entsprechender Zusage ihren Einzug in die Bastide hinauszögerten. Die eingenommenen Gelder waren für den Bau der Stadtmauern und der Kirche bestimmt, wenngleich es keine Belege dafür gibt, dass die Strafen tatsächlich eingetrieben wurden. Zudem war das Verhältnis zwischen den Gründern spannungsgeladen. Zwischen 1293 und 1305 musste Pierre de Gontaud die Vertreter des Königs und Herzogs wiederholt dazu auffordern, den Paréage-Vertrag (über die gemeinsame Herrschaft) strikt durchzusetzen, eine Forderung, der Eduard I. schließlich nachkam. Trotz dieser schwierigen Anfänge entwickelte sich Monpazier bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts zu einer blühenden Stadt. Im Jahr 1365 zählte die Bastide sogar zu den sechs größten Siedlungen im Périgord, mit einer verzeichneten Einwohnerzahl von 315 Haushalten.

Trotz dieses offensichtlichen Wohlstands blieb die Stadt von den Unruhen, die die Provinz im 14. und 15. Jahrhundert erschütterten, nicht verschont. Der Krieg von Saint-Sardos (oder Gascognekrieg) leitete eine Phase der Instabilität ein, auf die der Hundertjährige Krieg folgte. Während dieser Zeit wechselte Monpazier mehrfach die Seiten zwischen England und Frankreich, bis sich die Stadt 1369 schließlich für Letzteres entschied. Über die Konflikte, die die Bastide unmittelbar bedroht haben könnten, ist nur wenig bekannt, wenngleich mehrere Überfälle, darunter einer, der vom Herrn von Biron persönlich angezettelt wurde, durch königliche Erlasse zur Stadt indirekt belegt sind. Auch die Auswirkungen der aufeinanderfolgenden Pestepidemien, die die Bevölkerung dezimierten, lassen sich nur schwer abschätzen.